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Bus, Tram oder Seilbahn: Neu-Ulm muss sich entscheiden

Kommentar Von Michael Ruddigkeit
27.11.2020

Plus Dass Neu-Ulm den öffentlichen Nahverkehr ausbauen will, ist gut. Doch irgendwann muss der Stadtrat mal entscheiden, in welche Richtung es gehen soll.

In der Memminger Straße in Neu-Ulm besteht Handlungsbedarf. Die wichtige Verkehrsachse ist schon jetzt teilweise überlastet. Und weil Neu-Ulm im Süden besonders stark wächst, wird der Verkehr weiter zunehmen.

Mehr Autos werden in Zukunft auf der Memminger Straße unterwegs sein. Umso wichtiger ist, dass die Stadt den öffentlichen Nahverkehr dort konsequent fördern will. Eine „Nullvariante“, also einfach alles so zu lassen, wie es ist, ist keine Lösung – egal, was in einer möglichen Grundsatzuntersuchung zur Neu-Ulmer Südachse heraus kommt. Es muss das erklärte politische Ziel sein, den ÖPNV zu stärken und den Bürgern eine Alternative zur Fahrt mit dem Auto in ständig verstopften Straßen zu bieten.

Machbarkeitsstudien zur Seilbahn und zur Straßenbahn sind noch in Arbeit

Offen ist allerdings die Frage, auf welches Verkehrsmittel die Stadt künftig setzt. Ein echtes Schnellbussystem ist laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme nicht für Neu-Ulm geeignet. Teile eines solchen Konzepts könnten auf der Memminger Straße aber durchaus umgesetzt werden. Alternativen wären eine Straßenbahnlinie oder eine Seilbahn. Zu beiden Möglichkeiten laufen derzeit Machbarkeitsstudien. Erste Zwischenergebnisse sollen in Kürze vorliegen.

Auch in Ulm gibt es Fürsprecher einer Straßenbahn nach Neu-Ulm

Während bei der Seilbahn auch eine reine Ulmer Lösung denkbar ist – nämlich eine Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Wilhelmsburg – ist der Ausbau der Straßenbahn nur städteübergreifend sinnvoll, und zwar von Ulm nach Ludwigsfeld. Die Grünen, stärkste Fraktion im Ulmer Gemeinderat, setzen sich seit Jahren dafür ein. In Neu-Ulm sind die Pläne für den Bau einer Straßenbahn vor acht Jahren ad acta gelegt worden, weil die Stadt das Vorhaben für nicht finanzierbar hielt. Und natürlich gilt auch heute: Die Tram muss bezahlbar sein und sich rechnen. Doch die Gelegenheit scheint günstig. Der Bund hat die Fördermittel für den Ausbau des ÖPNV für die nächsten Jahre erheblich aufgestockt. Im Neu-Ulmer Süden entstehen Hunderte neue Wohnungen, das neue Lessinggymnasium und der Gewerbecampus mit 700 Arbeitsplätzen. Wenn sich dort eine Straßenbahn nicht lohnt, dann nirgendwo.

Egal, ob Bus, Tram oder Seilbahn: Der Neu-Ulmer Stadtrat muss irgendwann entscheiden, wohin die Reise im Nahverkehr gehen soll. Denn daran hängen noch etliche weitere Projekte, etwa der Umbau des Allgäuer Rings, über den seit Jahren diskutiert wird.

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