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Ulm

24.11.2019

Weltweite Klimastreiks: Das sind die Forderungen

In Ulm wird wieder für mehr Klimaschutz demonstriert.
Foto: Sophie Richter

Am Freitag ruft „Fridays for Future“ zum vierten Mal zu weltweiten Demonstrationen auf – auch in Ulm.

Es wird wieder global gestreikt. Am Freitag, 29. November ruft „Fridays for Future“ zum vierten weltweiten Klimastreik auf. Auch in Ulm wird demonstriert, um 15 Uhr am Marktplatz. Diesmal, nach Angaben der Organisatoren nicht nur auf den Straßen, sondern auch in Schulen, Behörden und Geschäften. Ein „#NeustartKlima“ wird – vor allem nach dem umstrittenen Klimapaket der Bundesregierung – gefordert. Aber was bedeutet das?

Seit gut einem Jahr demonstrieren Menschen weltweit regelmäßig für mehr Klimaschutz. Nach den Aktionstagen im März, Mai und September wird es nun der vierte globale Klimastreik sein. Und die Teilnehmerzahlen steigen: Im März waren es laut den Veranstaltern weltweit noch gut eine Million Demonstranten, im September bis zu sieben. In Deutschland verfünffachte sich die Zahl nahezu von 300000 auf 1,4 Millionen. Auch in Ulm gehen immer mehr Menschen für den Klimaschutz auf die Straße. Und die Streiks sind mittlerweile nicht mehr der Jugend vorbehalten, sondern generationenübergreifend. So plant es die Bewegung auch für den 29. November. Der Anlass des Klimastreiks ist diesmal der Beginn der 25. Weltklimakonferenz in Madrid am 2. Dezember. Im September waren es der Weltkindertag, der UN Climate Action Summit und die Verabschiedung des Klimapakets der deutschen Bundesregierung.

Die Forderungen sind ambitioniert, aber gerechtfertigt

Die Forderungen der Bewegung sind dagegen nach wie vor die gleichen. Essenziell sei die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015: Ein durchschnittlicher, langfristiger Temperaturanstieg von maximal zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten – jedoch mit dem Ziel, es auf eineinhalb Grad zu begrenzen, da sich die Atmosphäre etwas verzögert noch weiter aufheizen könnte, befürchten Experten. Außerdem sollen die weltweiten Treibhausgas-Emissionen zügig abgebaut und Geld zugunsten des Umweltschutzes eingesetzt werden. Darüber müssten die Länder auch Rechenschaft erstatten, lautet die Forderung.

In Deutschland verlangt „Fridays for Future“ konkret, dass bereits bis 2035 die Emissionen ein Nettonull erreichen müssen. Das bedeutet, dass nicht mehr klimaschädliche Gase ausgestoßen als gespeichert werden – zum Beispiel mithilfe von vielen neu gepflanzten Bäumen. Bis 2030 soll zudem der Kohleausstieg vollzogen werden – ein Viertel davon bereits bis Ende des Jahres. Schon ab 2020 sollen jegliche Subventionen für fossile Energieträger abgebaut und bis 2035 vollständig auf eine erneuerbare Energieversorgung gesetzt werden. Des Weiteren fordert die Bewegung eine Steuer auf die Emission von Treibhausgasen, die – nicht wie im Klimapaket der Bundesregierung beschlossen mit vorerst 10 Euro und langsamen Anstieg auf 60 Euro pro Tonne – bei 180 Euro pro Tonne liegt.

Mehr zum Thema: Fridays for Future: Schüler demonstrieren 48 Stunden lang

Die Ziele der Bewegung sind hoch angesetzt, doch die Mehrheit der Wissenschaftler ist sich einig: es muss gehandelt werden. Das ist auch die Meinung des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), eines weltweiten Zusammenschlusses von Wissenschaftlern, der gemeinhin auch als „Weltklimarat“ bezeichnet wird. 195 Länder sind hier vertreten. Die Aussagen des Gremiums sind Grundlage für viele politische Entscheidungen. Ein weiterer wissenschaftlicher Rat, das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, hat 16 Kipppunkte für das Klima festgelegt. Diese Punkte könnten ausschlaggebend für die Verselbstständigung der Erderwärmung sein. Somit sollten sie definitiv abgewendet werden.

Dazu zählt das Auftauen der Permafrostböden. Ein Viertel der Landfläche der Nordhalbkugel ist permanent gefroren und speichert unter anderem Unmengen an Methan, die drohen in die Atmosphäre zu gelangen. Arktische Eisschilde schmelzen und reflektieren weniger Sonnenstrahlen zurück, wodurch sich das Wasser noch mehr aufwärmt und noch mehr Eis schmilzt. Nur ein Beispiel unter den Kipppunkten, die auf der Website des Instituts erklärt werden.

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