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22.11.2017

Eine Welt im Kleinen im Möbelhaus

Roland Reisner organisiert die Ausstellung im Erdgeschoss des Möbelhauses. Er und viele weitere Mitglieder des Modellbahnfreunde Senden bauen seit vergangenen Donnerstag die Anlagen auf.
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Roland Reisner organisiert die Ausstellung im Erdgeschoss des Möbelhauses. Er und viele weitere Mitglieder des Modellbahnfreunde Senden bauen seit vergangenen Donnerstag die Anlagen auf.
Bild:  Alexander Kaya

Zum 19. Mal richten die Modellbahnfreunde Senden ihre Schau bei Inhofer aus. Sie erwarten wieder Tausende Besucher – obwohl das Hobby schon bessere Zeiten erlebt hat.

Die ersten Züge stehen schon auf den Gleisen, auch Gebäude, zahllose kleine Figürchen und naturgetreu gestaltete Landschaften lassen sich bereits betrachten. Doch bis die Bahnen fahren und alles in buntem Lichterglanz erstrahlt, sind noch einige Arbeitsstunden nötig. Seit vergangenen Donnerstag sind die Mitglieder der Modellbahnfreunde Senden mit dem Aufbau ihrer diesjährigen Ausstellung bei Mödel Inhofer beschäftigt. Am Freitagmittag wird sie eröffnet.

Seit 19 Jahren richten die Modellbaufans ihre Schau zu Weihnachten aus, zu der wieder Tausende Besucher erwartet werden. Auf 2200 Quadratmetern sind diesmal 32 Anlagen mit Fahrbetrieb sowie 29 Ausstellungsvitrinen und Dioramen zu sehen. Die Modellbahnfreunde stellen etwa die Hälfte der Anlagen und betreiben sie mit eigenen Zügen. Zudem wirken der Modellbauclub Bellenberg, die Modellbahn-AG des Maria-Ward-Gymnasiums in Günzburg und vier private Aussteller mit. „Alle Spurweiten sind vertreten“, sagt Roland Reisner, der Organisator der Schau. Der 59-Jährige hat eigens Urlaub genommen, um die Welt im Kleinen mit seinen Vereinskameraden herzurichten.

Viele Leute bleiben stehen und schauen die Züge an

Aus Erfahrung weiß Reisner: Unabhängig von Alter und Nationalität bleiben viele Menschen während ihres vorweihnachtlichen Einkaufs im Möbelhaus interessiert vor den Anlagen stehen. Doch ihm ist auch bewusst: Das Hobby Modelleisenbahn hat im Allgemeinen schon bessere Zeiten erlebt. „Der Zeitgeist ist ein anderer, die Interessen der Kinder sind anders“, sagt Reisner. Das bekommt auch der Verein zu spüren, der dringend Nachwuchs sucht. Der 59-Jährige zählt zu den jüngsten der rund 40 Mitglieder der Modellbahnfreunde. Die brauchen gerade für die große Ausstellung bei Inhofer zahlreiche helfende Hände, und das nicht nur bei Auf- und Abbau, sondern auch bei der Aufsicht. In zwei Schichten seien im Durchschnittacht bis zehn Helfer pro Tag im Einsatz, berichtet der Organisator. Bei insgesamt 29 Ausstellungstagen bis zum 5. Januar ist der Personalbedarf entsprechend hoch.

Mit einem Spieleland für Kinder, einem Bastelwettbewerb und speziellen Vorführungen versuchen die Modellbahnfreunde, jüngere Besucher auf das Hobby aufmerksam zu machen. Hinzu kommen neue, technische Möglichkeiten. Erstmals wird in diesem Jahr eine Simulationssoftware präsentiert, mit der sich Anlagen digital planen lassen. Nicht neu, aber auch diesmal wieder ein Höhepunkt der Schau sind aus Sicht von Reisner zwei Vorführungen mit ferngesteuerten Mikro-Modellautos auf der Anlage des Modellbauclubs Bellenberg.

Die Bahnstrecke nach Weißenhorn ist auch dabei

„Damit man besser sehen kann, wurde die Anlage zehn Zentimeter tiefer gesetzt“, sagt Reisner. Neu in der aktuellen Ausstellung sind Modelleisenbahnen und Modellautos der Firma Lemke sowie Züge und das Modell eines Sessellifts der österreichischen Firma Jägerndorfer. Auf Knopfdruck setzt sich das Seil in Bewegung.

Stolz sind die Modellbahnfreunde nach wie vor auf ihre detailgetreue Nachbildung der Bahnstrecke nach Weißenhorn. Zumindest der Abschnitt vom Bahnübergang bei Wullenstetten bis zur Endstation in der Fuggerstadt ist in der Größe H0 so zu sehen, wie er vor der Reaktivierung des „Bähnles“ ausgesehen hat. „Wir wollten die Modulanlage eigentlich noch weiter bauen bis zum Sendener Bahnhof“, sagt Reisner. „Doch das wäre dann zu groß geworden.“

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