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Gottesdienstfrage

14.02.2015

Mit Kompromiss knapp am Konflikt vorbei

Stephan Spiegel
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Stephan Spiegel

Bürgermeister und Pfarrer einigen sich auf „ökumenischen Impuls“ zum Stadtjubiläum in Senden

Im drohenden Konflikt um den ökumenischen Gottesdienst zu den Feierlichkeiten für das Sendener Stadtjubiläum, haben sich Bürgermeister Raphael Bögge ( CSU) und Stadtpfarrer Stephan Speiegel nun in einem Gespräch geeinigt. Statt einer vom Bürgermeister favorisierten gemeinsamen Messe mit dem katholischen und evangelischen Pfarrer wird es nun an dem fraglichen Festsonntag einen „ökumenischen Impuls“ geben. Beide Geistliche werden Psalmtexte sprechen und der Stadt sowie den Feierlichkeiten den Segen erteilen. Ein Gottesdienst ist dies aber nicht. „Es wurde eine grundsätzliche Einigung gefunden, sodass es einen ökumenischen Beitrag im Rahmen des Stadtfestes gibt. Alle anderen Details werden nun geklärt,“ teilte Bögge gestern schriftlich mit.

Dagegen hatte sich nämlich Stadtpfarrer Stephan Spiegel gesträubt, weil ein ökumenischer Gottesdienst am Sonntagvormittag den „Spielregeln“ der katholischen Kirche widerspreche. Wie berichtet, hatte der Seelsorger die Eucharistie als das „Heiligste was wir haben“ bezeichnet. Er erteilte damit den Plänen von Bürgermeister Raphael Bögge, dass es am Festsonntag, 7. Juni, einen solchen Festgottesdienst mit beiden Pfarrern geben sollte, schon vor Monaten eine klare Absage.

An den Rand eines Konfliktes war es gekommen, weil sich Bögge mit der Absage des Stadtpfarrers nicht zufrieden gab und sich in dieser Angelegenheit an Spiegels vorgesetzte Stelle in der Diözese Augsburg gewandt hatte. Allerdings war er dort beim zuständigen Generalvikar Bertram Meier mit dem Hinweis auf klare Beschlüsse der Deutschen Bischofskonferenz ebenfalls abgeblitzt.

Die Vorgehensweise des Bürgermeisters hatte allerdings bei Stadtpfarrer Spiegel für höchste Verwunderung gesorgt, weil sich Bögge an die Diözese gewandt hatte, ohne ihm ein Sterbenswörtchen davon zu erzählen. Stephan Spiegel erfuhr von der Aktion erst, als er eine Kopie des Antwortschreibens bekommen hatte, das Bertram Meier an Bögge geschickt hatte.

Stephan Spiegel hatte sich „höchst verwundert“ und sehr überrascht“ gezeigt, dass sich der Bürgermeister nicht an frühere Absprachen gehalten und versucht habe, über seinen Kopf hinweg den ökumenischen Gottesdienst an höheren Kirchenstellen durchzuboxen. Allerdings hatte der Geistliche sofort betont, dass er aus diesem für ihn „merkwürdigen Verhalten“ keinen Konflikt machen wolle. Gleichwohl war er mit der Rückendeckung aus Augsburg konsequent geblieben und lehnte einen solchen ökumenischen Gottesdienst an einem Sonntagvormittag ab. Stattdessen hatte er alternative Vorschläge unterbreitet, wonach ein solcher Gottesdienst durchaus an einem Samstag stattfinden könne. Dies aber war wiederum beim Bürgermeister auf Ablehnung gestoßen, weil organisatorische Gründe dagegen sprächen. Zunächst hatte Bürgermeister Bögge noch von seinen Mitarbeitern prüfen lassen, ob es möglich ist, einen „Fremdpriester“ zu engagieren, der einen solchen ökumenischen Gottesdienst an einem Sonntagvormittag gehalten hätte. Aber auch diese Überlegungen scheiterten schnell, zumal Spiegel davor gewarnt hatte, einen „Parallel-Gottesdienst“ zu zelebrieren. Damit hätte sich ein katholischer Priester eines Dienstvergehens schuldig gemacht, was unangenehme Konsequenzen nach sich gezogen hätte.

„Es wurde eine grundsätzliche Einigung gefunden, sodass es einen ökumenischen Beitrag im Rahmen des Stadtfestes gibt. Alle anderen Details werden nun geklärt,“ teilte Bögge gestern über den Ausgang einer Unterredung mit dem Stadtpfarrer schriftlich mit. (rost)

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