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Der Wind bei Wieland in Ulm und Vöhringen dreht sich

Der Wind bei Wieland in Ulm und Vöhringen dreht sich
Kommentar Von Oliver Helmstädter
03.07.2020

Plus Vor 200 Jahren wurde Wieland gegründet. Von früherer Heimeligkeit ist in einem Unternehmen, das auf Globalisierung setzt, nur noch wenig zu spüren.

Für Vöhringen ist Wieland mehr als eine Firma. Das vor 200 Jahren gegründete Unternehmen dominiert die Stadt, wenn es Wieland gut geht, geht es Vöhringen gut. Und umgekehrt. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass auch der 250. Geburtstag in der Region groß gefeiert wird. Der Stoff, aus dem der Wohlstand ist – Kupfer – gilt als einer der Treiber großer Innovationen. Ohne Kupfer sind viele Technologien in der Mobilität, Kommunikation, Energietransport oder Klimasteuerung undenkbar. Das war im 20. Jahrhundert so. Im 21. Jahrhundert wird diese Bedeutung noch um ein Vielfaches zunehmen.

Mit Verve treibt Erwin Mayr die Entwicklung voran. Seitdem der Mann, auf dessen Profilbild bei WhatsApp „Jeden Tag ein bisschen besser“ stehen soll, Harald Kroener vor drei Jahren als Vorstandsvorsitzenden ablöste, hat sich der Wind bei Wieland aber gedreht. Vorbei ist es mit schwäbischer Beschaulichkeit, wie immer wieder aus der Mitarbeiterschaft zu hören ist.

Der Expansionskurs ist das äußere Zeichen dafür: Mit der Übernahme der US-amerikanischen „Global Brass and Copper Holdings“ und einem Teil von Arubis beschreitet Wieland große Schritte einer atemberaubenden Globalisierungsstrategie. Die Aktionärstreffen erinnern zwar immer noch an Familienfeste, doch die Vorstellungen des „neuen Niveaus“, auf das Mayr das Unternehmen nach eigenem Bekunden heben will, lösen auch Verunsicherungen in der Belegschaft aus. Diese besteht in der Region aus über 3300 Menschen, die nicht nach Tarif bezahlt werden. Wie Gewerkschaftsvertreter zwar lobend erwähnen, richteten sich die Arbeitsverträge grob nach den Abschlüssen der IG Metall – doch zahlreiche Abweichungen seien nicht zum Vorteil der Arbeitnehmer.

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Die regionale Belegschaft macht nur noch einen Drittel sämtlicher Mitarbeiter der weltweit tätigen Gruppe aus. Das ist ein Ergebnis eines unglaublichen Aufstiegs einer Glockengießerei zu einem großen Spieler der Globalisierung – mit allen Vor- und Nachteilen.

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