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Städtebau

02.12.2011

Beate Merk will Konzertsaal erhalten

Das Konzertsaal-Gebäude.
Bild: Foto: ori

Ministerin: „So ein Kleinod sollte nicht so einfach abgerissen werden“. Historischer Verein ist „alarmiert“

Neu-Ulm Der Verkauf und der offenbar geplante Abriss des Neu-Ulmer Konzertsaal-Gebäudes schlägt Wellen. „Mir hat das Herz geblutet, als ich davon gehört habe“, sagt Beate Merk. Die bayerische Staatsministerin für Justiz und Verbraucherschutz und frühere Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin hält das 1902 gebaute Haus für ein „Kleinod, das nicht so einfach abgerissen werden sollte“. Sie hoffe, dass alle Versuche unternommen würden, das traditionsreiche Objekt zu erhalten, sagte Merk im Gespräch mit unserer Zeitung. Neu-Ulm sei nicht eben reich an geschichtsträchtiger Bausubstanz. Der Konzertsaal aber sei „einzigartig“ und für viele Neu-Ulmer mit schönen Erinnerungen verbunden. „Man muss darum kämpfen“, so die CSU-Politikerin. Merk verweist auf das frühere Feuerwehr-Requisitenhaus, in dem sich heute die städtische Musikschule befindet: „Eine solche Renovierung könnte beim Konzertsaal ebenfalls gelingen. Auch Ulrich Seitz, Vorsitzender des historischen Vereins Neu-Ulm, ist von den Nachrichten über einen möglichen Abriss des Konzertsaals alarmiert: „Das Gebäude hat in der Stadtgeschichte große Bedeutung als erstes Kulturzentrum Neu-Ulms.“ Der SPD-Stadtrat weiter: „Deshalb sollten wir uns um den Erhalt bemühen, auch wenn dies schwierig sein wird.“

Theatermacher sieht sich als Opfer in Spekulationsgeschäft

Der Sendener Makler Sebastian Hirn, der die neue Eigentümerin des Gebäudes, die Immobilienfirma Kunze aus Langenau vertritt, hatte, wie berichtet, davon gesprochen, dass es wohl keine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zu einem Abriss gebe. Dem widerspricht Heinz Koch vom AuGuS-Theater, das auf der Bühne im Konzertsaal spielt. „Das ist nicht haltbar, es kann keine Rede davon sein, dass hier irgendetwas einsturzgefährdet ist.“ Koch fühlt sich als Opfer in einem Spekulationsgeschäft: „Jahrelang haben wir nur Geld in die Bühne investiert und wurden vertröstet, dass bald renoviert wird. Geschehen ist nichts.“ Koch vermutet, dass die neuen Eigentümer die Immobilie mit Blick auf die in der Nachbarschaft geplante Luxus-Bebauung erworben haben. Mit Abriss und Neubau sei da mehr zu verdienen, als mit einer Renovierung. Die hält auch Koch für möglich.

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Die Aussage, das Haus sei einsturzgefährdet, sei unverantwortlich, so würden Theatergäste abgeschreckt, sagt Koch. Wenn alles so marode sei, sehe er nicht ein, warum er die volle Miete bezahlen müsse.

Am heutigen Freitag soll im Neu-Ulmer Rathaus ein Gespräch zwischen Oberbürgermeister und Stadtplanung mit den neuen Eigentümern stattfinden.

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