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Ulm

18.09.2018

Fernbus-Bahnhof: Ulm jongliert mit Zielen für den Verkehr

Bild: Alexander Kaya

Mehr Fahrräder in der Stadt oder ein Fernbus-Bahnhof im Zentrum? Manche Ziele widersprechen sich. Die Diskussion in Ulm wird weitergehen.

Wer durch osteuropäische Staaten reist, kommt mit Fahrzeugen vom Format eines VW-Busses in nahezu jede Kleinstadt. Ein solches Fernbus-Netz hat sich in Deutschland zumindest bislang nicht durchgesetzt. Die Unternehmen fahren vor allem große und mittelgroße Städte an, die auch mit der Bahn gut zu erreichen sind. Das ist einer der Gründe, weshalb sich die Unternehmer mit ihrer Forderung, näher am Ulmer Hauptbahnhof ankommen und abfahren zu dürfen, nicht durchsetzen können. Die Stadt jongliert mit Interessen – und denkt vor allem an den eigenen Verkehr.

Der Verkehr ist eins der Mega-Themen der Zeit. Diskussionen drehen sich um mögliche Fahrverbote oder um die Frage, wie Pendler vom Umstieg auf die Öffentlichen überzeugt werden können. Ulm und Neu-Ulm wollen bis 2020 einen Fahrradanteil von 20 Prozent am Verkehr in der Stadt erreicht haben. Da hilft es kaum, Fernbuslinien in die Innenstadt zu lenken. Doch die viel diskutierte Verkehrswende endet nicht an den Stadtgrenzen. Und auch, wenn Fernbusse keine anderen Ziele ansteuern als die Bahn: Sie zu nutzen ist umweltfreundlicher als allein ins eigene Auto zu steigen.

Es gibt weitaus attraktivere Fernbusbahnhöfe als den in Böfingen. Doch wer schon auf einer der Linien unterwegs war, weiß: Es gibt auch noch abgelegenere und unwirtlichere – zumindest nach der jüngsten Sanierung, die aus einem kargen Parkplatz eine vernünftige Haltestelle gemacht hat. Beim Jonglieren mit den Zielen für den Verkehr haben die Ulmer eine gute Lösung gefunden – fürs Erste.

Wenigstens die Anfahrt vom Hauptbahnhof ist erträglich kurz. Doch für Reisende aus anderen Teilen Ulms, aus Neu-Ulm und dem Umland ist sie deutlich weniger attraktiv. Schon allein deshalb wird die Diskussion über den Standort weitergehen.

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