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Weißenhorn

10.04.2017

Hier lassen sich Gärtner inspirieren

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3 Bilder
Eine bunte Blütenpracht können Besucher des Kreismustergartens in Weißenhorn betrachten.
Bild: Alexander Kaya

Vor 30 Jahren wurde der Kreismustergarten in Weißenhorn angelegt. Besucher kommen inzwischen auch von weit her, um sich die 9000 Quadratmeter große Grünanlage anzuschauen.

Eugen Schenk arbeitet jeden Tag an der frischen Luft. Der Gärtner pflegt den Kreismustergarten in Weißenhorn, vom Frühjahr bis in den Herbst ist er praktisch täglich dort. An diesem sonnigen Vormittag gehört es zu seinen Aufgaben, mit Stroh gefüllte Tontöpfe an die Äste kleiner Bäume zu hängen. Sinn und Zweck des ganzen: Die Töpfe dienen als Behausung für Ohrwürmer. Die landläufig als „Ohrenzwicker“ bezeichneten Insekten sind nützliche Tiere, denn sie fressen Blattläuse.

Bei den kleinen Bäumchen, die neben dem Eingang des Gartens stehen, handelt es sich um neue Apfelsorten, wie der Kreisfachberater Rudolf Siehler erklärt. „Die testen wir hier.“ Wenn sich die Pflanzen in dem Mustergarten gut entwickeln, sich als robust und ertragreich erweisen, dann werden sie weiterempfohlen – und bei den Baumschulen in der Region ins Sortiment aufgenommen.

Doch nicht nur für Profis ist die 9000 Quadratmeter große Grünlage des Landkreises Neu-Ulm interessant. „Der Garten dient als Anregung zur Gestaltung von Privatgärten“, sagt Siehler, der beim Landratsamt arbeitet. Welche Pflanzen passen zusammen? Welche Sorten sollte man wählen? Siehler ist überzeugt: „Wer sich vorher informiert, der hat es nachher leichter.“ Von Mai bis Oktober kommen auch viele Kindergärten, Schulklassen und Jugendgruppen in die sogenannte gartenbauliche Bildungsstätte, für deren Unterhalt der Landkreis jährlich um die 50000 Euro bezahlt. Siehler und sein Kollege Bernd Schweighofer vermitteln den jungen Besuchern einen lebendigen Eindruck von der Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt heimischer Gärten.

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In diesem Jahr wird der Kreismustergarten 30 Jahre alt. Ins Leben gerufen hatte ihn der frühere Neu-Ulmer Landrat Franz Josef Schick. Zwei Jahre Bauzeit waren nötig. Rudolf Siehler erinnert sich: „Damals gab es einen Bauboom. Viele Menschen waren auf der Suche nach Vorbildern für ihre Gärten. Das Wissen um die Gartenkultur wurde nicht mehr von den Eltern weitergegeben.“ Das Konzept des Gartens: Jede Pflanze ist beschriftet, vom Gartenteich über Obstbäume bis zum Gemüsebeet und zum klassischen Bauerngärtchen gibt es verschiedene Bereiche. Ein neuer Steingarten entsteht gerade mitten in der Anlage. Jurasteine aus Elchingen liegen schon parat.

Praktischen Nutzen ziehen Hobbygärtner auch aus den Kursen, die jedes Jahr im Kreismustergarten stattfinden – vom Baumschnitt über die fachgerechte Rosenpflege bis hin zur Kompostierung. Siehler zufolge kommen diese Kurse auch bei jungen Leuten gut an. Von 29. April bis 3. Oktober stehen samstags, sonntags und an Feiertagen bei entsprechender Witterung heuer auch wieder Mitglieder der 36 Gartenbauvereine aus dem Landkreis mit Rat und Tat zur Seite. Sie betreuen den Kreismustergarten nach einem festen Plan und pflegen die Anlage mit.

Insgesamt haben die Gartenbauvereine im Landkreis knapp 6400 Mitglieder. Ihr Dachverband, der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, hat 2017 neben dem Geburtstag des Kreismustergartens übrigens noch einen Grund zu feiern: Er besteht seit 120 Jahren. Vorsitzende des Kreisverbands ist Landrat Thorsten Freudenberger.

Die Gartenanlage des Landkreises ist aber nicht nur für Besucher aus dem Landkreis selbst interessant. „Es kommen auch viele Reisegruppen und Ausflügler“, erzählt Fachberater Siehler. Sie fahren aus dem nahen Baden-Württemberg dort hin, aber auch von Vorarlberg oder Dresden sind schon Gäste angereist. „Wir sind bekannt als Garten-Landkreis“, sagt der 55-Jährige. Inzwischen stehen auch Fahrradständer am Eingang des Gartens. Die Gartenparadies-Radrunde führt direkt daran vorbei. Einen Termin sollten sich Gartenfreunde vormerken: Am Sonntag, 25. Juni, ist Tag der offenen Gartentür in Schwaben. Diesmal können im Landkreis private Gärten in Illertissen aus nächster Nähe besichtigt werden. Für eine Besichtigung des Kreismustergartens braucht es dagegen keinen festen Termin. Das Tor zu der Grünanlage steht immer offen.

Jahresprogramm Das Programmheft für das Gartenjahr 2017 kann bei den beiden Kreisfachberatern beim Landratsamt per E-Mail angefordert werden: bernd.schweighofer@lra.neu-ulm.de und rudolf.siehler@lra-neu-ulm.de. Es liegt auch bei Gartenbauvereinen aus.

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