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Pfaffenhofen

03.04.2019

Markträte bedauern den angekündigten Rückzug von Josef Walz

Bei den Kommunalwahlen im März 2020 wird Pfaffenhofens Bürgermeister Josef Walz nicht mehr antreten. Dieses Foto entstand bei einem Kandidatenpodium der Neu-Ulmer Zeitung zur Kommunalwahl 2014 in Pfaffenhofen.
Bild: Andreas Brücken

Plötzlich wurde es still im Sitzungssaal: Marktgemeinderäte sprechen über die Entscheidung des Rathauschefs und über die Suche nach neuen Kandidaten.

Mit dem Pfaffenhofer Bürgermeister Josef Walz wird sich im Frühjahr 2020 der dienstälteste Rathauschef im Landkreis Neu-Ulm aus dem Amt verabschieden. Bei drei Gelegenheiten hatte der 64-Jährige seinen Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur bei den Kommunalwahlen im März angekündigt: Beim CSU-Ortsverband, bei einem Pressegespräch und ein paar Tage zuvor schon im Marktgemeinderat, dort im nichtöffentlichen Teil der Sitzung. Die Reaktionen am Ratstisch? Wir haben uns bei einigen Mitgliedern der kleineren Fraktionen umgehört.

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„Respekt“ gebühre dem Rathauschef, sagt Klaus Przewodnik von der Wählergemeinschaft Roth/Berg – vor allem, weil Walz das Gremium frühzeitig informiert habe. „Aber auch für den Stil, wie er uns das vermittelt hat.“ So still wie noch nie sei es im Sitzungssaal gewesen, beschrieb der Marktrat jenen Moment in der abendlichen Runde. Und nicht nur er sei „gespannt darauf“ gewesen, „was jetzt kommt“. Schließlich hätte Walz ja noch einmal antreten können.

Es könnte schwierig werden, mehrere Bewerber zu finden

Und nun? „Wenn es so weiterläuft, wird man in einem Jahr im Guten auseinandergehen“, sagt Przewodnik, der in der Vergangenheit nicht immer konform mit dem Bürgermeister gegangen war. Aber: „Er hat seine Arbeit gemacht und jeden respektiert, es war ein guter Umgang.“

Markträte bedauern den angekündigten Rückzug von Josef Walz

Ihre Emotionen nicht verhehlen will Ratskollegin Karolin Leutenmaier (WG Biberberg-Balmertshofen): „Ich bin schon etwas traurig, denn ich mag ihn sehr gern.“ Zudem habe Walz „seine Arbeit gut gemacht“. Ein wenig tröstlich indes: „Jedes Ende bringt auch einen neuen Anfang“, blickt sie zuversichtlich dem Frühjahr 2020 entgegen.

Deutlich nüchterner kommentiert Dominik Wansing (Grüne) Walz’ Entscheidung: „Sie ist doch verständlich, nicht nur der Enkel wegen. Nach bald 30 Jahren Amtszeit hat er den Ruhestand verdient.“ Da sei es in Ordnung, dass er „Platz für ein jüngeres Gesicht macht“. Auch für den Dritten Bürgermeister Karlheinz Thoma (SPD) ist der Schritt nachvollziehbar und vernünftig, wie er sagt. Sonderlich überrascht habe ihn dieser nicht: „Er hatte sich im Vorfeld zwar nicht festgelegt, aber verschiedenen Äußerungen war dies durchaus zu entnehmen.“ Und beide Alternativen wären aus Thomas Sicht nicht gut gewesen: „Wir sind ja in etwa im gleichen Alter und fühlen uns noch gut. Aber vielleicht sieht das in sechs Jahren anders aus.“ Oder bereits mit dem Plan eines Rücktritts in zwei oder drei Jahren erneut zu kandidieren? „Auch keine gute Lösung“, sagt Thoma.

Der Nachfolger sollte Verwaltungserfahrung mitbringen

Nicht überrascht hat Josef Walz mit seiner Entscheidung Andreas Wöhrle (Freie Wähler). Wobei vielleicht auch die letzte Wahl eine Rolle gespielt haben könnte. „Schon damals war es spannend und er hätte wieder mit einem Gegenkandidaten rechnen müssen“, vermutet der FWG-Mann, der sich in Sachen Walz-Nachfolge auch für 2020 mehrere Bewerbungen wünscht: „Mein grundsätzliches Verständnis ist schon, dass der Bürger überhaupt eine Auswahl hat.“ Die Freien Wähler jedenfalls würden dazu gerne beitragen: „Wenn wir eine qualifizierte Person finden, stellen wir sie auf.“ Allerdings dürfte das nicht leicht fallen, befürchtet Wöhrle. „Wir brauchen diesmal im Landkreis ja viele Kandidaten.“

Auch Ratskollege Thoma sagt: „Wir machen uns Gedanken.“ Aber es sei schwierig, qualifizierte Leute dafür zu gewinnen. Insbesondere Verwaltungserfahrung wäre aus seiner Sicht sehr wichtig. „Die Hälfte des Marktrats wird ab Mai 2020 wohl neu im Amt sein und dazu ein neuer Bürgermeister ohne einschlägige Kenntnisse – das würde kritisch.“ Thomas Befürchtung: „Er wäre doch völlig der Verwaltung ausgeliefert, nach dem Sprichwort: Wer nichts weiß, muss alles glauben.“

Während Klaus Przewodnik für seine Wählergruppe einen eigenen Bürgermeisterkandidaten ausschließt, äußert sich Dominik Wansing vorsichtiger: „Wir werden uns eher zurückhalten“, lässt der Kommunalpolitiker für die Grünen durchblicken, auch er tut das im Wissen um die Rekrutierungsprobleme, „zumal in einem schwarz geprägten Bundesland“. Und bezogen auf sich selbst sagt er: „Ich habe im Moment keine Ambitionen.“

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