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Ulm

10.02.2018

Ulmer Muslime werben für den friedlichen Islam

„Wir sind Deutschland“. Die Ulmer Vertreter der islamischen Gemeinschaft Ahmadiyya bekennen sich bewusst zur deutschen Grundordnung.
Bild: Gerrit-R. Ranft

Worauf die Mitglieder der Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat setzen und wie sie Brücken bauen wollen.

„Wir sind alle Deutschland“, prangt es in schwarzen, roten und goldenen Lettern auf weißen T-Shirts und bunten Flyern. Die Mitglieder der islamischen Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat, als deren ursprüngliche Heimat Pakistan gilt, sprechen sich in dieser Weise für ihren Wohnsitz Deutschland aus. Zum zweiten Mal schon werben sie in einer breit angelegten Kampagne für einen friedliebenden Islam, erstmals auch in Ulm, Neu-Ulm und dem Alb-Donau-Kreis.

„Wir wollen mit den Menschen in Deutschland in einen Dialog kommen“, sagt Imam Tahssin Rasheed von der Qamar Moschee in Weil der Stadt, der am gestrigen Donnerstag zu einem Pressegespräch ins Ulmer Bürgerhaus Mitte geladen hatte. Seit langem schon setze sich Ahmadiyya Muslim Jamaat in unterschiedlichen Kampagnen weltweit für ein friedliches Miteinander aller Menschen ein, vor anderthalb Jahren erstmals auch in Deutschland. In den kommenden Wochen werde sich die eher kleine Ulmer Gemeinde mit ihren rund 150 Mitgliedern an der Kampagne beteiligen. „Islam heißt Frieden“, sagte der Imam als islamischer Theologe, „und deshalb wollen wir mit öffentlichen Veranstaltungen und Informationsständen zeigen, wer und was wir wirklich sind“. Die Menschen nähmen überwiegend nur wahr, was im Namen des Islam an Gewalt und Terror auf der Welt geschehe. Das aber sei nicht der wahre Islam. Für ihn gelte das Gegenteil nämlich „Liebe für alle, Hass für keinen“.

Der Ulmer Zweig der Ahmadiyya Muslim Jamaat, dem auch Mitglieder in Neu-Ulm, Senden und Langenau angehören, unterhält keine eigene Moschee, sondern lediglich einen Gebetsraum. Gegründet worden sei die Gemeinde 1992, erläuterte ihr Präsident Zahlid Mahmood. In die nun beginnende und bis Ende April dauernde Kampagne wollen die Mitglieder aber voll einsteigen. „Wir werden in 170 Ortschaften rund um Ulm Flyer verteilen, die auf unser Anliegen hinweisen“, sagte Zahlid Mahmood. Gleichzeitig suchten sie das Gespräch mit den Menschen am Ort, um ihnen die friedfertigen Vorstellungen des wahren Islam zu vermitteln. Dazu würden wiederholt Informationsstände aufgebaut und zu einer öffentlichen Veranstaltung im Bürgerhaus Mitte eingeladen. Dort werde ein muslimischer Theologe einen Vortrag halten. Danach sollten bei Kaffee und Kuchen intensive Gespräche geführt werden. Wie schon im vergangenen November unweit des Donaustadions solle auch heuer wieder ein Friedensbaum gepflanzt werden. Weil ihnen Deutschland inzwischen zur Heimat geworden sei, wollten sie in dieser Weise gern ein Stück weit Dank abtragen. „Wir helfen gern, wo immer wir können und gebraucht werden“, sagte der Ulmer Präsident und erinnerte an die Putzaktionen, die am Neujahrstag schon in Wiblingen und am Münsterplatz veranstaltet worden seien. „Wir wollen mit unserm Handeln und nun vor allem mit der Kampagne Brücken bauen für ein gutes Verhältnis zwischen Muslimen und Nichtmuslimen“, kündigte Zahlid Mahmood an. Deshalb wünsche er sich in den kommenden Wochen offene Gespräche mit allen und viele Teilnehmer zu den öffentlichen Veranstaltungen.

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