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Der Ärger um den Barfüßer-Abriss

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Kommentar Von Ronald Hinzpeter
31.05.2019

Angesichts der neuen Barfüßerpläne kommt offenbar bei vielen Menschen keine Freude auf

Es war eigentlich zu erwarten, dass dieser Bau nicht jedem gefällt. Kaum sind die Pläne für den neuen Barfüßer am Neu-Ulmer Donauufer veröffentlicht, regt sich Ärger in den sozialen Medien. Die Kommentare auf der Facebook-Seite unserer Redaktion sind eindeutig. Hier eine kleine Auswahl der Bemerkungen: „noch so ein potthässliches Teil mehr in Neu-Ulm“, „Schrott, schlechte Idee, unnötig“, „noch so ein Einheitsbetonklotz an der Donau“, „einfach nur gesichtslos“ und eine Nutzerin hat drei Smileys gepostet, die sich erbrechen. Mittlerweile wurde sogar eine Petition gestartet, um den Abriss des alten Offizierskasinos zu verhindern, in dem der Barfüßer derzeit untergebracht ist. Sie hatte am Freitagnachmittag allerdings erst 13 Unterstützer.

Verliert der Barfüßer-Biergarten seinen Charme?

In der Tat ist dies Bauvorhaben ziemlich gewöhnungsbedürftig, denn wo seit 81 Jahren ein flaches Gebäude steht, würde dann ein wuchtiger grauer Quader sieben Stockwerke in die Höhe ragen. Der Biergarten bliebe ebenfalls nicht angetastet, denn die hohen, offenbar bereits angeschlagenen Bäume müssten weichen. Damit verlöre der Biergarten erst mal seinen gewachsenen Charakter und das gesamte Barfüßer-Ensemble seinen angestammten Charme. Ob sich das allerdings so auswirken würde, dass die Biertrinker künftig anderswo im Sommer ihre Kehlen kühlen, kann heute niemand sagen. Doch bisher hat es der Erfolgsgastronom Ebbo Riedmüller stets geschafft, die Menschen in seine Barfüßer-Lokale zu locken.

Der alte Barfüßer-Bau sieht ganz manierlich aus

Was den bestehenden Bau aus dem Jahr 1938 betrifft, so sieht er für Naziarchitektur eigentlich ganz manierlich aus. Er gibt Zeugnis von der militärisch geprägten Geschichte der Stadt Neu-Ulm. Ob er wirklich erhaltenswert ist, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls ist er nicht so wertvoll, dass er mit Millionenaufwand saniert werden müsste – um dann möglicherweise leer zu stehen, weil er sich in seinem baulichen Zuschnitt offenbar nicht ordentlich bewirtschaften lässt. Das wäre die schlechteste aller Lösungen. Wenn schon jemand wie Riedmüller offenbar seine Probleme hat, mit den Gegebenheiten zurechtzukommen, dürften andere, die ein weniger gutes Konzept verfolgen als das der Barfüßer-Hausbrauerei, größere Schwierigkeiten haben.

Es spricht manches für den Abriss, aber nicht alles. Es bleibt ein ungutes Gefühl bei der Vorstellung, dass dort künftig ein wuchtiger Hotelbau stehen soll.

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