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05.02.2015

500 Jahre in zwölf Monaten

Historisch: Diese Darstellung der Heimsuchung Mariens gehörte einst zum Hochaltar der Wengenkirche. Dieser wird im Ulmer Museum rekonstruiert.
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Historisch: Diese Darstellung der Heimsuchung Mariens gehörte einst zum Hochaltar der Wengenkirche. Dieser wird im Ulmer Museum rekonstruiert.

Das Ulmer Museum zeigt 2015 ein Meisterwerk der Spätgotik und die leuchtenden Farben des Künstlers Heinz Mack. Die Triennale Ulmer Kunst wechselt die Straßenseite

Alle blicken dieses Jahr auf das Münster. Nur im Ulmer Museum ist ein Kunstwerk aus einer anderen Ulmer Kirche der Star des Ausstellungsjahrs: „Jerusalem in Ulm“ ist der Titel einer Präsentation rund um den Flügelaltar aus St. Michael zu den Wengen. Ein Blick zurück in die Kunstgeschichte, der monumentale Dimensionen annimmt: Denn die Rekonstruktion des 1803 demontierten Altars ist so groß, dass sie nur im Lichthof Platz findet. Doch auch wenn es sonst auch eine Nummer kleiner geht: Das Ulmer Museum spannt auch 2015 wieder einen Bogen von der Urgeschichte bis zur Gegenwartskunst – mit einigen Neuerungen. Bei einem Pressegespräch stellten Leiterin Gabriele Holthuis und die Kuratoren das Jahresprogramm vor.

Die Wengen-Altar-Schau (8. März bis 12. Juli) knüpft an die Reihe der Spätgotik-Ausstellungen des Hauses an, legt den Fokus aber diesmal nicht auf die Bildschnitzerei, sondern auf die Malerei der „Ulmer Schule“, wie Kuratorin Eva Leistenschneider erklärt: „An diesem Altar können wir exemplarisch die Bedeutung der Ulmer Spätgotik zeigen.“ Bei der Ausstellung sind die erhaltenen 26 Bildfelder erstmals seit der Zerstörung wieder an einem Ort zu sehen. Mit der zweiten großen Ausstellung des Jahres 500 Jahre nach vorn: „Das Licht meiner Farben“ (11. September bis 10. Januar) widmet sich dem Werk des „Zero“-Künstlers Heinz Mack von 1959 bis heute.

Eine Premiere bietet die Triennale Ulmer Kunst (24. Juli bis 20. September): Bei ihrer 21. Auflage findet diese erstmals in der Kunsthalle Weishaupt statt. Der Wechsel kam Museumsleiterin Gabriele Holthuis zufolge auf Anregung des Museums zustande. „Wir sind glücklich, dass die gesamte Familie Weishaupt mit großer Freude zugestimmt hat.“ Die Triennale, die unter dem Motto „On top“ steht, ist ein gemeinsames Projekt von Museum, Kunstverein, Künstlergilde und Künstlerhaus. Noch bis 8. Mai können Künstler aus der Region Arbeiten einreichen.

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Die Abteilung Archäologie schaltet nach dem aufregenden Jahr mit der „Rückkehr des Löwenmenschen“ einen Gang zurück. Kurator Kurt Wehrberger aktualisiert die Studioausstellung über die Rezeption der Eiszeitfigur und verpasst ihr augenzwinkernd einen neuen Titel: Aus „Den kennt doch keiner!“ wird „Den kennt doch jeder!“. Das HfG-Archiv auf dem Kuhberg, ebenfalls eine Abteilung des Museums, erzählt nach der aktuellen Ausstellung über den Münchner Architekten Werner Wirsing (bis 22. März) von 100 Jahren Industriedesign. „12 Gegenstände“ (10. April bis 25. Oktober) zeigt Entwürfe, die das Leben der Menschen veränderten, unter anderem die Tupperware oder – am Ende der Reihe – der iPod.

Jenseits der Ausstellungen blicken Museumsleiterin Holthuis und ihr Team vor allem auf den Ulmer Gemeinderat, der voraussichtlich im April über die Machbarkeitsstudie zur Neugestaltung des Museums beraten wird (wir berichteten). Daneben werden 2015 begonnene Projekte fortgeführt: Bei „Wir bringen die Kunst zu Ihnen!“ besuchen Museumsmitarbeiter Seniorenheime, den „Internationalen Tag“ wird es im Oktober wieder geben. Neu ist laut Museumssprecherin Antonia Buning ein Inklusionsprojekt für Schüler mit und ohne Behinderung, das im Februar starten soll.

Um zum Schluss keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ganz ohne Münster geht es 2015 auch im Ulmer Museum nicht. Am 21. Juli zieht eine großformatige, von 21 Künstlern aus Ulm und Köln gestaltete Collage des Gotteshauses in den Lichthof. Die soll 4,2 Meter hoch werden – und damit die 2,60 Meter hohe Nachbildung des Wengen-Altars deutlich überragen.

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