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Neu-Ulm

10.11.2020

Südstadtbogen: Geht es nächstes Jahr auf der Großbaustelle in Neu-Ulm weiter?

Der Südstadtbogen in Neu-Ulm zwischen den Bahngleisen und der Von-Hünefeld-Straße sowie der Memminger Straße (im Vordergrund) ist eines der größten Bauvorhaben in der Region. Doch seit Monaten tut sich nichts mehr auf der Baustelle. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen den Investoren.
Bild: Alexander Kaya

Plus Auf der Großbaustelle in Neu-Ulm herrscht Stillstand, bis die Verhandlungen der Investoren abgeschlossen sind. Für das geplante Hochhaus wird ein Käufer gesucht.

Wann geht es weiter auf der Baustelle des Südstadtbogens an den Bahngleisen in Neu-Ulm? Seit mehreren Monaten hat sich dort nichts mehr getan. Im Hintergrund laufen Gespräche der Investoren, die das Millionen-Projekt auf neue Beine stellen müssen. Ob die Bauarbeiten nächstes Jahr fortgesetzt werden können, ist offenbar noch nicht sicher. Ein Fragezeichen steht auch hinter dem markantesten Teil des Vorhabens, dem 13-stöckigen Südstadtturm.

Die Stadt Neu-Ulm ist einer von vier Investoren am Südstadtbogen

Eigentlich sollte der Südstadtbogen, dessen Gesamtkosten mit 140 Millionen Euro angegeben wurden, Ende 2022 fertig sein. Doch die Pleite des bisherigen Bauherrn, der Ulmer Realgrund AG, brachte die Planung gehörig durcheinander. Und so ist drei Jahre nach dem ersten Spatenstich zwar die Tiefgarage weitgehend fertig, doch was wann darüber gebaut wird, ist derzeit Verhandlungssache zwischen den Investoren, die das Bauvorhaben nun in Eigenregie umsetzen wollen. Einer von vier Investoren ist die Stadt Neu-Ulm, die anderen sind Unternehmen wie Versicherungskonzerne und Pensionskassen.

Geplant sind 450 neue Wohnungen und ein 13-stöckiges Hochhaus

Es geht um ein 16.800 Quadratmeter großes Grundstück südwestlich der Memminger Straße/Hermann-Köhl-Straße, das wie ein Bogen entlang der Bahnlinie auf der einen und der Von-Hünefeld-Straße auf der anderen Seite verläuft. 450 neue Wohnungen in mehrgeschossigen Gebäuden sollen dort entstehen, darunter 850 Parkplätze in einer Tiefgarage auf drei Ebenen. Im Erdgeschoss soll es auch Gastronomie mit Außenbewirtschaftung geben. Direkt an der Straße, gegenüber der Glacis-Galerie, soll ein 13-stöckiges Hochhaus entstehen, der Südstadtturm. Größtenteils sind dort Büros vorgesehen, in den drei obersten Stockwerken auch Wohnungen. Laut Stadtverwaltung soll das markante Gebäude als „Solitär“ gezielt den Stadteingang am Kreisel Bahnhofstraße/Hermann-Köhl-Straße markieren.

Der geplante Südstadtturm an der Memminger Straße in Neu-Ulm steht zum Verkauf

Doch ausgerechnet der Bau des im Wortsinne herausragenden Prunkstücks des Südstadtbogens ist in weite Ferne gerückt. Denn es ist Teil der Insolvenzmasse im Verfahren um Realgrund, das noch nicht abgeschlossen ist. „Es stehen noch zwei Objekte, eines davon ist der Büroturm des Südstadtbogens, zum Verkauf“, teilte der Handlungsbevollmächtigte in dem Insolvenzverfahren, Patrick Wahren von SGP Schneider Geiwitz auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Diese sollen möglichst zeitnah veräußert werden. Gespräche mit potenziellen Investoren laufen.“ Welche Summe für den Südstadtturm im Raum steht, konnte Wahren nicht sagen. Aufgrund der Baukostensteigerungen müssten die Gesamtkosten neu ermittelt werden. Da das Hochhaus erst gebaut werden muss, handelt es sich im Kern um den Grundstücksanteil und die Planung, die veräußert werden sollen. Bei dem anderen Realgrund-Objekt, das noch zum Verkauf steht, handelt es sich um ein Wohn- und Geschäftshaus in Weinstadt-Beutelsbach (Rems-Murr-Kreis).

Die meisten Objekte der insolventen Realgrund AG sind bereits verkauft

Die restlichen Projekte des insolventen Bauträgers wurden von verschiedenen Investoren übernommen, unter anderem ein großes Bauvorhaben an der Ecke Karlstraße/Neutorstraße in Ulm – und eben der Südstadtbogen mit Ausnahme des Turms. Für das Neu-Ulmer Millionen-Projekt bedeutet das: Die Investoren müssen den ursprünglich vorgesehenen Bauablauf ändern, vorläufig ohne das Hochhaus, das eigentlich als erstes errichtet werden sollte. Und dazu müssen sich die Geldgeber einigen. Stadtkämmerer Berthold Stier, der bei der Stadt Neu-Ulm für das Immobilienmanagement zuständig ist, spricht von einer „Schicksalsgemeinschaft“.

„Dadurch, dass es im Untergrund drei verschiedene Ebenen über die komplette Länge des Grundstücks gibt, müssen sich alle abstimmen“, sagte Stier. „Da kann nicht einfach jeder was drauf bauen.“ Sonst könne es zu Schäden an dem Trogbauwerk kommen. Dazu liefen derzeit Untersuchungen. Auf die Frage, wann die Bauarbeiten am Südstadtbogen fortgesetzt werden, sagte der Stadtkämmerer: „Wir sind guter Dinge, dass es nächstes oder spätestens übernächstes Jahr weitergeht.“

Den Bau des Hochhauses sieht er eher ans Ende des Projekts gerückt. Doch die Lage sei attraktiv. „Wenn die Konditionen stimmen, klappt’s auch mit dem Südstadtturm“, sagte Stier.

Die Stadt Neu-Ulm hat 390 von 850 Parkplätzen in der Tiefgarage gekauft

Die Stadt Neu-Ulm hat Realgrund 390 Parkplätze auf einer Ebene der Tiefgarage abgekauft. Sie sind als Ersatz für das Parkhaus am Bahnhof gedacht, das abgerissen wurde. Der Preis betrug 30.000 Euro pro Stellplatz, was insgesamt eine Summe von 11,7 Millionen Euro macht. Bezahlt wurde jedoch nach Baufortschritt, daher hat die Stadt nur sieben Millionen Euro bezahlt. Die Parkplätze sind im Rohbau fertig. Doch um die restlichen Arbeiten, etwa den Einbau der Technik, muss sich die Stadt nun selbst kümmern.

Lesen Sie dazu auch diesen Kommentar: Bloß nicht noch eine Bauruine in Neu-Ulm

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