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Ulm

22.07.2020

Gärtnern in Krisenzeiten hilft der Ulmer Firma Gardena

Gardena bietet seit den 1970er Jahren Akkugeräte für sämtliche Anwendungen im Garten an. Basis dafür ist künftig die Akku-Technologie von Bosch, die ihr Akku-System für andere Hersteller geöffnet hat.
Bild: Alexander Kaya

Plus Das Ulmer Unternehmen baut auch in der Pandemie Personal auf und glänzt mit Umsatzrekord. Wie der Konjunkturbericht zeigt, ist Gardena damit aber Teil einer Minderheit.

Selten bewegten sich die Menschen wohl so viel im eigenen Garten wie in Zeiten der Pandemie. Das spürt jetzt auch das Ulmer Traditionsunternehmen Gardena, wie Pär Aström, der Chef der Gardena Division innerhalb der Husqvarna Gruppe bei einer digitalen Pressekonferenz am Mittwoch in Ulm sagte.

Am Standort Ulm beschäftigt Husqvarna 1400 Menschen

Im ersten Halbjahr 2020 steigerte Gardena demnach den Umsatz auf 631 Millionen Euro im Vergleich zu 569 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Wachstumskurs der Ulmer Gartenmarke setzt sich somit trotz Corona ungebrochen fort. Im gesamten Geschäftsjahr 2019 hatte Gardena einen Umsatz von 790 Millionen Euro erzielt. Seit 2014 hat das Ulmer Unternehmen in schwedischer Hand somit den Umsatz mehr als verdoppelt. Am Standort Ulm beschäftigt Husqvarna 1400 Menschen. Zudem kommen 300 in Heuchlingen und 250 in Niederstotzingen hinzu. Insgesamt sind das 90 Stellen mehr als im Vorjahr.

32 Millionen werden in Deutschland von Gardena investiert

Angesichts des Wachstums baut Gardena seine Kapazitäten weiter aus und investiert in seine Standorte, in Ulm insbesondere in neue, automatisierte Produktionsanlagen. Größte Einzelmaßnahme in diesem Zusammenhang ist die Erweiterung des Werks Heuchlingen im Landkreis Heidenheim. Der Spatenstich hatte bereits im November des vergangenen Jahres stattgefunden. Die Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus soll noch in diesem Jahr erfolgen. Aber auch an den übrigen Standorten werden in diesem und im kommenden Jahr Investitionen für zusätzliche Anlagen und Maschinen getätigt. In Summe belaufen sich die Investitionen an den deutschen Standorten auf 32 Millionen Euro.

Gärtnern in Krisenzeiten hilft der Ulmer Firma Gardena

Insektenhotel, Pflanzschale, Regenmesser von Gardena

Zudem erschließen sich die Ulmer auch neue Geschäftsfelder: Unter dem Namen „Click Up“ bringt Gardena demnächst auch „Lifestyle“-Produkte auf den Markt. Auf eine Stange („Erdspieß“) können verschiedene Aufsätze geklickt werden: Für jede Jahreszeit gibt es das passende Stück: Insektenhotel, Pflanzschale, Regenmesser, Fackel und Vogelfutterstation. Und über den Weg einer Lizenzierung will Gardena auch den Markt für Kleidung und Schuhe erobern. In die kommende Gartensaison geht Gardena mit 50 Neuheiten: von neuartigen neuen Laub- und Rasensammlern bis hin zu einem winzigen Mähroboter für kleine Gärten. Im Bereich Akku ist eine Kooperation mit Bosch neu. Beide Firmen setzen künftig auf das gleiche System, sodass etwa mit dem Akku des Bohrers auch die Heckenschere betrieben werden kann. Auch andere Unternehmen haben sich dieser Allianz angeschlossen. Nachdem es sich um einen Systemwechsel handelt, passen die alten Gardena-Akkus aber nicht mehr in die neuen Geräte.

Krise ist für viele Unternehmen schlimmer als Finanzkrise 2009

Die gute Laune des Gardena-Chefs ist derzeit die Ausnahme unter Unternehmern der Region. Trotz Unterstützungsmaßnahmen und Lockerungen von Beschränkungen, hinterlässt die Pandemie tiefe Spuren. Der Konjunkturklimaindex der Ulmer Industrie- und Handelskammer (IHK) brach um 34 Punkte auf 85 Zähler ein. „Der Absturz ähnelt in Verlauf und Fallhöhe somit der Finanzmarktkrise 2009“, wird IHK-Präsident Stefan Roell in einer Pressemeldung zitiert. Nur schlimmer sei es: Denn durch Corona seien wesentlich mehr Branchen von den negativen Folgen betroffen.

Rund 60 Prozent der regionalen Unternehmen geben laut Konjunkturbericht an, Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Dabei sei das Ausmaß des Umsatzverlustes zum Teil dramatisch. Denn auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt gebe es immer noch Betriebe, die gar nicht oder nur sehr eingeschränkt ihrer Geschäftstätigkeit nachgehen können.

Auf der anderen Seite gibt es auch eine kleinere Zahl Unternehmen (15 Prozent), die derzeit ein Umsatzplus verbuchen können. Dazu gehört insbesondere die Lebensmittelbranche sowie die Konsumgüterindustrie, zu der Gardena gezählt wird.

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