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Schauspiel

12.03.2016

Diese Wiesn bleibt im Gedächtnis

Liebe vorbei, Liebe beginnt? Sidonie von Krosigk, Dan Glazer, Tini Prüfert und Christian Streit in Jasper Brandis’ Inszenierung von „Kasimir und Karoline“.
Bild: Jochen Klenk

Die Besucher loben nach der Premiere von „Kasimir und Karoline“ im Theater Ulm Inszenierung und Bühnenbild

Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und die Ablenkung im Amüsement: Ödön von Horváths Volksstück „Kasimir und Karoline“ bedrängte das Ulmer Premierenpublikum mit seiner doppelbödigen Bildhaftigkeit. Die Premierenbesucher äußerten gegenüber der NUZ viel Zustimmung zur Inszenierung von Jasper Brandis.

Patrick und Anke Drescher aus Langenau verlassen das Große Haus sehr angetan von dem, was sie gesehen haben. „Obwohl mir die erste Hälfte besser gefallen hat als die Zeit nach der Pause“, sagt Anke Drescher. „Anfangs waren die Bilder dichter.“ Das sehr reduzierte Bühnenbild sprach das Paar an. „Die Schauspieler haben großartig gespielt und diesmal auch wirklich Sprachkultur gepflegt.“ Die Inszenierung komme teilweise recht surreal daher. Man verlasse das Theater aber – anders als manchmal bei Horváth-Stücken – nicht deprimiert.

Dem Neu-Ulmer Gerhard Dieterich gefällt Brandis’ Inszenierung „sehr gut“. „Das Stück regt zum Nachdenken an. Ähnliche oder gleiche Erlebnisse hatte ich auch schon; sie passieren in fast jedem Menschenleben.“ Deshalb nehme man auf jeden Fall etwas aus dem Stück mit. „Daneben ist die Inszenierung tatsächlich aber auch unterhaltsam, und es wird wirklich verständlich gesprochen, was ich toll finde.“

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Heinz Maier aus Ulm gibt der Inszenierung sogar die Bewertung „hervorragend“. „Man muss sich im Klaren sein: Auch wenn man sich mit dem Stück auf dem Oktoberfest befindet, ist es alles andere als ein Klamauk.“ Es sei vor allem die Perspektivlosigkeit derer, die den Halt in der Gesellschaft verloren haben oder ihn nie fanden, die auf der Bühne gezeigt wird. „Und das ist sehr gelungen“, lobt Maier. „Diese Perspektivlosigkeit erreicht die Gefühle und spricht einen direkt an.“

Er sei kein Liebhaber der Stücke Ödön von Horváths, gibt der Ulmer Roland Eichhorn unumwunden zu. „Deshalb bin ich heute Abend positiv überrascht. Die Inszenierung war wirklich gut.“ Jasper Brandis habe ins Stück so viel hineingepackt, dass wohl jeden Zuschauer etwas angesprochen habe. Er selbst habe sich vor allem an Christel Mayr in der Rolle des Ausrufers gefreut. „Vor einigen Jahren war es ja so, dass ihr Akkordeon zu häufig auf der Bühne war. Jetzt, nach einem gewissen Abstand, war es großartig, sie in dieser Rolle auf dem Oktoberfest mit dem Akkordeon zu erleben.“ Für Eichhorn sind es vor allem die Lied-Passagen, die das Stück sehenswert machen. „Und dass die Schauspieler gut agiert und sauber gesprochen haben.“

Als „Sittengemälde“ versteht das Ulmer Ehepaar Kurt und Renate Ressmann die Inszenierung. „Obwohl die Uraufführung mehr als 80 Jahre her ist: Wir haben uns dabei keinen Moment gelangweilt, denn es war sehr gut gespielt.“ Renate Ressmann lobt vor allem das Bühnenbild Andreas Freichels. „Es ist großartig, weil es der Fantasie die Möglichkeit gibt, dass man sich darin alle Szenen bildlich vorstellen kann.“ Es gebe auch höchst amüsante Momente im Volksstück. „Eine ordentliche Leistung!“ "NUZ-Kritik Feuilleton

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