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Landkreis Neu-Ulm

15.04.2015

Polizei tritt Rasern auf den Bleifuß

Am morgigen Donnerstag, 16. April, schwärmen wieder zahlreiche Polizeibeamte in der Region mit ihren Laserpistolen zum Blitzmarathon aus.

Am Donnerstag schwärmen die Ordnungshüter in der Region wieder verstärkt zu Geschwindigkeitskontrollen aus und kündigen an, wo sie im Laufe des Tages stehen werden

Mittlerweile ist er schon fast zu einem festen Termin im Jahresablauf von Polizei und Autofahrern geworden: der sogenannte Blitzmarathon. Am kommenden Donnerstag, 16. April, ist es wieder so weit: Wie im gesamten Bundesgebiet und in vielen anderen europäischen Ländern werden dann um 6 Uhr auch wieder Polizeibeamte in der Region ausschwärmen, um an zahlreichen Messstellen mit ihren Laserpistolen Raser ins Visier zu nehmen.

Der Grund, einen vergleichsweise personalintensiven Blitzmarathon zu starten, ist derselbe wie im Premierenjahr 2013: Autofahrer sollen wieder einmal daran erinnert werden, dass Tempolimits nicht dazu da sind, missachtet zu werden. Oder, wie es der bayerische Innenminister Joachim Herrmann ausdrückt: „Unser Ziel ist es, das Problembewusstsein der Autofahrer für zu hohe Geschwindigkeit zu schärfen.“

Das tut offenbar Not, denn im vergangenen Jahr ereigneten sich in Bayern über 17100 Unfälle aufgrund nicht angepasster oder überhöhter Geschwindigkeit, bei denen laut Polizeistatistik 190 Menschen ums Leben kamen. Insgesamt starben 2014 knapp 620 Personen den Unfalltod. Bis zum Jahr 2020 soll diese traurige Zahl auf 500 sinken – dazu soll der Blitzmarathon beitragen. Ähnlich wie sein oberster Dienstherr Herrmann argumentiert auch Franz Mayr, neuer Leiter der Polizeiinspektion Illertissen. „Unser Ziel ist es nicht, mehr Raser zu erwischen. Wir wollen die Verkehrsteilnehmer daran erinnern, sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten.“

Schwerpunktmäßig wird in diesem Jahr an Landstraßen geblitzt und gelasert. Das hängt laut Hauptkommissar Franz Mayr damit zusammen, dass dort die meisten schweren Geschwindigkeitsunfälle passieren – obwohl dort maximal 100 Stundenkilometer schnell gefahren werden darf, während auf Autobahnen in weiten Teilen beim Tempo noch freie Fahrt für freie Bürger gilt. Notorische Raser sollten aber nicht glauben, dass es ausreicht, nur am Donnerstag den Bleifuß zu lupfen: Während in den meisten anderen Bundesländern in der Nacht der Blitzmarathon endet, wird die bayerische Polizei auch in den folgenden Tagen öfter als sonst Tempokontrollen vornehmen. Allerdings: Wo die Beamten dann mit ihren Gerätschaften Posten beziehen, bleibt das Geheimnis der Einsatzleiter. Zudem wäre es ein unter Umständen teurer Irrglaube, anzunehmen, dass die Polizei am Donnerstag Autofahrer einzig und allein durch die Optik der Laserpistole sieht. Wer ohne Gurt oder mit Handy am Ohr durch die Weltgeschichte kurvt, wird ebenso aus dem Verkehr gezogen, wie derjenige, der zu tief ins Glas geschaut oder einen Joint geraucht hat.

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