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Ulm

16.09.2020

Eine Million Euro wert: Ulmer Zoll findet 20 Kilo Goldbarren in Rucksäcken

Diese Waffen stellten Zöllner des Ulmer Hauptzollamts bei Kontrollen in Dornstadt sicher. Die Beamten fanden außerdem Hundewelpen, Goldbarren, Zigaretten und andere Schmuggelware.
Bild: Thomas Heckmann

Plus Beamte des Hauptzollamts Ulm haben bei den Sonderkontrollen „Rückreise“ etliche Autos gefilzt. Sie fanden Hundewelpen, Drogen und ganz viel andere Schmuggelware.

Gut vier Wochen lang hat der Zoll im Großraum Ulm seine Sonderkontrollen „Rückreise“ durchgeführt und neben knapp einhundert Hundewelpen auch 20 Kilogramm Goldbarren, fast 38.000 unversteuerte Zigaretten sowie verbotene Softair-Waffen, Schlagringe und Drogen gefunden. Die weiteren Ermittlungen in 46 Strafverfahren werden die Beamten noch wochenlang beschäftigen.

Sonderkontrollen an der Autobahnausfahrt Ulm-West

Gegen Ende der Sommerferien hat das Hauptzollamt Ulm gemeinsam mit anderen Dienststellen Sonderkontrollen auf einem ehemaligen Tankstellengelände in der Nähe der Autobahnausfahrt Ulm-West durchgeführt – mit Unterstützung aus Stuttgart, von der Polizei und durch ein Röntgenmobil. Nachts haben zusätzliche Scheinwerfer den Parkplatz fast taghell werden lassen.

Streifenwagen und zivile Zollfahrzeuge haben sich auf Parkplätzen und Einfahrten an A7 und A8 sowie den Bundesstraßen rings um Ulm postiert und sind auch im fließenden Verkehr mitgeschwommen. Mit geschultem Blick haben die Zöllner dabei Ausschau gehalten nach auffälligen Fahrzeugen. Es wurden alle Arten von Fahrzeugen zur Kontrolle gebeten. Das Zollfahrzeug hat dann jeweils überholt und zwischen den Blaulichtern auf Deutsch und Englisch aufgefordert, zur Kontrolle zu folgen.

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Der Kontrollplatz in Dornstadt bietet den Zöllnern ideale Arbeitsbedingungen. Das eingezäunte Gelände unterbindet Fluchtversuche, viel Platz macht coronagerechte Abstände möglich und die hohen Bäume sowie das Tankstellendach haben an den heißen Tagen den Zöllnern Schatten geboten. Die auffällige Ansammlung von Fahrzeugen mit Blaulicht hat aber auch dazu geführt, dass Reisende von sich aus den Parkplatz angesteuert und um einen Corona-Test gebeten haben. Die verblüfften Zöllner konnten die Reisenden dann aber zum rund zehn Kilometer entfernten Parkplatz Kemmental-Ost weiterschicken, an dem tatsächlich eine Corona-Teststation des baden-württembergischen Sozialministeriums eingerichtet ist.

Tasche für Tasche werden die Kofferräume der Autos ausgeräumt

Zu Kontrollzwecken hat der Zoll nicht nur an der Grenze, sondern auch mitten im Land umfangreiche Durchsuchungsrechte. Alle Insassen müssen ihre Ausweise vorlegen und dann das Fahrzeug verlassen. Mit mehreren Metern Abstand dürfen sie dann verfolgen, wie die Zollbeamten systematisch die Fahrzeuge durchsuchen. Nicht nur unter den Fußmatten und in den Türverkleidungen wird gesucht, auch das gesamte Reisegepäck wird durchsucht. So eine Kontrolle dauert dann auch schnell länger als eine halbe Stunde.

Die mit Reisegepäck bis in jede Nische gefüllten Autos und auch die Dachboxen werden Tasche für Tasche ausgeräumt, vieles mit dem Röntgengerät durchleuchtet, selbst die Salatschüssel wird auf ihren Inhalt hin kontrolliert. Mit Handschuhen werden Taschen und Koffer routiniert durchsucht, mit der Taschenlampe leuchten die Zöllner dabei auch mal durch die Duschgel-Flasche hindurch, denn Schmuggler sind sehr kreativ bei der Wahl der Verstecke.

Die Bilanz der aufgefundenen Gegenstände ist umfangreich, auch wenn die Zöllner coronabedingt einen deutlich geringeren Reiseverkehr gegenüber den Vorjahren beobachtet haben. In einem Reserverad waren 5.000 bosnische Zigaretten versteckt, die 25 Stangen wurden beim Röntgen des Rades entdeckt. 820 Euro Steuern wurden vor Ort nacherhoben und für das folgende Strafverfahren mussten 735 Euro Sicherheitsleistung hinterlegt werden.

Zwei Italiener wollten etwa 20 Kilogramm Gold schmuggeln

Vollkommen ohne Tricks durch verstecken wollten zwei Italiener Wertsachen transportieren. Auch innerhalb der EU müssen höhere Geld- und Wertbeträge den Zöllnern angegeben werden, auf die schriftliche Nachfrage hatten die beiden Italiener jedoch nichts angemeldet. In ihren Rucksäcken fanden die Zöllner dann sechs Goldbarren mit einem Gesamtgewicht von rund 20 Kilogramm, den Wert gibt der Zoll mit etwa einer Million Euro an. Ob das Gold aus einem Geldwäsche-Versuch stammt oder warum man 20 Kilo Gold in Rucksäcken transportiert, muss der Zoll nun ermitteln. Das Bußgeld für das Nicht-Angeben der Wertgegenstände beträgt alleine schon 63.000 Euro.

Der Zoll stoppte an der A8 bei Ulm einen Welpentransport. In einem Transporter waren fast 100 Welpen in vergitterten Transportboxen gestapelt.
Bild: Thomas Heckmann

Wellen schlug bereits die Kontrolle eines slowakischen Kleintransporters. 97 Hundewelpen und ein Katzenbaby wurden in dem Fahrzeug transportiert. Über den Zufallsfund berichteten wir bereits ausführlich. 27 Tiere mit vermutlich gefälschten Papieren wurden durch das Amtsgericht beschlagnahmt, sie werden derzeit in zwei Tierheimen gepflegt bis gerichtlich entschieden ist, wie der weitere Lebensweg der Tiere aussehen wird.

Die Zöllner fanden unter anderem 24 Waffen und neun Mal Drogen

Auch die weiteren Funde haben den Zöllnern viel Arbeit bereitet, alleine 75-mal mussten Waren nachversteuert werden, 40-mal wurde Goldschmuck aus der Türkei gefunden. In 26 Fällen hatten Reisende zu viele Zigaretten aus dem Urlaub mitgebracht, 186 Stangen kamen die Raucher teuer zu stehen, da neben dem nachentrichteten Zoll auch noch Geldbußen zu zahlen sind. 24 Waffen wurden bei zwölf Kontrollen gefunden, die Softair-Waffen hatten keine für Deutschland notwendigen Prüfzeichen, daneben hatten Reisende aber auch Schlagringe, Springmesser, Totschläger und Elektroschocker dabei. Diese Waffen wurden vom Zoll sichergestellt. Daneben wurden auch noch neun Mal kleinere Mengen von Drogen oder verschreibungspflichtigen Medikamenten ohne Genehmigung gefunden.

Die Anhaltesignale des Zolls sind wirklich so gemeint, das mussten auch einige Autofahrer in ihrem Geldbeutel spüren. Gleich 13-mal versuchten Fahrer, das Blaulicht und den unmissverständlichen Text „Zoll – bitte folgen“ zu ignorieren. In allen Fällen gelang es aber den Zöllnern, die Fahrzeuge doch noch zu stoppen.

Die Kontrollen des Zolls werden sich in den nächsten Monaten wieder mehr auf den Güterverkehr verlagern, aber auch dann werden die Zöllner immer wieder mit geschultem Blick Reisende im Pkw im Auge behalten und auch an die Kontrollstelle bitten.

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