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Drama an A8

21.10.2014

Mädchen tot, Bub schwer verletzt: Warum stach die Mutter zu?

In einem Auto bei der A8 lag die Leiche eines elfjährigen Mädchens neben einem schwer verletzten zweijährigen Buben.
Bild: Thomas Heckmann

Die 36-jährige Frau, die gestanden hat, ihre Tochter getötet zu haben, ist in der Psychiatrie. Für die Polizei stellen sich viele Fragen.

Die Tatsachen sind schrecklich, die Hintergründe noch weitgehend unklar: Eine Frau aus dem Raum Göppingen steht unter dem dringenden Verdacht, ihre elfjährige Tochter getötet und ihren zweijährigen Sohn schwer verletzt zu haben. Sie hat die Tat laut Polizei inzwischen gestanden und wurde in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Nun versucht die Ulmer Polizei laut Sprecher Wolfgang Jürgens herauszufinden, wie – und vor allem warum – sich die mutmaßliche Verzweiflungstat abgespielt hat.

Blutverschmierte Frau an A8 - furchtbare Entdeckung in Unterführung

Bekannt ist bislang: Es war Sonntagnacht gegen 22.30 Uhr, als ein Autofahrer aus Österreich nahe der Raststätte Aichen die blutverschmierte Frau sah, die ein Messer in der Hand hielt und über eine Baustelle irrte. Der Zeuge verständigte die Polizei und kümmerte sich um die Verletzte. Als Polizei und Rettungskräfte eintrafen, machten sie nach einem Hinweis der Verletzten in einer nahe gelegenen Unterführung eine furchtbare Entdeckung. Im Wagen der Frau lagen zwei Kinder, die Tochter und der Sohn der Verletzten. Das elfjährige Mädchen war tot, der Notarzt konnte nichts mehr tun, um es zu retten. Der zweijährige Bub überlebte schwer verletzt und wurde in eine Klinik gebracht. Er soll inzwischen außer Lebensgefahr sein.

Laut Polizei hat die Mutter gestanden, mit dem Messer auf ihre Kinder eingestochen und auch sich selbst verletzt zu haben. Warum, das ist allerdings noch völlig unklar.

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Die 36-jährige Frau aus dem Landkreis Göppingen erlitt selbst offenbar keine schwereren Verletzungen. Sie wurde nach Polizeiangaben vom zuständigen Richter am Ulmer Amtsgericht in einer psychiatrischen Klinik zwangsuntergebracht. Die Behörden gehen davon aus, dass die Frau im „Zustand der krankheitsbedingten Schuldunfähigkeit“ gehandelt hat. Unter welcher Erkrankung die Mutter leidet, blieb unklar.

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Frau soll Tochter getötet haben - sie stand blutverschmiert an A8
Bild: Thomas Heckmann

Zwar deutete gestern zunächst vieles auf eine Verzweiflungstat hin, bei der die Frau zunächst ihre Kinder und dann sich selbst töten wollte. Es ist aber nicht bekannt, ob sich die 36-Jährige zu ihren Motiven geäußert hat.

Kriminologen sprechen generell von „erweitertem Selbstmord“, wenn einem Suizid die Tötung Dritter vorausgeht – meist Partner und Kinder. Doch ob es sich bei dem schrecklichen Geschehen um den Versuch eines solchen erweiterten Suizids gehandelt hat, ließ die Polizei gestern offen. Gegen einen Versuch von erweitertem Selbstmord sprechen einige Indizien – etwa die wohl eher harmlosen Verletzungen der Mutter. Ebenso wurde zunächst nichts über einen möglichen Abschiedsbrief bekannt. Auch der Kriminologieprofessor Christian Pfeiffer glaubt nicht an die These, dass die Frau sich selbst töten wollte. Gegenüber unserer Zeitung äußerte er die Vermutung, dass die Frau möglicherweise an massiven Zwangsvorstellungen litt, vielleicht Stimmen folgte, die ihr befahlen, die Kinder zu töten.

Zunächst kein Kontakt zum Vater der Kinder

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zu den Hintergründen der Tat dauern unterdessen an. Am heutigen Dienstag soll eine Obduktion des toten Mädchens erfolgen.

Zum Vater der Kinder gab es laut Polizei zunächst keinen Kontakt – er halte sich wohl im Ausland auf. „Die Kriminalpolizei steckt noch mitten in ihren Ermittlungen“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jürgens.

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