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16.06.2013

Neu-Ulms neues Gesicht am Jahnufer

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2 Bilder
Am Neu-Ulmer Jahnufer werden in den kommenden Monaten exklusive Wohngebäude errichtet.
Bild: Realgrund

Auf Weiss-Areal und Flussmeisterei-Gelände entstehen 126 neue Wohnungen

Von Bernhard Junginger

Neu-Ulm Am Jahnufer hat gestern der Bau einer großen Wohnanlage begonnen, die das Gesicht Neu-Ulms verändern wird. Es geht um ein Gelände im Herzen der Stadt, das eine bewegte, wechselhafte und turbulente Geschichte hat: Mit dem Proviantmagazin befand ich dort die „Speisekammer“ der Bundesfestung, später wurden Lebkuchen gebacken, deren Duft zu jeder Jahreszeit durch die Stadt waberte. Die Flussmeisterei hatte hier ihren Sitz und sorgte dafür, dass der Schiffsverkehr auf der Donau in geregelten Bahnen verlief. Zuletzt entstand eine Industriebrache, die aber auch Spielwiese für Künstler und Musiker war. Und jetzt werden am Jahnufer hochwertige Wohnungen mit Donaublick gebaut.

Die Arbeiten für das Projekt des Investors Realgrund, das nicht unumstritten war, haben gestern mit dem ersten Spatenstich offiziell begonnen. In 15 bis 18 Monaten sollen moderne Gebäude entstehen und mit den denkmalgeschützten Resten der alten Proviantmagazine zu einem Teil des „neuen Gesichts“ der Stadt werden, so Gerold Noerenberg. Der Oberbürgermeister sprach von einem „Festtag für Neu-Ulm“, nun zahlten sich die vielen Millionen Euro aus, die in den vergangenen Jahren in die Innenstadtsanierung gesteckt wurden. „Dieser Funke schlägt jetzt über in private Investitionen“, so Noerenberg.

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Was am Janhnufer nun wächst, hat mit dem sozialen Wohnungsbau, den sich manche im Neu-Ulmer Stadtrat dort gewünscht hätten, nichts zu tun, das räumte auch Walter Hopp, Chef des Bauträgers Realgrund, unumwunden ein: „Wir sind kein Sozialunternehmen, das muss sich für uns rechnen.“ Mit Preisen ab 3500 Euro pro Quadratmeter könne aber nicht von Luxus-Wohnbau die Rede sein. Etwa die Hälfte der 126 Wohnungen habe bereits einen Käufer gefunden haben. Hopp sprach davon, dass das Projekt eine Reihe von Herausforderungen mit sich gebracht habe. So war der Baustart durch ein monatelanges Tauziehen zwischen der Stadt Neu-Ulm und der bayerischen Staatsregierung verzögert worden. Der Freistaat hatte das Flussmeisterei-Gelände vor Jahren an die Stadt verkauft – mit der Auflage, es für eigene Zwecke zu nutzen.

Als die Stadt die Fläche mit Gewinn an Realgrund verkaufte, wollte der Staat einen Anteil. Schließlich kam es zu einer Einigung, nun werden die Pläne von Peter Fink, Sieger eines Architektenwettbewerbs umgesetzt.

In drei bis zu siebenstöckigen Baukörpern über einer Tiefgarage entstehen hauptsächlich Appartements mit zwei bis fünf Zimmern. Im Erdgeschoss gibt es zudem 300 Quadratmeter Fläche für Gewerbe oder Gastronomie. Die denkmalgeschützten Reste der Proviantmagazine werden in den Neubau integriert. Der Oberbürgermeister war von den Plänen derart angetan, dass er scherzhaft einen – wenn auch zweifelhaften – Standortvorteil Neu-Ulms schwinden sah. Gerold Norenberg: „Bis jetzt hieß es immer, dass das Schöne an Neu-Ulm der Blick auf Ulm ist. Jetzt ziehen die Ulmer gleich, denn sie haben künftig einen tollen Blick auf Neu-Ulm.“

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