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Jubiläum

27.04.2015

Bildung am Morgen – Baseball am Nachmittag

Die International School in Neu-Ulm wird zehn Jahre alt. Die Schüler kommen aus aller Welt und meist aus gutem Hause

Gegenüber ihrer Gründung vor zehn Jahren hat die Internationale Schule Ulm/ Neu-Ulm ihre Schülerzahl vervierfacht: Etwa 200 Schüler aus dem Einzugsgebiet zwischen Heidenheim, Günzburg und Biberach besuchen die englischsprachige Privatschule an der Neu-Ulmer Schwabenstraße, die unter freier, nicht-staatlicher Trägerschaft steht, staatlich genehmigt ist und nach dem Lehrplan und den Prinzipien der „International Baccalaureate Organization“ unterrichtet. Beim Festakt zum Geburtstag referierte nun unter anderem der langjährige ehemalige Leiter des Internats Schloss Salem, Bernhard Bueb, in der Schule.

Bueb, viel diskutierter Autor der Streitschrift „Lob der Disziplin“, ging mit der deutschen Bildungspolitik und den Umständen der Einführung der Ganztagesschulen hart ins Gericht. „Die Deutschen führen den ganzen Tag Schule ein, und das ist das Schlimmste, was man machen kann“, so Bueb. Eine Ganztagesschule mit nach eigener Aussage rigorosem akademischen Lehrplan ist auch die International School Ulm/Neu-Ulm: Allerdings finden trotz Unterricht von acht Uhr bis 15.30 Uhr (freitags bis 14 Uhr) auch in den Klassenstufen 6 bis 12 täglich nur sechs Unterrichtseinheiten (freitags fünf) statt. Zusätzlich gibt es während der Betreuungszeiten Jazz, Baseball, Musik, Schwimmen oder Experimentier-Clubs. Der Unterricht findet in englischer, teilweise auch in deutscher, französischer oder spanischer Sprache statt.

Die Eltern ihrer Schüler sind begeistert von der International School, erzählt Karma Rodriguez, Leiterin der Grundschul-Stufe. Knapp 60 Prozent ihrer Schüler haben einen aus dem Ausland stammenden und einen deutschen Elternteil, circa 40 Prozent der Schülereltern sind sogenannte „Expatriates“, Fachkräfte international tätiger Unternehmen, die vorübergehend in eine deutsche Zweigstelle der Firma entsandt sind.

Heike Merkle, die an der International School Sport unterrichtet und sich um die Kleinsten, die Drei- bis Sechsjährigen im Kindergarten, kümmert, betont die Unterschiede zu gewöhnlichen Bildungseinrichtungen. „Aufgrund der gelebten Multinationalität gehen die Schüler anders miteinander um als an staatlichen Schulen.“ Mehr Respekt und mehr Zusammenhalt untereinander als an staatlichen Schulen nimmt sie bei den Kindern und Jugendlichen wahr. Als besonders positiv empfindet sie die Möglichkeit, dass mit dem Lehrplan freier umgegangen werden kann als an staatlichen Schulen. „Man kann ihn abwandeln, denn es geht ja darum, zu lernen, worauf es im wahren Leben ankommt“, sagt Merkle. „Was erwartet die Gesellschaft von den Kindern? Darauf müssen sie vorbereitet sein.“

So positiv die Lehrerin die International School erlebt – ihr eigener Sohn besucht eine andere Schule. „Ich bin alleinerziehend“, sagt die Lehrerin. „Ich kann mir das Schulgeld schlicht nicht leisten.“ (köd)

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