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Ulm

09.05.2015

Zwölfmal so viele Grippekranke wie voriges Jahr

Die Zahl der Grippekranken ist in diesem Jahr deutlich angestiegen.
Bild: Martina Diemand

In Ulm wurden bis April 126 Fälle nachgewiesen. Die Dunkelziffer ist jedoch sehr hoch.

Die Grippewelle ist mittlerweile deutlich abgeebbt. Doch in den ersten vier Monaten des Jahres hat sie außergewöhnlich viele Menschen mitgerissen, so die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK). In Ulm gab es mit bisher 126 Grippepatienten bereits mehr als zwölfmal so viele Betroffene wie im gesamten Vorjahr (10). Landesweit wurden 2015 bislang 8600 Fälle von Virusgrippe (Influenza) an das Robert-Koch-Institut gemeldet. Im Vorjahr waren insgesamt nur 1075 Menschen an Grippe erkrankt. Laut TK wurden in Baden-Württemberg seit Beginn der Aufzeichnungen 2001 nur im „Schweinegrippejahr“ 2009 mehr Grippepatienten registriert, nämlich 19900.

Und das sind nur die Fälle, bei denen das Virus im Labor nachgewiesen wurde. Eine Meldepflicht besteht bei Grippe nicht. Daher ist die Dunkelziffer hoch. Viele Menschen wissen also gar nicht, dass die Grippe sie erwischt hat. Gibt es keinen Labornachweis, bleibt nur die Vermutung anhand der Symptome: Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Schwäche. Die Krankheit kommt meist aus heiterem Himmel. Betroffene liegen auf jeden Fall einige Tage flach.

In den Kliniken in der Region machte sich die Zahl der Erkrankungen deutlich bemerkbar. Etliche Grippekranke entwickelten Folgekrankheiten wie Lungenentzündung oder Bronchitis. In der Donauklinik in Neu-Ulm mussten die Patienten zum Teil auf die Gänge, weil alle Zimmer belegt waren. Auch das Universitätsklinikum Ulm stieß zeitweise an die Grenzen seiner Kapazität. Dazu kam, dass auch das Personal durch die Influenza stark dezimiert war. Das betraf die Krankenhäuser, aber auch andere Einrichtungen. Beispielsweise musste das Hallenbad in Neu-Ulm zwei Tage lang geschlossen bleiben, weil zu viele Mitarbeiter erkrankt waren.

Besonders in den „ungeraden“ Jahren schlug von 2002 bis 2015 die Grippewelle in Baden-Württemberg deutlicher zu. In den „geraden“ ebbte sie wieder ab. Auch der TK-Gesundheitsreport bestätigt diesen Trend: „Eine Auswertung unserer Daten der letzten zehn Jahre zeigt, dass die meisten erkältungs- oder grippebedingten Fehlzeiten Ende Februar anfallen und in jedem zweiten Jahr für eine auffällige Erkältungswelle sorgen“, so Klaus Föll, Sprecher der TK in Ulm. In den geraden Jahren, bis auf eine Ausnahme 2008, seien Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen eher unauffällig gewesen. Stark gefährdeten Personen wie Kindern, Schwangeren, Älteren und chronisch Kranken empfiehlt die Kasse eine Schutzimpfung im Herbst vor Beginn der Grippesaison.

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