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Ulm

23.02.2021

Neue Drachenburg in Ulm bekommt anderen Namen – ändert sich noch mehr?

Die Drachenburg in der Beyerstraße 14 wird abgerissen.
Bild: Alexander Kaya

Plus Die Ulmer FWG kritisierte den Namen des Wohnprojekts als frauenfeindlich. Nun stellt das Frauenforum klar: "Drachenburg" war bloß ein Arbeitstitel. Und nun?

Die neue Drachenburg wird nicht Drachenburg heißen. Das hat Gudrun Schmid vom Frauenforum Ulm (FFU) gegenüber unserer Redaktion klargestellt. Der Name sei schlicht der Arbeitstitel für das Projekt. "Dieser ist in der langen Zeit der Historie gewachsen und das neue Haus wird diesen Namen nicht tragen", berichtet Schmid. Das sei auch nie so gedacht gewesen. Die Ulmer FWG-Stadträtin Helga Malischewski hatte das Wort Drachenburg als frauenfeindlich kritisiert, denn er beziehe sich auf zänkische Frauen. Ein anderer Name müsse her. Doch wie geht es weiter?

In einem offenen Brief hatte Malischewski das Frauenforum als kreativ gelobt und um die Suche nach einem neuen, anderen Titel für das Haus gebeten. Das einstige Wohnheim für alleinstehende berufstätige Frauen in der Beyerstraße 14, gewissermaßen am Eingang der Ulmer Weststadt, steht inzwischen leer. Die letzten Bewohnerinnen sind umgezogen. Noch im Frühjahr soll das Gebäude abgerissen werden, wie Frank Pinsler, Chef der städtischen Ulmer Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft (UWS) berichtet. Anschließend wird an der gleichen Stelle ein neues Wohnhaus errichtet. Nach den Wünschen des Frauenforums soll es den früheren Gedanken zumindest in Teilen weitertragen.

Ulm: Drei reservierte Wohnungen für den Verein "Frauen helfen Frauen"?

Wie das aussehen könnte, hat die UWS bereits vorgestellt: Zwei Gemeinschaftswohnprojekte im Haus könnten für Frauen reserviert werden. Das genügt dem Frauenforum aber nicht, eine 60-prozentige Belegung durch Frauen sei angemessen. Denn gerade Rentnerinnen und Alleinerziehende bräuchten Unterstützung.

So soll das Nachfolgergebäude der Drachenburg aussehen.
Bild: Stemshorn Kopp (Visualisierung)

Das Frauenforum setzt nicht nur darauf, benachteiligte Frauen besser zu berücksichtigen. Es fordert auch, dass die Grundrisse der Wohnungen überarbeitet werden, damit mehr kleine Einheiten zur Verfügung steht - und damit mehr bezahlbarer Wohnraum. "Viele Wohnungen werden zu groß gebaut. Man muss es sich auch leisten können", sagt Schmid.

Die Wohnungen sollten überdies barrierefrei oder mindestens barrierearm sein und drei von ihnen sollten dem Verein "Frauen helfen Frauen" zur Verfügung gestellt werden. Der Verein ist Träger des Frauenhauses und der Frauenberatungsstelle. Die Wohnungen seien für Frauen gedacht, die aus dem Frauenhaus ausziehen und ein neues Zuhause suchen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir da etwas erreichen können", gibt sich Schmid hoffnungsvoll.

Neuer Name für die Drachenburg in Ulm noch offen

Diese Ziele und Forderungen gehen auch aus dem Antwortbrief hervor, den das Frauenforum an Helga Malischewski geschickt hat und der unserer Redaktion vorliegt. In dem Brief bestätigen die Verfasserinnen, dass der Name "Drachenburg" aus der Nachkriegszeit stammt. Damals hatten städtische Beamte so über das damals neue Wohnprojekt gesprochen. Daraus sei ein Spitzname entstanden, der auch im Frauenforum verwendet wurde und zum Namen des Arbeitskreises erkoren wurde, der das Konzept für das neue Wohnprojekt erdachte.

Die Verfasserinnen des Briefes an Stadträtin Malischewski stellen aber klar: "Wir versichern Ihnen, dass keine der Frauen, die im Arbeitskreis mitarbeiten, und auch wir Sprecherinnen des FFU andere Frauen diskriminieren oder verletzen würden." Oft bleibt damit zumindest vorerst die Frage, wie das neue Gebäude genannt werden soll.

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