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Ulm

29.05.2013

Hinter dicken Backsteinmauern

Die ehemaligen Proviantamtgebäude der Bundesfestung wurden gekappt und gehen in die neue Wohnbebauung der Krankenhausstraße in Neu-Ulm ein.
Bild: Dagmar Hub

Sonst verschlossene Räume sind am Sonntag geöffnet. Förderkreis kritisiert „Rasur“ in Neu-Ulm

Von Dagmar Hub

Ulm/Neu-Ulm Der diesjährige Tag der Festung steht im Zeichen des Neu-Ulmer Teils der größten Festungsanlage Deutschlands. Von zehn bis 17 Uhr können am kommenden Sonntag, 2. Juni, 20 Bauwerke beiderseits der Donau besichtigt werden. Zudem beteiligen sich unter dem Dach des Förderkreises Bundesfestung bei der vierten Auflage des Tages der Festung zehn Vereine, die ihre Räume in Festungsteilen haben, und öffnen sonst verschlossene Türen. Von der Caponniere 4 bis zum Memminger Tor will der Förderkreis den Blick der interessierten Besucher am Sonntag vor allem auf die weniger bekannten Neu-Ulmer Backstein-Teile der Festung richten, ohne die Ulmer Seite außen vor zu lassen. Fort Albeck, die Mittelbastion und andere sonst nicht zu betretende Festungsteile locken dort Neugierige. Gutes Schuhwerk ist empfohlen, eine Taschenlampe von Nutzen.

Über den Umgang der Stadt Ulm mit ihren Teilen der Bundesfestung ist Michael Hartlieb, zweiter Vorsitzender des Förderkreises Bundesfestung, glücklicher als über den Umgang mit den Neu-Ulmer Festungsgebäuden. „Jammerjammerschade“ findet er, dass die beiden Proviantamtmagazine, in denen früher Lebkuchen Weiss produzierte, „abrasiert“ werden. Die beiden Backsteinbauten bleiben bei der neuen Bebauung des ehemaligen Weiss-Geländes zwar erhalten, werden aber „nie mehr als die Solitäre erkennbar sein, die sie für die Stadtgeschichte Neu-Ulms waren.“ Der Förderverein, so Hartlieb, habe früh bei der Stadt Neu-Ulm und beim Landesdenkmalamt in München auf die Bedeutung dieser letzten beiden zivil wirkenden Festungsteile hingewiesen, die Kappung des Daches und die Entfernung originaler Fassadenteile aber nicht verhindern können. Beim Tag der Festung werden in der Caponniere 4 ein Film und Bildmaterial über die beiden Proviantamtgebäude zu sehen sein. Im Inneren der beiden Backsteingebäude befinden sich imposante, acht bis zehn Meter hohe Gewölbe, die nahezu den Eindruck eines Kirchenschiffs vermitteln, berichtet Hartlieb, der sich aber darüber freut, dass schädigender Wildwuchs an den Festungsteilen im gesamten Glacisbereich entfernt wurde. „Das sichert den Erhalt der Bausubstanz langfristig“, so Michael Hartlieb.

Gespannt wartet der Förderkreis auf die Entscheidung der Stadt Ulm zur Erschließung der Wilhelmsburg. Die Nutzung der 570 Räume bleibt ein schwieriges Thema. Genutzt werden soll vor allem der 1,3 Hektar große Innenhof. Die vom Förderverein abgelehnten Pläne einer Erschließung von Norden her, die ein ganzes Stück Festungsgelände zerstört hätte, liegen auf Eis. Michael Hartlieb hofft auf eine Entscheidung der Stadt zugunsten der vom Förderverein vorgelegten Erschließungspläne: Eine ehemalige Straße im Osten der Bundesfestung und ein Zugang über ein heute vermauertes Seitentor präferiert der Förderverein als Lösung.

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