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Weißenhorn

23.01.2014

Gute Bilanz für reaktivierte Eisenbahnstrecke nach Senden

Die Bahnstrecke Weißenhorn - Senden in einer Minute: Unser Zeitraffer-Film macht's möglich.

1960 wurde die Eisenbahnstrecke von Weißenhorn nach Senden stillgelegt. Jetzt wurde diese wieder aktiviert. Die Fahrgastzahlen übertreffen die Erwartungen der Betreiber.

Seit einem guten Monat verbindet das „Bähnle“ Weißenhorn mit Senden – und die Fahrgastzahlen übertreffen alle Erwartungen der Betreiber. „Wir sind sehr positiv überrascht“, sagt Jürgen Schnabl vom Betreiber Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB). Seit dem 14. Dezember fährt werktags von fünf bis 23 Uhr stündlich ein Zug zwischen Weißenhorn und Ulm. Eine Fahrt dauert etwa 25 Minuten. Die Züge mit zwei Waggons seien regelmäßig gut besetzt, der Zug, der kurz nach sieben Uhr in Weißenhorn abfährt, ist laut Schnabl sogar häufig „an der Kapazitätsgrenze“, sprich: überfüllt.

An einen dritten Waggon werde aber derzeit noch nicht gedacht, auch wenn es im frühen Zug für das Gros der Fahrgäste nur Stehplätze gibt. Bei der Rückkehr der Ulm- und Senden-Pendler nach Weißenhorn entzerre sich die Lage etwas, „es kommen ja nicht alle zur selben Zeit nach Hause“, so Schnabl. Bereits in der ersten Betriebswoche sei das Bähnle gut genutzt worden. Und auch nach dem Ende der Weihnachtsferien habe das nicht nachgelassen. „Neben Schülern nutzen ganz offensichtlich auch viele Pendler dieses Angebot“, sagt Schnabl.

Am Fahrkartenautomaten in Weißenhorn setzt die RAB deshalb laut Schnabl Mitarbeiter ein, die den Fahrgästen beim noch ungewohnten elektronischen Billettkauf unter die Arme greifen. An vielen Tagen bilden sich demnach lange Schlangen vor den Automaten.

Gefährliche Zwischenfälle sind zum Glück ausgeblieben

Schnabl lobt in diesem Zusammenhang die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, die für die Infrastruktur der rund zehn Kilometer langen Bahnstrecke, die zuvor seit den 1960er-Jahren stillgelegt war, verantwortlich zeichnen. „Die Signalanlagen funktionieren bestens, die Haltestellen erweisen sich als sehr gut konzipiert“, sagt Schnabl. Auch die Befürchtung, dass Anwohner der Bahnstrecke ihre gewohnten Schleichwege über die Gleise nicht aufgeben und sich damit in tödliche Gefahr begeben würden, hat sich laut Schnabl nicht bewahrheitet.

„Mir sind keine gefährlichen Zwischenfälle bekannt.“ Genaue Fahrgastzahlen gibt es laut Schnabl derzeit noch nicht. Eine Studie geht von bis zu 1800 Fahrgästen pro Werktag aus. „Da sind wir sicher deutlich drüber“, sagt Schnabl. Und es gebe zahlreiche positive Rückmeldungen von Bähnle-Nutzern.

Nach über 50 Jahren fahren wieder Personenzüge zwischen Senden und Weißenhorn. Alle Informationen rund um die neue Bahnstrecke finden Sie in unserem Video.

Wenn es beim Umsteigen hapert

Doch es kommen weiter auch Klagen, etwa über überfüllte Busse und Züge, Probleme mit zu knapp bemessenen Zeiten beim Umsteigen. Viele der Probleme haben damit zu tun, dass sich mit dem Bähnle-Start auch die Busfahrpläne geändert haben. Nicht immer klappt es dann jeweils mit der Anschlussverbindung von Zug auf Bus oder umgekehrt. Schüler aus Senden, die etwa in Weißenhorn das Gymnasium besuchen, kommen teilweise bis zu einer Stunde später nach Hause als vorher. Dies berichten Eltern unserer Zeitung.

Auch im Verkehr zum und vom Illertalgymnasium in Vöhringen-Illerzell hatte es, wie berichtet, erhebliche Schwierigkeiten gegeben, die inzwischen aber zum größten Teil beseitigt sind. „Es gibt zahlreiche Probleme im Schulverkehr, mit denen sich das Landratsamt intensiv beschäftigt“, sagt Thomas Mügge vom Nahverkehrsverbund DING. DING und Landratsamt haben die Schulen aufgefordert, Änderungswünsche bis zum kommenden Donnerstag, 23. Januar, ans Landratsamt zu richten. In der kommenden Woche werde dann über mögliche Verbesserungen beraten. Wann diese umgesetzt werden, steht laut Mügge noch nicht fest.

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