Newsticker
RKI meldet 16.417 Neuinfektionen und 879 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Neues Löschfahrzeug der Feuerwehr Pfaffenhofen kostet 400.000 Euro

Pfaffenhofen

30.08.2020

Neues Löschfahrzeug der Feuerwehr Pfaffenhofen kostet 400.000 Euro

Pfaffenhofens Feuerwehrkommandant Thorsten Schmucker erklärt die Funktionen, Geräte und Besonderheiten des neuen Fahrzeugs.
Bild: Sophia Huber

Plus Die Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen freut sich über einen neuen Wagen in der Garage. Was das Fahrzeug alles kann und worauf die Feuerwehr verzichtet hat.

Das schicke, hellrot glänzende Fahrzeug musste schon vor der offiziellen Präsentation ausrücken – zu einem Verkehrsunfall in Raunertshofen. Danach wurde das nagelneue Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Pfaffenhofen (FFW) geputzt – schließlich soll es noch lange so schön sauber bleiben. Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF20) heißt das neue Gefährt der Feuerwehr, das bei der Vorstellung auf dem Rathausplatz einige neugierige Blicke von Passanten auf sich zieht.

Thorsten Schmucker, der Feuerwehrkommandant der FFW, spricht von einem „Standardfahrzeug“ für jede größere Feuerwehr. Senden, Weißenhorn und auch Straß hätten solche HLF20 bereits. Doch günstig sei so ein Exemplar nicht. Das Pfaffenhofer HLF20 hat rund 405.000 Euro gekostet, davon wurden 119.000 Euro vom Bezirk Schwaben übernommen. Außerdem zahlt der Landkreis Neu-Ulm noch einen Teil. Es hätte sogar noch teurer werden können, wenn man beispielsweise eine Drehleiter gewollt hätte, so Schmucker. Doch darauf habe die FFW Pfaffenhofen verzichtet. „Das rentiert sich im Verhältnis zum Einsatz nicht“, sagt der Kommandant. Und außerdem wäre man damit kostentechnisch im Millionenbereich.

Kommandant Thorsten Schmucker: "Wir haben alles, was wir brauchen"

30 Jahre soll das Fahrzeug – wenn möglich – erhalten bleiben. Dann muss wieder ein neues her. Das gibt das bayerische Feuerwehrgesetz so vor. Das ehemalige Löschfahrzeug in Pfaffenhofen war rund 15 Jahre alt und voll intakt. „An Altersschwäche stirbt so ein Fahrzeug nicht. Aber man muss auf dem Stand der Technik bleiben“, gibt Schmucker zu. Außerdem seien die Herausforderungen beim Feuer- und Bevölkerungsschutz sowie der technischen Hilfeleistung gestiegen. Etwa zweieinhalb Jahre hat es gedauert, bis das HLF geplant und bestellt war. Dafür war sogar eine europaweite Ausschreibung nötig und es wurde ein Planungsbüro und eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, wie Bürgermeister Sebastian Sparwasser bei der Vorstellung erzählt. Anfang August wurde das Auto schließlich von einigen Mitgliedern der FFW Pfaffenhofen in Giengen an der Brenz abgeholt. Dort ist der Sitz der Firma Ziegler, die das Fahrzeug konstruiert und gebaut hat.

„Unsere Eier legende Wollmilchsau“ nennt Schmucker das HLF. Er öffnet alle Türen und läuft einmal um den Wagen herum. „Wir haben alles, was wir brauchen, genau auf die Bedürfnisse hier angepasst“, so der Kommandant und zeigt die verschiedenen Elemente. In einem Katalog konnten sich die Feuerwehrler die Module aussuchen, die für die hiesige Region von Vorteil sind. Beispielsweise hat das HLF eine Wattiefe von 80 Zentimetern, um bei Hochwasser eingesetzt werden zu können.

Neues Fahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen

Jeder Schlauch, jedes Gerät und jeder Hammer hat seinen Platz im Wagen. Auf ein paar Neuerungen geht Schmucker gerne ein: Beispielsweise kann sich die FFW ab sofort über eine Rettungsplattform zur Rettung von Lkw-Fahrern, über Sprungpolster zur Menschenrettung aus Gebäuden oder über eine Absturzsicherung bei Höheneinsätzen freuen. Neu ist auch eine sogenannte Schleifkorbtrage zur Menschenrettung aus Autos oder Höhen. Die Ehrenamtlichen hoffen natürlich dennoch, dass das Equipment nicht so schnell zum Einsatz kommen muss.

Bei der Ausstattung gibt sich Kommandant Schmucker bescheiden: „Wir haben es schon eher einfach gehalten.“ Ein Universalfahrzeug also, das bei fast allen Einsätzen geeignet sei.

Die Zahlen und Fakten zum Wagen klingen dennoch ordentlich: Knapp 15 Tonnen wiegt das Fahrzeug der Marke Mercedes Benz. 300 PS schnell kann der Automatikwagen fahren. Sieben Feuerwehrleute, sowie ein Gruppenführer und ein Maschinist, der in aller Regel fährt, passen in das HLF. Und 2000 Liter lassen sich in den Wassertank füllen.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren