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Neu-Ulm

19.12.2019

Frau verschwand nach Sprung in die Donau - und muss jetzt für Einsatz zahlen

An dem Sucheinsatz waren Wasserwacht, DLRG, THW und Polizei beteiligt. Einen Teil der Kosten muss eine 31-Jährige nun bezahlen.
Bild: Thomas Heckmann (Archiv)

Plus Die 31-Jährige, die nach ihrem Handy in der Donau tauchte und dann verschwand, wird zur Kasse gebeten. Polizei und Wasserwacht erklären, warum.

Die 31-jährige Frau, die in die Donau gestiegen ist, um ihr Handy aus dem Fluss zu holen, muss den Einsatz teilweise bezahlen. Das steht nach Angaben der Polizei fest. Johanna Graf, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, bestätigte dies auf Nachfrage unserer Redaktion.

Die Neu-Ulmerin habe den Bescheid bereits erhalten, dass sie 2000 Euro an die Polizei bezahlen muss. Nachdem alle Seiten dazu Stellung nehmen konnten und die Frist für Rechtsmittel verstrichen ist, sei der Bescheid rechtskräftig. „Natürlich muss die Frau nicht den gesamten Einsatz bezahlen, sondern nur ab dem Zeitpunkt, ab dem sie gewusst hat, dass die Polizei sie sucht“, erläutert die Sprecherin. Die gesamten Einsatzkosten liegen deutlich höher.

Frau stieg im August in Donau und ist dann verschwunden

Wie berichtet, fiel der Frau in einer Nacht im August ihr Handy von der Eisenbahnbrücke in Neu-Ulm in die Donau. Danach zog sie ihre Kleidung aus und stieg dem Telefon mit Badeanzug nach. Ein Bekannter, die mit der 31-Jährigen an jenem Abend unterwegs war, sah noch, wie die Frau in der Donau nach dem verloren gegangenen Gerät tauchte und um einen Brückenpfeiler schwamm – danach verschwand sie jedoch spurlos. Der Zeuge rief schließlich über den Notruf Hilfe, der Rettungseinsatz startete noch in derselben Nacht: erfolglos.

Frau verschwand nach Sprung in die Donau - und muss jetzt für Einsatz zahlen

Lesen Sie hier: Handy fällt in Donau, Frau springt hinterher – und verschwindet

Am nächsten Tag durchkämmten die Retter ebenso ohne Erfolg ein zweites Mal die Donau und umliegende Gebiete in der Stadt. Währenddessen war die Frau schon lange wieder aus dem Fluss heraus und tauchte bei Bekannten unter. Laut Polizei hat sie mitbekommen, dass nach ihr gesucht wird.

Darauf stützt sich nun nicht nur die Polizei, sondern auch Wasserwacht, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Technisches Hilfswerk (THW). Die Wasserwacht verlangt ebenso 2000 Euro von der Frau, THW und DLRG jeweils 1000 Euro. Damit muss die 31-Jährige 6000 Euro bezahlen.

Im Notfall muss niemand den Einsatz privat bezahlen

„Uns ist wichtig, zu betonen, dass wir nicht für den Notruf und die erste Suche in der Nacht Kosten geltend machen – sondern nur für die erneute Suche am Tag darauf, als die Frau schon wusste, dass man mit großem Aufwand nach ihr sucht“, sagt Helmut Graf, technischer Leiter der Wasserwacht Neu-Ulm. Ein Notfall müsse selbstverständlich nicht bezahlt werden. Die finanzielle Forderung sieht Helmut Graf als Zeichen, zu betonen, dass es kein Kavaliersdelikt sei, Retter im Ungewissen zu lassen. „Wir finanzieren uns über Spenden und hatten hohe Kosten, außerdem hätte bei der Suche auch einem Helfer etwas zustoßen können.“ Besonders schade findet er, dass die Frau sich nicht entschuldigt hat.

Ob auch die Feuerwehr Neu-Ulm eine Rechnung stellt, wird nach Angaben von Leiter Andreas Hoffzimmer derzeit noch geprüft.

Hier lesen Sie die Vorgeschichte:

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