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Eishockey

10.03.2020

ESV Kaufbeuren schreibt das perfekte Drehbuch

Mit einer Choreografie würdigten die ESVK-Fans den langjährigen Einsatz von Max Schmidle.
Bild: Tobias Giegerich

Elf Sekunden vor Spielende macht der ESV Kaufbeuren das Play-off-Viertelfinale klar. Die Frage lautet nun: Finden die Spiele gegen die Kassel Huskies vor leeren Rängen statt?

In Kaufbeuren waren im zweiten Play-off-Spiel gegen Bietigheim noch elf Sekunden zu spielen, als Joey Lewis den Puck ins Steelers-Tor beförderte – und die Erdgas-Schwaben-Arena zum Explodieren brachte. Mit 3:2 gewannen die Kaufbeurer gegen die Bietigheim Steelers und ziehen damit in das Play-off-Viertelfinale ein. Dort stehen in der Oberliga auch die Indians aus Memmingen. Sie mussten ausgerechnet im „Corona-Heimspiel“ gegen den EV Füssen eine bittere 2:3-Niederlage hinnehmen und verspielten damit am letzten Spieltag Platz eins in der Meisterrunde.

ESV Kaufbeuren

Der Arbeitstag von Max Schmidle war auch nach dem Einzug des ESV Kaufbeuren in das Play-off-Viertelfinale noch nicht beendet. Während seine Mitspieler bereits das erste Feierabendbier in der Kabine genossen oder wie Daniel Oppolzer und Joey Lewis noch für Interviews auf dem Eis standen, tauchte Schmidle nochmals vor der Kurve der Joker-Fans auf, drehte Pirouetten auf dem Eis und ließ sich vom Kaufbeurer Anhang feiern. Zuvor hatten die Joker mit dem 3:2-Sieg gegen die Bietigheim Steelers auch das zweite Spiel in den Pre-Play-offs der DEL2 gewonnen und Schmidle hatte die zwischenzeitliche 2:1-Führung erzielt.

Aber der Feiertag begann für den 35-Jährigen schon früher. Vor der Partie wurde der Stürmer für 500 Pflichtspiele im Trikot des ESVK geehrt. Den Jubiläumseinsatz hatte Schmidle beim letzten Hauptrundenspiel in Bad Nauheim. Inzwischen steht Schmidle bei 502 Spielen für die Joker, in denen er auf 301 Scorerpunkte kommt. Die Zuschauer feierten den Routinier mit einer „Superman“-Choreografie und dem Schriftzug „Danke Schmido“. „Dieses Drehbuch hätte man nicht besser schreiben können“, sagte Schmidle. „Das war auf jeden Fall ein Spiel, das mir für immer in Erinnerung bleibt – ein sehr schöner Moment und eine tolle Geste der Fans.“

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Zwei Mal schlugen die Joker, bei denen Philipp De Paly und Alexander Thiel nach ihren Verletzungspausen wieder aufliefen, in der Schlussphase zu und beendeten so die Saison der Steelers. „Ich fand es saustark. Bietigheim hat ein gutes Team, aber wir haben als Mannschaft super dagegengehalten“, sagt Schmidle. „Die beiden Treffer waren zwar spät, aber ich denke, wir sind verdient weitergekommen.“ Im Viertelfinale treffen die Joker nun auf die Kassel Huskies, die die DEL2-Hauptrunde auf dem zweiten Platz beendet und ein freies Wochenende hinter sich haben.

Derweil ist der Coronavirus auch bei den DEL2-Verantwortlichen Thema. Nach derzeitigem Stand finden die Viertelfinal-Play-offs aber wie geplant statt. Spiel eins steht für die Joker am Freitag (19.30 Uhr) in Kassel an, am Sonntag (17 Uhr) sind die Huskies dann in Kaufbeuren zu Gast. (gig)

ECDC Memmingen

„Aus-wärts-sieg! Aus-wärts-sieg!“ Das brüllten die Anhänger des ECDC Memmingen am Sonntagabend in ihrer eigenen Fankurve am Hühnerberg. Doch warum forderten sie lautstark einen Erfolg für die Gäste? Verrückte (Corona-)Zeiten, verrückte Spiele: Das letzte Spiel in der Meisterrunde der Eishockey-Oberliga zwischen den Memminger Indians und dem EV Füssen ist am Wochenende kurzerhand vom Ostallgäu in die Maustadt verlegt worden (die MZ berichtete).

Und so kam es, dass die Indians in eigener Halle zu Gast waren. Sie liefen in ihren weißen Auswärtstrikots auf, auf der Videowall wird die Partie EV Füssen gegen Indians Memmingen angezeigt. Womöglich kamen die Indians mit ihrer Rolle als Gast im eigenen Haus nicht zurecht. Vielleicht lag es auch daran, was ECDC-Trainer Sergej Waßmiller bei der Pressekonferenz nach der Partie feststellte: „Wir waren verkrampft. Denn wir wollten unbedingt gewinnen.“

Es geschah nämlich das, was auf gar keinen Fall passieren sollte: Die Memminger Indians, die seit Anfang Dezember ununterbrochen Tabellenführer der Eishockey-Oberliga Süd sind, stolperten kurz vor dem Ziel, verloren gegen den EV Füssen in einem flotten, durchaus umkämpften Spiel durch einen Treffer in der 57. Minute mit 2:3, rutschten am allerletzten Spieltag auf Platz zwei und mussten die Eisbären aus Regensburg noch vorbeiziehen lassen. In den Play-offs stehen die Memminger trotzdem. Dort geht es ab Freitag gegen die Saale Bulls aus Halle. (maj)

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