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Ulm/Neu-Ulm

28.06.2016

Ein Mahl, zehn Länder, 100 Tische

Die Donau wird am Wochenende wieder zur Festbühne.
Bild: Kaya

Eine lange Tafel unter freien Himmel. Wie das Projekt „Geschmack der Donau“ zum Finale des am Freitag beginnenden Donaufests Menschen zusammen bringen will.

In den Zeiten eines krisengezeichneten Europas versucht ein internationaler aufgestellter Verein mithilfe der Hochschule Neu-Ulm, die Idee der europäischen Gemeinschaft aufrecht zu erhalten. Mit der Beteiligung aus elf Donauländern will „Tastes of Danube“ Menschen jeden Alters und vieler verschiedener Ethnien unabhängig von Einkommen und Sprache vereinen. Für sein soziales Engagement erhielt der Verein bereits 2015 den Bürgerschaftspreis des europäischen Parlaments.

Als Bürgerfrühstück unter dem Motto „Brot teilen“ ist es gedacht, was die preisgekrönten Donau-Netzwerker am Sonntag, 10. Juli, dem letzten Tag des 10. Internationalen Donaufests Ulm/Neu-Ulm, veranstalten will. Für die Aktion werden noch Helfer gesucht. Von 10.30 bis 13 Uhr versammelt „Tastes of Danube“ - „Geschmack der Donau“ Bürger aller Altersgruppen aus allen Donauländern an einer langen Tafel unter freien Himmel. Die Tische reihen sich zwischen dem Ulmer Haus der Begegnung über der Herdbrücke als Mittelpunkt bis zum Petrusplatz in Neu-Ulm.

Grundlage dieses Donaubrückenfrühstücks ist das im Oktober vergangenen Jahres gestartete Projekt „Geschmack der Donau: Brot, Wein, Kräuter.“ Die Idee war, durch gemeinschaftliches Brot backen Vorurteile zwischen Ethnien und Länderklischees abzubauen. Der Grundteig des Brotes wurde von Ulm aus an viele Donauländer befördert. Hierzu wurde der Teig in Gläser gefüllt und in den jeweiligen Ländern je nach Kultur und Geschmäckern neu „gefüttert“. Nach Belieben fügten die Menschen neue Kräuter oder landestypische Zutaten hinzu – so entstand ein Freundschaftsband aus Brot, denn Brot verbindet Menschen in vielerlei Hinsicht.

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Passenderweise macht ein durch den interreligiösen Arbeitskreis initiiertes Friedensgebet auf der Herdbrücke den Anfang des Frühstücks, das Christen, Juden und Muslime miteinander verbinden soll. Und zwar im Zeichen der Bitte um „unser tägliches Brot gib uns heute“. Dabei geht es nicht nur um Brot als Nahrungsmittel, sondern auch um das „geistige“ Brot, das für ein friedliches Miteinander so wichtig ist.

Für jede Tischgruppe gibt es einen Paten, der mit unterschiedlichen Broten und selbst gemachten Aufstrichen, Backwaren und Getränken für das leibliche Wohl der jeweiligen Gäste sorgt. Die Teilnahme am Donau- Frühstück ist für die Gäste kostenfrei. Die Donau-Netzwerker starteten im Januar diesen Jahres nach einer dreimonatigen Pilotphase das Projekt „Geschmack der Donau“ an dem sich zivilgesellschaftliche Einrichtungen aus den Bereichen Bildung, Kultur, Soziales und Umwelt, Hochschulen und Schulen aus bisher elf Ländern der Donau-Region beteiligen. Damit möchten sie an den Erfolg des Vorgängerprojekts „Die gewollte Donau“ und der daraus entstandenen großen Motivation der beteiligten Organisationen und Einzelpersonen anknüpfen, das Freundschaftsband entlang der Donau durch gemeinsames Tun zu stärken.

Musik und Tanz umrahmen die Gespräche und laden zum Mitmachen ein. Es gibt Informationsstände und Spiele, die auf kreativer Weise über die Donauländer informieren und die Menschen miteinander in Kontakt bringen, ebenso ein Kinderprogramm.

Im vergangenen Jahr erhielten die Danube-Networkers die Auszeichnung Europa-Lilie für bürgerschaftliches Engagement verliehen. Nun sucht der Verein um Präsidentin Carmen Stadelhofer Gruppen, die als Paten für einen Tisch oder Tische die Funktion übernehmen, in ihrem Umfeld für Brot und Aufstrich zu sorgen und beim Aufbau dieser Bürgertafel behilflich sein wollen, vor allem aber auch bei der Kommunikation mit den Gästen, insbesondere den Gästen aus dem Ausland. Gesucht werden auch Personen, die dazu bereit sind, am Samstag, 9. Juli, zwei bis drei Stunden zusammen mit den Gästen verbringen und dabei ein für uns oder die Gastländer typisches Backwerk backen. Gesucht werden zudem Bäcker, die im Vorfeld die Aktion „Donaubrot“ sowie das Bürgerfrühstück unterstützen wollen. Organisiert, mitgestaltet und kommuniziert wird das Event „Donaubrückenfrühstück“ von 60 Studenten der Hochschule Neu-Ulm unter der Leitung von Professor Markus Caspers. Eingeteilt in sieben Teams startete das Kommunikationsprojekt zu Beginn des Sommersemesters. Um auf das Event aufmerksam zu machen, organisierte beispielsweise die Guerilla Marketing Gruppe eine Aktion „Grüner-Daumen“ und ein Luftballon-Event. (az)

Interessenten können sich bei Carmen Stadelhofer unter Telefon (0731 50 26690 oder per E-Mail (carmen.stadelhofer@uni-ulm.de) melden.

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