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Natur im Kreis Neu-Ulm

21.06.2011

Gute Noten für die Badeseen

An den Seen im Kreis kann man bedenkenlos ins Wasser springen.
Bild: arc

Die Gewässer im Landkreis Neu-Ulm sind sauber. Gesundheitsdienst gibt Entwarnung vor EHEC in den Badessen.

Auch wenn das Wetter in den vergangenen Tagen nicht danach aussah – der Sommer hat offiziell begonnen. Und wenn es bald wieder wärmer wird, kann auch die Badesaison endlich richtig losgehen. Acht Seen laden im Landkreis zum Sonnen, Schwimmen und Planschen ein. Doch wer sich ins Wasser wagt, der kommt unter Umständen mit Krankheitserregern in Berührung. Durch Fäkalien von Menschen und Tieren oder Abwässer können Viren, Bakterien, Einzeller und Würmer in das Wasser gelangen. Ganz schön eklig? Keine Panik – die Badeseen im Landkreis haben auch heuer wieder sehr gute Noten bekommen.

Europäische Union beurteilt Wasserqualität

Ob Spanien, Malta oder Deutschland – seit ein paar Jahren legt die Europäische Union fest, welche Richtwerte in Badegewässern eingehalten werden müssen. Sieben bayerische Seen sind im aktuellen Badegewässerbericht durchgefallen – insgesamt wurde den Seen im Freistaat aber ein gutes Zeugnis ausgestellt.

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Im Landkreis ist der Öffentliche Gesundheitsdienst vom Landratsamt für die Einhaltung der europäischen Qualitätsanforderungen zuständig. Zwei Kontrolleure entnehmen den acht Seen während der Badesaison jeden Monat eine Wasserprobe. Die werden dann zum Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nach Oberschleißheim geschickt. Hier untersuchen Experten Proben aus ganz Bayern im Labor. Zum Beispiel schauen sie, ob sich im Wasser Bakterien wie Escherichia coli, die Darmkrankheiten auslösen, befinden.

Zudem gingen die Kontrolleure vor Ort allen Hinweisen auf mögliche Gefahrenquellen nach, sagt Albrecht Embacher, der Leiter des Gesundheitsamts. Sie schauen, ob das Wasser trüb ist und ob von einem Bauernhof oder aus anderen Quellen Abwässer in den See gelangen könnten. Sollte es mehrmals hintereinander eine schlechte Note geben, verhängt das Landesamt ein Badeverbot. „Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass im Landkreis Neu-Ulm mal ein See gesperrt wurde“, sagt Embacher.

Vielmehr schneiden die Gewässer im Landkreis meist mit der Note 1 ab. Das bedeutet, dass alle Leitwerte eingehalten werden – obwohl die hierzulande noch strenger sind als die von der EU festgesetzten Grenzwerte. Nur 2010 bekam der Badesee Ludwigsfeld einmal die Note 2. Damit wurden aber immer noch alle Grenzwerte eingehalten, für die Schwimmer ging laut Gesundheitsamt zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr aus. Embacher betont, dass die Hürden bewusst sehr hoch sind. „Da müssen während der Messung nur ein paar Enten vorbeischwimmen und schon wird der Leitwert nicht mehr eingehalten.“

Für die Top-Werte im Landkreis gibt es Embacher zufolge auch einen Grund: Die Seen haben ein Kiesbett. Dadurch herrsche in allen Seen eine leichte Strömung, was gut für die Selbstreinigung sei. Jedoch gebe es immer noch Unterschiede zu einem Schwimmbad, wo Chlor eingesetzt wird. „Diese Standards können wir bei einem Badesee nicht einhalten, darüber müssen sich die Leute klar sein.“

Keine Warnung vor EHEC in Badeseen im Landkreis

Die Meldung, dass der gefährliche EHEC-Erreger nun auch in einem Bach in Frankfurt entdeckt wurde, beunruhigt Embacher nicht. „Ich sehe derzeit keinen Anhaltspunkt, dass wir für den Landkreis eine Warnung aussprechen müssten.“ Natürlich sei der gefährliche Darmkeim, der bereits Todesopfer gefordert hat, immer ein Thema für die Gesundheitsbehörde. Das Umweltbundesamt habe aber bestätigt, dass eine Gefährdung durch Baden in Naturbadeteichen oder an ausgewiesen Badestellen in natürlichen Gewässern „nicht wahrscheinlich“ sei.

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