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Poloturnier in Salgen

29.04.2015

Vom Sattel aus zielen

Beim ersten Polo-Turnier in diesem Jahr wurde beim Polo-Club Campidona in Salgen eifrig der Schläger geschwungen.
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Beim ersten Polo-Turnier in diesem Jahr wurde beim Polo-Club Campidona in Salgen eifrig der Schläger geschwungen.
Bild: Ulla Gutmann

Bei der Saisoneröffnung in Salgen gewinnt ein Profi-Spieler das Turnier des noch jungen Polo-Clubs.

Schon nach dem ersten Spielabschnitt ist man als Zuschauer etwas überrascht: Reichen sechseinhalb Minuten tatsächlich aus, um einen Reiter und sein Pferd derart ins Schwitzen zu bekommen? Offensichtlich ja, denn Polo ist ein extrem schneller Sport, äußerst anstrengend für Mensch und Tier.

Das sah man deutlich beim ersten Poloturnier des Campidona Polo Club Salgen in diesem Jahr: Die Spieler waren nach jedem einzelnen der sechs Spielabschnitte, der sogenannten Chukker, verschwitzt, die Pferde dampften nach dem Abnehmen des Sattels regelrecht. Der „Saison-Opener“ fand am Ende auch einen würdigen Sieger: Polo-Profi Micky Keuper, einer der besten Polo-Spieler Deutschlands, gewann mit Teampartnerin Christina Schmöe als „Team Oberpfalz“ das Turnier und wurde so seiner Favoritenrolle gerecht. Denn als Polospieler, -trainer und -schiedsrichter lebt er vom Polosport. Er betreibt den Sport schon von Kindesbeinen an: „Ich habe Polo schon als Kind von meinem Vater gelernt. Er war auch Polospieler. Er lernte das Spiel von Engländern, die nach dem 2. Weltkrieg noch in Deutschland stationiert waren“, sagte Keuper.

Neben dem „Team Oberpfalz“ waren noch zwei weitere Mannschaften angetreten. Die Gastgeber um Christoph van Eupen und Bastian Hauke vom Campidona Polo Club Salgen und Georg Ulrich mit Tochter Katrin aus Leutkirch. Georg Ulrich war der älteste Polospieler beim Turnier und spielt erst seit sechs Jahren Polo. „Geritten bin ich aber schon mein ganzes Leben,“ erzählte er. Früher war er im Vielseitigkeitspferdesport, dem sogenannten „Military“, aktiv. Eigentlich hätten es vier Mannschaften sein sollen, doch das Team aus Landsberg hatte Probleme bei der Anreise. Für die verbliebenen drei Zweier-Mannschaften ging es dann an zwei Tagen in der Halle und im Freien um Punkte. Dafür brauchte es aber die richtige Vorbereitung: Die Pferde werden beim Spiel an den Beinen mit Bandagen und darüber mit Gamaschen geschützt. Der Schwanz wird geflochten, die Mähne wird geschnitten, um eine bessere Sicht für Mensch und Tier zu ermöglichen und um zu verhindern, dass sich der Holzschläger in den langen Haaren beim Spiel verheddert. Apropos Pferde: Auch hier gibt es Besonderheiten. So braucht ein Polospieler auch mindestens zwei Pferde, ambitionierte Profispieler haben sogar bis zu acht Pferde, die dann ausgetauscht werden können, um die Tiere zu schonen und die größtmögliche „Pferdestärke“ zur Verfügung zu haben. Gute Poloponys kommen aus Argentinien, das Stockmaß beträgt durchschnittlich 1,56 Meter. Die Ponys sind muskulös, sehr schnell und wendig und wenig schreckhaft. Gute Poloponys rennen von sich aus hinter dem Ball her und es macht ihnen nichts aus, wenn sie den Ball einmal an die Nase bekommen. Einer, der sich damit besonders gut auskennt, ist Christoph van Eupen, der in Salgen wohnt und aktives Mitglied beim Campidona Polo Club ist. Er bezieht Pferde direkt aus Argentinien von Reitbahnen und verkauft sie in Deutschland.

Und doch erzielt der Reiter am Ende die Punkte. „Ein guter Polospieler kann nicht nur sehr gut reiten, er muss die Balance auf dem Pferd auch in extremen Situationen halten können, wenn er mit dem Schläger den Ball anstößt. Und er muss die Schwungtechnik beherrschen, mit der der Ball an den gewünschten Platz befördert wird,“ sagt Christoph van Eupen. Diese Schwungtechnik, wenn auch nur im Stehen, konnten einige Zuschauer a Rande des Turniers ausprobieren. Wer die meisten Bälle ins Tor schlug, gewann eine Schnupperstunde Polounterricht. Dabei war Michael Lochbrunner aus Kammlach der Beste.

In Salgen wird jetzt übrigens auch Polounterricht erteilt, von Profispieler Carlos Velasces, bekannt unter dem Namen „Calito“, wohnhaft am Chiemsee. In der Reitschule in Salgen werden hauptsächlich Kinder, schon ab zehn Jahren, aber auch Erwachsene, die allerdings schon gut reiten sollten, unterrichtet.

Das nächste Turnier in Salgen findet am 30. und 31. Mai im Reitzentrum Salgen, Waldstraße 12, statt.

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