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Neu-Ulm

05.12.2013

Ganz schön verspielt

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Was für eine Auswahl! Trotz der steigenden Zahl elektronischer Unterhaltungsmedien erfreuen sich Gesellschaftsspiele weiterhin großer Beliebtheit. Vor allem wenn das Wetter schlecht ist, ist ein gemütlicher Spieleabend mit Freunden genau richtig.
Bild: Annika Gonnermann

Brettspiele vertreiben die Langeweile in der kalten Jahreszeit und helfen dabei, Freunde zu finden. K!ar.Text präsentiert euch die neuesten Brettspieletrends. Ein Messebesuch

Brettspiele liegen wieder voll im Trend und stehen dieses Jahr mit Sicherheit bei so manchem Kind auf dem Wunschzettel. Sie können aber auch dabei helfen, sich in die Gesellschaft zu integrieren und Freunde zu finden. K!ar.Text hat für euch in Neu-Ulm die Spielemesse besucht.

Als Sandra Gienger vor ein paar Monaten nach München zog, kannte sie niemanden. Die 22-jährige Kauffrau aus Elchingen war aus beruflichen Gründen in die Stadt an der Isar umgesiedelt und hatte außer ihren Arbeitskollegen niemanden zum Reden. „Ich habe mich in meiner Wohnung alleine gefühlt“, erzählt sie. Doch Abhilfe kam in Form einer sozialen Gruppe in einem Online-Netzwerk. „Eine Person hat gefragt, ob jemand einen Platz wüsste, wo man zusammen ein Brettspiel spielen könnte. Da habe ich kurzerhand meine Wohnung vorgeschlagen.“ Acht vollkommen fremde Menschen versammelten sich an diesem Tag in der neu bezogenen Wohnung von Sandra Gienger. „Es war gemütlich. Jeder hat etwas zu essen mitgebracht und dann haben wir gespielt.“ Mittlerweile ist Gienger nicht mehr allein, sondern hat an diesem einen Nachmittag viele Freunde gewonnen.

Für Wolfgang Feltl, Mitarbeiter bei dem evangelischen Dekanat, ist die Geschichte von Gienger ein wunderbares Beispiel dafür, wie wichtig Gesellschaftsspiele sein können. Bei der diesjährigen 29. Neu-Ulmer Spielemesse „Komm, spiel mit!“ war er einer von mehreren Spiele-Experten. Zusammen mit seinem ehrenamtlichen Kollegen Matthias Mettenleiter hatte der passionierte Hobby-Spieler den Besuchern bei schwierigen Spieleanleitungen geholfen. Gesellschaftspiele waren schon immer Teil seiner Freizeit. „Ich bin mit Brettspielen groß geworden.“ Dasselbe gilt für den 20-jährigen Mettenleiter, der ebenfalls seit der Grundschulzeit viel spielt.

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Dementsprechend gut kennen sich beide in der Spiele-Branche und mit neuen Trends aus. So haben die beiden auch festgestellt, dass sich der Spielemarkt, im Vergleich zu den vorherigen Jahren, gewandelt hat. „Was ich beobachte ist, dass die Spiele insgesamt aufwendiger werden. Es gibt eine richtige Geschichte, die sich auch über mehrere Abende verfolgen lässt.“ Außerdem würden immer mehr digitale Aspekte mit in die klassischen Spiele mit eingebaut, sagt der 29-Jährige. „Zum Beispiel kennt jeder ‘Spiel des Lebens’. Jetzt wurde das mit einer App erweitert. Da kann man dann zusätzlich mit seinem Smartphone arbeiten.“

Auch Mettenleiter hat eine neue Entwicklung beobachtet. „Inzwischen gehen die Spiele weg von dem Gegeneinander-Spielen und hin zum kooperativen Spiel. Das heißt, die Spieler müssen zusammenarbeiten und gegen das Spiel arbeiten.“ Ein Beispiel hierfür sei das diesjährige „Spiel des Jahres“. „‚Hanabi’ ist ein Kartenspiel, bei dem die Karten falsch herum gehalten werden, also so, dass die Mitspieler sie sehen, ich aber nicht“, erklärt Mettenleiter. Durch subtile Hinweise müssen die Mitspieler sich gegenseitig helfen, die richtigen Karten nacheinander abzulegen. „Da muss man auch mal umdenken.“

Doch nicht nur die neueren Spiele aus der jetzigen Saison seien zu empfehlen. „Village“ heißt ein Strategiespiel, bei dem jeder Spieler mit einer mittelalterlichen Familie arbeitet und versucht, sie nach und nach einflussreicher und wichtiger zu machen. Der Clou dabei: Die Familienmitglieder haben nur eine begrenzte Lebenszeit. „Also muss man schauen, wie man am besten möglichst viel Reichtum und Geld bekommt. Es ist sehr zu empfehlen“, findet Mettenleiter.

Feltl ist davon überzeugt, dass es für jeden das richtige Brettspiel gibt. „Irgendwas gibt es immer, was einen interessiert.“ Man müsse es nur einfach einmal ausprobieren. Dem kann Sandra Gienger nur zustimmen: „Nichts begeistert so schnell, wie ein gutes Spiel.“

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