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Ulm

26.04.2015

Großeinsatz: 160 Brandbomben nahe Wohngebiet gefunden

Mit einem Bagger und vor allem mit viel Fingerspitzengefühl haben Spezialisten gefährliche Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen.
Bild: Thomas Heckmann

Lebensgefährliche Sprengkörper schlummerten jahrzehntelang in einer Wiese nahe eines Ulmer Wohngebiets. 160 Brandbomben wurden gefunden. Es drohte die Evakuierung des ganzen Viertels.

Wochenlang war diskutiert worden, wie man am sichersten mit den vermuteten Bomben im Ulmer Ruhetal umgeht. Am Sonntagmorgen war es dann soweit: Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes rückten mit Suchgeräten und einem Bagger an und gruben Teile der Wiese um. Ein große Fliegerbombe wurde dabei nicht gefunden, aber rund 160 Stabbrandbomben. Gegen 10 Uhr konnte dann Entwarnung gegeben werden.

Drei Stunden lang wurden alle Verdachtsstellen abgesucht

Polizei und Sicherheitsdienste waren im Großeinsatz, in einem Umkreis von 500 Metern standen sie bereit, um bei einem Bombenfund sofort die Bundesstraße 10 zu sperren und die Bewohner des Evakuierungsgebietes in Sicherheit zu bringen. Geführt wurden sie von einem Krisenstab, der in der Ulmer Feuerwache zusammengekommen war. Schon während der morgendlichen Baggerarbeiten war das Gebiet zwischen Wilhelmsburg und Lehrer Tal für Spaziergänger und Gartenbesitzer abgesperrt worden. Sogar eine Reiterstaffel der Polizei aus Stuttgart war zu Pferde unterwegs, um zwischen den zahlreichen Schrebergärten alles auf Bewohner und Spaziergänger abzusuchen.

Auf der Wiese selber waren Holzpflöcke an den Stellen eingeschlagen, wo in den Monaten zuvor Luftbildauswerter Bombentrichter vermuteten. Mit einem kleinen Bagger wurde dann dort aufgegraben. Immer wieder wurde gestoppt und mit einer Sonde der Boden auf Metalle untersucht. Wie gut die Luftbildauswertung war, bewiesen die Arbeiten: Teilweise purzelten aus einer einzigen Baggerschaufel Erdreich bis zu drei Stabbrandbomben heraus. Immer wieder Rest von Zündern, zerfetzte Reste einer kleinen Bombe, alles extrem rostig und zersetzt.

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Nach gut drei Stunden waren alle Verdachtsstellen abgesucht und die Stabbrandbomben heraus sortiert. Die Kampfmittel-Beseitiger haben sich danach aber noch die Mühe gemacht und alle Löcher feinsäuberlich wieder zugebaggert. Erst den gipsartigen Untergrund und zum Schluss wurde auch der Mutterboden wieder verteilt und geglättet.

„Hut ab vor diesen Männern“, sagte an der Fundstelle Günter Schlesinger zu den Kampfmittelbeseitigern. Er ist Gartenanlieger direkt an der munitionsverseuchten Wiese und hatte unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten nach seinem Garten geschaut und sich dann noch persönlich für die gefährliche Arbeit bedankt.

Explodieren werden die Sprengkörper kommende Woche

Explodieren werden die sichergestellten Bomben nun wohl kommende Woche: Kontrolliert und unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen auf dem Gelände des baden-württembergischen Kampfmittelräumungsdienstes bei Sindelfingen.

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