Newsticker
Bayern gibt AstraZeneca-Impfstoff für alle Altersgruppen frei
  1. Startseite
  2. Lokales (Mindelheim)
  3. Lokalsport
  4. Dem Royal Dart Verband Allgäu fehlen die Lokale

E-Darts

10.02.2021

Dem Royal Dart Verband Allgäu fehlen die Lokale

Er hofft auf einen Neustart im September: Alexander Mayr ist der Präsident des Royal Dart Verband Allgäu, des größten Verbands von E-Darts-Spielern in ganz Deutschland.
Foto: Sieglinde Mayr

Plus Der Royal Dart Verband Allgäu ist der größte seiner Art in ganz Deutschland. Doch die ganz große Bühne fehlt. Vor allem eine Sache ärgert Präsident Alexander Mayr.

Sportliche Superlative im Zeichen der Corona-Krise sind dünn gesät. Da machen auch die Darts-Spieler keine Ausnahme. Gut, die Weltmeisterschaft vor und nach Silvester in London im Alexandra Palace, vom Fernsehsender Sport 1 übertragen, sahen so viele Zuschauer wie noch nie.

Hier handelte es sich um Steeldarts und hier kommt der Royal Dart Verband Allgäu (RDVA) ins Spiel: „Er ist mit 1500 Mitgliedern und 207 Mannschaften der größte Verband in Deutschland“, sagt dessen Präsident Alexander Mayr (53) aus Altusried. Es ist der Verband der E-Darts-Spieler. Der Sport also, der eigentlich keiner ist, wie Mayr bedauert. „E-Darts zählt nicht zu den Sportarten, die das Internationale Olympische Komitee anerkennt. Deshalb bekommen wir unter anderem auch keine Zuschüsse von öffentlicher Hand.“

E-Darts wird auf Automaten gespielt

Nahezu jeder Kneipengänger dürfte E-Darts irgendwann schon mal gespielt haben; je nach Konsum des Gerstensafts oder ähnlicher Stimulanzien, die nicht explizit auf der Doping-Liste stehen, mit wechselndem Erfolg. „Wir spielen auf Automaten“, sagt Mayr. „Manche sagen auch, wir sind nur zu faul zum Rechnen“, fügt er mit Humor an. Im Gegensatz zum Steeldarts, das vom Fernsehen her geläufiger ist, gibt es bei seiner Sportart keinen sogenannten Caller (Rufer), der das Ergebnis ansagt. Dies zeigt beim E-Darts der Automat an und zählt – wie es der Name vermuten lässt – automatisch bis zum Ende.

Das gängigste Finish (Ende) ist bei beiden Darts-Varianten gleich: 501 double out. Heißt: Der Spieler muss 501 Punkte herunterspielen und mit einem Wurf in ein Doppelfeld das Spiel beenden – was auch so manchem Profi immer wieder zum Verhängnis wird. E-Darts ist eine süddeutsche Domäne. „Im Norden ist es weniger verbreitet“, sagt Mayr. Über den Grund könne man nur mutmaßen: „Vielleicht ist es zu unattraktiv.“

Im Allgäu sind Kempten und Kaufbeuren die Darts-Zentren

Das gilt nicht für das Allgäu, wo Kempten und Kaufbeuren die Zentren bilden. Das Verbreitungsgebiet des Verbandes ist groß. Mayr: „Das Allgäu mit den angrenzenden Landkreisen“, wie Lindau, das Kleinwalsertal und dem Unterallgäu. Es könne theoretisch vorkommen, dass eine Mannschaft aus Langenargen am Bodensee zum Gastspiel nach Landsberg fahren muss; das sind einfach immerhin 135 Kilometer. Seit Langem ist der Spielbetrieb im E-Darts aufgrund der Corona-Krise ausgesetzt.

Typischerweise wird E-Darts in Kneipen oder Gastwirtschaften gespielt und dieser Wirtschaftszweig leidet unter der Corona-Krise mit am meisten. „Darts hat ein Image-Problem“, gibt Mayr zu Protokoll. „Damit wird Rauchen, Saufen und in Kneipen hocken assoziiert.“ Zu Unrecht, meint Mayr. „Teilweise ist es Hochleistungssport und mental sehr anspruchsvoll“, was mit der Klasse der jeweiligen Spieler naturgemäß stehe und falle.

Das Gesellige gehört zum Spiel

Was auf jeden Fall dazugehöre, ist die dritte Halbzeit am Biertisch. Mayr sagt, Darts sei eine gesellige Sache, wie viele andere Sportarten auch. Nach dem Sport zusammen zu sitzen sei ja auch für andere Sportler völlig normal. Er spielt für die Sky Darters Altusried in der B-Liga, ein Verein mit 30 Spielern und fünf Teams. „Wir spielen normalerweise von September bis Juni. Die Saison 2020/2021 wurde nach der Vorrunde abgebrochen und wird nicht fortgesetzt.“

Auch die Dartsspieler leiden unter den Beschränkungen im Rahmen der Pandemie. „Wir hoffen auf einen Neustart im September“, sagt Mayr. Bis dahin bleibt nur Training. Doch bei geschlossenen Kneipen ist das schwierig. „Die Lokalitäten, in denen gespielt werden kann, werden auch so immer weniger.“ Mayr beispielsweise hat zwei Automaten (Kosten zwischen 3000 und 4000 Euro) bei sich zu Hause stehen. Das nutzt er und trainiert im Rahmen des Erlaubten mit einem Teamkollegen wöchentlich, um ein wenig in Bewegung zu bleiben.

Mehr zum Darts-Sport lesen Sie hier:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren