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Tunnelbau

16.03.2015

Die ICE-Riesen-Baustelle nähert sich der Ulmer Innenstadt

Die Baustelle für den Bahntunnel zwischen Dornstadt und Ulm nähert sich dem Lehrer Tal. Dieses Luftbild zeigt das Areal zwischen B10 und Lehrer-Tal-Weg.
Bild: Arnim Kilgus, Bahnprojekt Stuttgart-Ulm

Die Arbeiten am Tunnel für die ICE-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm erreichen die Siedlung im Lehrer Tal. Mit nächtlichen Sprengungen an der Strecke soll deshalb erst mal Schluss sein.

Vor einem Dreivierteljahr legten die Bergleute bei Dornstadt los. Seither gruben sie sich mit Spezialbaggern und anderem schweren Gerät mehrere Tausend Meter weit durch die Erde. Die Arbeiten am Albabstiegstunnel auf der ICE-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm kommen unübersehbar voran. Zwischen B10 und Lehrer-Tal-Weg wächst die Riesenbaustelle Tag für Tag. Jetzt erreicht die Bahntochter DB Projekt Stuttgart-Ulm die Siedlung im Lehrer Tal. Hier geht es unter den Wohnhäusern durch. Deshalb ist besonders behutsames Vorgehen gefordert.

Keine Sprengungen nach 22 Uhr

„Wir verzichten ab sofort auf Sprengungen in der Zeit von 22 bis 6 Uhr, um die Nachtruhe der Anwohner im Lehrer Tal zu wahren“, erklärte DB-Projektleiter Stefan Kielbassa. Beim Tunnelvortrieb, der sich bisher auf die Siedlung zu bewegt habe, hätten einige Anwohner die spürbaren Erschütterungen als unangenehm empfunden, was stark von der lokalen Geologie und auch von der Konstruktion des Gebäudes abhänge, in dem man sich befinde. „Wir nehmen das sehr ernst und führen regelmäßige Gespräche mit den Betroffenen“, so Kielbassa.

Die betroffenen Häuser sind mit Erschütterungsmessgeräten ausgestattet, die Messwerte rund um die Uhr aufzeichnen. Die registrierten Messungen unterschreiten laut Bahn bisher vorgegeben Werte deutlich. Nach der Unterfahrung des Lehrer Tals wird dann der uneingeschränkte Vortrieb Richtung Ulm wieder aufgenommen. Die Bagger buddeln sich also Richtung Hauptbahnhof.

Mit dem gesamten Arbeitsfortschritt am Tunnel zeigte sich der Projektleiter zufrieden. Seit Beginn der Arbeiten seien insgesamt 3300 Tunnelmeter für die beiden Röhren vorgetrieben worden. „Wir haben einen ausreichenden Zeitpuffer im Terminplan“, erläuterte Stefan Kielbassa. Die gesamte Neubaustrecke soll 2021 fertig sein, der Albabstiegstunnel bereits 2018.

Der Tunnel verläuft unterhalb der Rommelkaserne, führt südwestlich an Lehr vorbei und unter dem Lehrer Tal durch bis zu den Gleisanlagen des Ulmer Hauptbahnhofs. Er ist 5,9 Kilometer lang. Vom Nordportal bei Dornstadt bis zum Südportal in Ulm überwindet die Strecke einen Höhenunterschied von 95 Metern.

Kosten von rund 250 Millionen veranschlagt

Neben den Vortriebsarbeiten bei Dornstadt Richtung Ulm hat die Bahn im Lehrer Tal einen 390 Meter langen Zugangsstollen gebaut, von dem aus die Arbeiten in beide Richtungen vorangetrieben werden. Im Norden des Ulmer Bahnhofs ist inzwischen die Baugrube für das Portalbauwerk fertig. Als nächstes wird darin ein Stahlbetonrahmen-Bauwerk erstellt. 23 Meter über der Grube befindet sich das Besucherzentrum des Bahnprojekts mit einer Ausstellungsfläche von 100 Quadratmetern. Mit der Herstellung des Tunnels ist eine Arbeitsgemeinschaft unter Federführung der Züblin AG in Stuttgart beauftragt worden. Die Kosten belaufen sich der bisherigen Planung zufolge auf 250 Millionen Euro.

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