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Mobilität

08.11.2018

Nahverkehr in Ulm und Neu-Ulm wird immer elektrischer

Die Stadtwerke investieren 2,3 Millionen Euro in die Fuhrpark-Erneuerung. Auf dem Foto drei der insgesamt sechs neuen Gelenkbusse sowie SWU-Geschäftsführer André Dillmann (SWU Verkehr), Oberbürgermeister Gunter Czisch sowie der SWU-Chef Klaus Eder.
Bild: Alexander Kaya

In den kommenden Tagen rollen fünf Hybridbusse der Stadtwerke erstmals auf die Straße. Langfristig sieht OB Czisch Kopenhagen als Vorbild für die Doppelstadt.

Ein vergleichsweise kleiner Auftrag für Daimler, aber ein großer Schritt in die Elektrifizierung des regionalen Nahverkehrs. Mit der Anschaffung der ersten fünf Hybridbusse beginnen die StadtwerkeUlm/Neu-Ulm (SWU) mit der Umrüstung der Busflotte. 2,3 Millionen investieren die SWU in sechs Busse, von denen fünf neue Standards für Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit setzen sollen. Wie André Dillmann, der Chef der SWU Verkehrstochter bei der Vorstellung der Busse erläuterte, ist der einzige Nicht-Hybridbus noch Bestandteil einer früheren Bestellung, die anderen seien auf dem neusten Stand der Technik.

Am liebsten hätte er nur Hybridbusse. Denn die Citaro-Hybrid-Fahrzeuge würden durch neue Technologie, bis zu 8,5 Prozent Kraftstoff einsparen. Der zusätzliche Elektromotor arbeitet als Generator und wandelt Bremsenergie in Strom um. Dieser Strom wird in Kondensatoren gespeichert, der dann dem Elektromotor zur Unterstützung des Verbrennungsmotors vor allem beim Anfahren zur Verfügung steht. Der Stromspeicher besteht aus zwei Modulen, die auf dem Dach montiert sind. Der Grad der Elektrifizierung stehe in einem optimalen Verhältnis zur Wirtschaftlichkeit, so Dillmannn. Die Technik nutze Energie, die normalerweise verpuffe. Ein Abbremsen aus 50 Kilometer pro Stunde bis zum Stand lädt den Stromspeicher komplett auf. Der reine Hybridbus, also ein Bus, bei dem die Hybridtechnologie wie bei vielen Personenkraftwagen üblich, zum Antrieb verwendet wird, sei auf dem Rückzug.

Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch sieht in einem neuen Nahverkehrskonzept eine der Hauptaufgaben der kommenden Jahre – nicht zuletzt um Fahrverbote durch Luftverschmutzung zu vermeiden. Die Inbetriebnahme der neuen Straßenbahnlinie als größte Elektromobilitätsinvestition der vergangenen Jahrzehnte sei der Kern, wie Czisch betonte. Doch Busse würden weiter benötigt.

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Die Stadtwerke haben nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die klären soll, wie sich ein vollelektrischer Bus in der hügeligen Landschaft von Ulm und Neu-Ulm einsetzen lassen würde. Denn, so Dillmann, die Steigungen hoch zum Eselsberg sowie nach Jungingen und Böfingen seien für E-Busse eine Herausforderung. Auf dem Markt gibt es sie jedoch bereits: Erste Fahrzeuge aus dem Hause Daimler werden Ende 2018 ausgeliefert und im Rahmen einer „kundennahen Fahrerprobung“ in den Praxiseinsatz der Metropolregion Rhein-Neckar gehen. Ulms OB Czisch war nach eigenen Angaben jüngst bei einer Testfahrt eines vollelektrischen Daimler-Busses an Bord: „Er hat‘s bis hoch zur Wilhelmsburg geschafft.“

Die Stadtwerke setzen dennoch bewusst auf Bewährtes: Weitere sieben Hybridbusse haben die Stadtwerke bereits bestellt.

Die Flotte darf laut vertraglichen Vereinbarungen im Schnitt maximal acht Jahre alt sein, sodass regelmäßige Wechsel an der Tagesordnung sind. Mit dem schleichenden Wechsel auf Elektromobilität kommen mit Investitionen in die Werkstätten weitere Kosten auf die Stadtwerke zu.

Wie Czisch betonte, liege die Zukunft des elektrisch dominierten Nahverkehrs in einer Vernetzung. Was das heißt, verdeutlichte Czisch mit einem Beispiel: „Vernetzung ist, wenn die Bremsenergie der Straßenbahn genutzt werden kann, das Elektro-Fahrrad aufzuladen.“ Eine dafür notwendige Aufstellung von Stromspeichern planen die Stadtwerke bereits.

Und im Ulmer Digital-Projekt „Verschwörhaus“ werde daran gearbeitet, ein Vorbild aus Dänemark auf Ulmer Bedürfnisse umzuprogrammieren. In Kopenhagen ist nämlich nach Meinung von Czisch bereits heute die Mobilität der Zukunft zu erleben. Vernetzt, leise und elektrisch, so wie sich Czisch den Verkehr für Ulm wünscht, sei der Verkehr dort organisiert. Über eine App ließen sich in der dänischen Hauptstadt die besten Fortbewegungsmöglichkeiten von A nach B unter Einbeziehung aller Verkehrsmittel – Bus, Bahn, Carsharing, Mietrad – anzeigen und gleich buchen.

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