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Soziales
04.01.2022

Wenn das Schicksal zuschlägt: So half die Kartei der Not 2021 ganz konkret

Einem sechsjährigen Mädchen ohne Gehör hat die Kartei der Not im vergangenen Jahr einen Schwimmkurs bezahlt und damit einen Herzenswunsch erfüllt.
Foto: Merk

Der Tod ihres Sohnes wirft eine Mutter aus der Bahn. Die Kartei der Not hilft ihr - ebenso wie einer Rentnerin, die sich keine Winterkleidung kaufen kann oder einer Sechsjährigen, die gerne schwimmen lernen möchte.

Wie hilft die Kartei der Not konkret? Das sind ein paar Beispiele aus unserer Region.

  • Es war ein Todesfall, der die kleine Familie völlig aus der Bahn geworfen hat: Der 17-jährige Sohn der alleinerziehenden Mutter war vor einem Jahr an Leukämie gestorben. Seitdem fällt es der 44-jährigen Mutter schwer, ihren Alltag wie gewohnt zu gestalten. Auch die Tochter, sechs Jahre jung, die sehr an ihrem Bruder hing, leidet extrem unter dem Verlust.
  • Die Mutter ist geringfügig in einer Pflegeeinrichtung beschäftigt. Eine Vollzeitstelle kann sie nicht ausüben, da dann zu wenig Zeit für die Betreuung ihrer Tochter bliebe. Zur psychischen Belastung kommt die mangelhafte Möblierung der kleinen Wohnung der beiden: Der Gasherd ist defekt, Tisch, Stühle und Betten gehören dringend erneuert. Da Rücklagen fehlen, hat die Kartei der Not den Kauf günstiger Ausstattung sowie kleine, aber unaufschiebbare Renovierungsarbeiten unterstützt.
  • Wer im Alter ohnehin nur über eine Minirente verfügt, droht schnell in der Armutsfalle zu landen, wenn auch noch eine Erkrankung hinzukommt. Eine 71-jährige Rentnerin aus der Region ereilte dieses Schicksal. Ein sozialer Dienst, der die Frau ambulant betreut, machte die Kartei der Not auf die missliche Lage der Seniorin aufmerksam. Lange ging die Frau zur Tafel, um sich mit günstigen Lebensmitteln zu versorgen. Als diese aufgrund der Corona-Pandemie zeitweise schließen musste, wuchs ihre Sorge ums Geld. Zumal sich ihr Gesundheitszustand verschlechterte und mehrere Krankenhausaufenthalte nötig wurden. Als sie nun nicht einmal mehr Geld für Winterkleidung und Schuhe hatte, bat der soziale Dienst, der die Frau begleitet, die Kartei der Not um Hilfe, die die Anschaffung natürlich unterstützte.
  • Armin T. hat schwierige Jahre hinter sich. Der Mittfünfziger ist psychisch krank, hatte einen Schlaganfall und einen Herzinfarkt. Seine Ehe ist zerbrochen. Einer seiner beiden erwachsenen Söhne ist alkoholkrank. Er selbst lebt von Sozialhilfe, einen Beruf kann er nicht mehr ausüben. Nun hatte er das Pech, dass seine Küche bei einem Hochwasser so stark beschädigt wurde, dass sie komplett entsorgt werden musste. Den Schaden an der Mauer und am Boden hat der Vermieter übernommen. Für die Küche muss er aber selbst aufkommen. Da er sich diese aber nicht leisten konnte, ist die Kartei der Not eingesprungen.
  • In Zeiten von Corona Kontakt zu Freunden und Angehörigen zu halten, ist für Menschen mit schwerer Behinderung ein schwieriges Unterfangen. Für die 65-jährige Erika ist es derzeit schier unmöglich. Die Rentnerin leidet an einer kompletten Lähmung von Armen und Beinen. Sie lebt in einem Wohnheim und muss intensiv betreut werden. Den Kontakt zur Außenwelt hält sie mithilfe eines Sprachcomputers, der mit einem Laptop vernetzt ist. Als der zehn Jahre alte Laptop seinen Dienst komplett versagte, hat die Kartei der Not die Rentnerin unterstützt. Von ihrer Rente, die auf die Unterhalts- und Lebenshaltungskosten im Heim angerechnet wird, bleibt ihr nicht genug für eine solche Anschaffung übrig.
  • Die sechsjährige Erika ist wie ihre dreijährige Schwester Alicia seit Geburt ohne Gehör. Für die Familie, zu der noch ein zweijähriger Bub zählt, ist das eine große Herausforderung. Mindestens einmal im Monat müssen die Eltern wegen der Behinderung mit ihren Kindern in eine Münchner Spezialklinik, wo sie behandelt werden. Die Familie muss jeden Cent zweimal umdrehen. Die sechsjährige Erika möchte gerne schwimmen lernen. Wegen ihrer Behinderung ist sie dazu auf einen kleinen Privatkurs mit nur wenigen Teilnehmern angewiesen. Nach längerer Suche fand die Familie einen Kurs, der am Samstag stattfand. So kann das Mädchen vom Vater begleitet werden. Weil die Familie sich die Gebühren nicht leisten kann, ist die Kartei der Not eingesprungen.
  • Kinder mit schwer kranken Geschwistern oder Eltern müssen oft schon früh im Leben Verantwortung übernehmen. Sie erhalten nicht selten weniger Aufmerksamkeit, weniger Fürsorge, weil die ganze Sorge eben dem Patienten in der Familie gilt. Schattenkinder werden diese jungen Leute genannt. Die Kartei der Not hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schattenkinder bewusst zu unterstützen. Daher hat das Hilfswerk auch einem elfjährigen Mädchen eine Freude machen wollen. Das Kind wächst in sehr belastenden Familienverhältnissen zusammen mit seinem Bruder auf. Die Mutter leidet an einer seltenen Erbkrankheit. Der Vater war lang auf Arbeitssuche und hat nun einen Job, in dem er aber wenig verdient. Damit das Mädchen aber dennoch einen schönen Tag an ihrem Geburtstag hat, hat die Kartei der Not das Kind unterstützt.
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