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Neu-Ulm

17.11.2019

Die Trends der Hochzeitsmesse in Neu-Ulm

Zwei der Kleider aus der neuen Kollektion: Verspieltes Oberteil, wallender Rock oder eng anliegendes Kleid im Meerjungfrau-Stil.
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Zwei der Kleider aus der neuen Kollektion: Verspieltes Oberteil, wallender Rock oder eng anliegendes Kleid im Meerjungfrau-Stil.

Bei der „Verliebt, verlobt, verheiratet“ in Neu-Ulm gibt es Kleidertrends und regionale Spezialitäten. Das erste Mal sprechen die Veranstalter homosexuelle Paare an.

Draußen vor der Ratiopharm-Arena graut der November im wahrsten Sinn des Wortes. Drinnen schweben Brautpaare gleichsam auf rosafarbenen Luftballonwolken – zumindest in den ersten Stock, wo Ulrike Mandt während der zweitägigen Hochzeitsmesse „Verliebt, verlobt, verheiratet“ diesmal nicht auf Modenschauen zu bestimmten Uhrzeiten setzt. Die Inhaberin der Brautstudios Renger in Ulm und „Wedding & More“ in Nersingen ist Organisatorin der Schau. Ihre Models laufen während der kompletten Messe-Öffnungszeiten mit Brautmode durch einen mandelblütengeschmückten romantischen Bogen, fürs Publikum gibt es dazu Prosecco aus rosafarbenen Bechern.

Vieles ist diesmal anders bei der „Verliebt, verlobt, verheiratet“, die am Wochenende reichlich Publikum angezogen hat. Mandt hat Models ausgewählt, die so sind wie ihre Kundinnen: von ganz schmal bis kräftig oder auch hochschwanger. „Wir haben viele schwangere Bräute“, erzählt die Brautberaterin. In einer Angestellten, die in ein paar Tagen den Termin für die Geburt ihres Babys hat, fand sie ein ideales Model. Muss man unbedingt in einem Kleid in Weiß heiraten? Mehrere Aussteller zeigten auch Modelle für die Braut wie für die Mütter von Bräutigam und Braut in der neuen Trendfarbe Silber. Wer es ganz anders mag: Die Kissinger Brautmodenanbieterin Viktoria Bachmann-Keles hat Hochzeitsmode auch in Schwarz – nur nicht so hochgeschlossen wie sie Urgroßmutter zur Trauung trug, sondern eher verführerisch.

Hochzeit: Paare haben höheres Budget

Da heute häufig später geheiratet wird als früher und so ein höheres Budget für die Feier vorhanden ist, wollen Paare zunehmend das ganz große Event, berichten Aussteller übereinstimmend. Wie das dann jeweils aussieht? Von einem neuen Trend zur schwäbischen Hochzeit berichtet Robert Neumaier vom gleichnamigen Gasthof in Attenhofen: Man feiert gern regional, braut vorher sein eigenes Bier, das die Gäste in Flaschen mit selbst gestaltetem Etikett mit nach Hause nehmen können – und kann das Braurezept zur Taufe des ersten Kindes oder zur Silberhochzeit wieder aufleben lassen. Auf dem Menüvorschlag des Finninger Hotel-Restaurants Hirsch findet sich ebenfalls Schwäbisch-Hochwertiges: Man kann ein Hochzeitsmenü ganz regional mit Senfrahmsüppchen und Brezencroutons beginnen und mit Marillen-Topfenknödeln enden lassen.

Ganz auf den Kunden eingehen – wie das bei Hochzeits(eis)torten klappen kann, zeigt die Familie Preißing vom Aussiedlerhof Märkleshof auf der Alb: Die mehrstöckige Eistorte spiegelt Stationen aus der Liebe des Brautpaares in Schokoladen-Auflegern – das Paar händchenhaltend und verliebt, dann mit Baby, dann den Heiratsantrag. Die Krönung auf der Torte: das Brautpaar mit seinen beiden Kindern.

Musiker spielen den Besuchern im Foyer vor

Tatsächlich: Viele der Paare, die auf der „Verliebt, verlobt, verheiratet“ unterwegs waren, viele der jungen Frauen, die mit Mutter oder Freundin auf Brautkleidsuche waren, hatten bereits mindestens ein Baby dabei. Die Familiengründung ist von der großen Hochzeitsfeier unabhängig geworden. Livemusik und Brauttanz gehören für die meisten Paare in der Ratiopharm-Arena mit zum Fest, weswegen es ein breites Angebot an Hochzeitsmusikern und Tanzschulen gab – und erstmals bei der Messe waren alle Hochzeitsmusiker zusammen im Foyer der Arena anzutreffen und nach einem ausgeklügelten Programm auch zu hören. Jens Blockwitz, Musical-Komponist und Gesangslehrer, war unter seinem Künstlernamen Jerry Fingers ebenso dabei wie Sologitarrist Bernd Haide oder Walter „George“ Heinle, der als „George Wood“ Heavy Metal im Barpiano-Stil servierte. Von Doris Days 50er-Jahre-Hit „Che sera, sera“ über Leonard Cohens omnipräsentes „Hallelujah“ bis zu Black Sabbath – dem Geschmack des Brautpaares sind keine Grenzen gesetzt.

Spezielle Angebote für „Rainbow Weddings“ – Hochzeiten gleichgeschlechtlicher Paare – gibt es in Deutschland noch kaum. Deshalb haben die Veranstalter der „Verliebt, verlobt, verheiratet“ als Werbung für die Messe Plakatserien gestalten lassen mit verliebten heterosexuellen und homosexuellen Paaren, berichtet Tobias Rocholl vom Veranstalter KaRo Eventwerk.

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