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DFB-Pokal

20.08.2018

Die Stimmung im Donaustadion: Begeisterung überall

Volle Ränge im Ulmer Donaustadion beim Pokal-Spiel gegen Eintracht Frankfurt.
Bild: Alexander Kaya

Die Euphorie kennt im Donaustadion nach der Pokal-Sensation kaum Grenzen. Besonders nicht nach dem Abpfiff.

Noch lange nach dem 2:1-Sieg der Spatzen gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt in der ersten Runde des DFB-Pokals hallte es durch die Friedrichsau: „Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehn, so schön, so schön.“ Ein Erfolg in einem Pflichtspiel gegen einen Erstligisten ist sehr lange her. Und was war das am Samstag für ein Erfolg. Die Fans feierten ihren SSV Ulm 1846 Fußball völlig euphorisiert: „Pokalsieger-Besieger!“

Die tausendfach angereiste Frankfurter Anhängerschaft, die zu Spielbeginn gleich mit Pyros, Rauchbomben und Knallern das Stadion gegen sich aufgebracht hatte, hatte in puncto Schlachtgesänge und Lautstärke zwar zunächst den Ton angegeben, aber für ihre zwischenzeitlichen Schmährufe „Hurensöhne“ oder „Ulmer Schweine“ ein gellendes Pfeifkonzert geerntet. Beim Abpfiff waren sie dann stumm.

Wie am 18. Dezember 1999 – damals bestritten die Spatzen ihre erste und bislang einzige Bundesligasaison – fielen am Samstag in Ulm drei Tore. Damals waren es drei für Ulm, null für die Eintracht. Diesmal waren es „nur“ zwei für Ulm, aber eben auch nur eines für die Hessen. Gleichzeitig auch die Revanche für die 1:2-Niederlage der Spatzen in ihrem letzten Bundesligaspiel bei der Frankfurter Eintracht. Damals bedeutete dies das Aus für die Ulmer in der Bundesliga, am Samstag war es das Aus für die Eintracht im DFB-Pokal. Das klang für die hiesigen Fans nach Gerechtigkeit.

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18.500 Zuschauer beim Pokal-Spiel im Ulmer Donaustadion

18.500 begeisterte Zuschauer im Donaustadion – welch ein Anblick bei herrlichem Sommerwetter. An den Kassen mit den Hinweisschildern „Ausverkauft“ pilgerten viele Fußballfans vorbei, die angesichts der gewöhnlichen Zuschauerzahlen bei den Spatzen so zwischen 1500 und 2000 garantiert seit langer Zeit die Arena nur von außen gesehen hatten. Einer von ihnen war Tom Ostermann, der erzählte: „Bei einem Ulmer Pflichtspiel war ich zuletzt vor etwa drei Jahren. Zu Bundesligazeiten hatte ich eine Dauerkarte. Heute kann man mal wieder an der großen, weiten Fußballwelt schnuppern.“ Reinhold Vogele hingegen geht öfter ins Stadion, obwohl er hier gar nicht wohnt. „Ich bin aber geborener Ulmer“, berichtete er vor der Schlacht. „Ich komme öfter hierher und dann gehe ich mal zu den Spielen der Spatzen, zuletzt sah ich sie gegen Offenbach. Realistisch betrachtet werden sie heute verlieren, aber es wäre toll, wenn sie in die dritte Liga kämen.“ Werner Anthon sagte, er sei früher regelmäßig zu den Spielen der Ulmer gegangen, „in der vergangenen Saison aber nur zwei- bis dreimal. Das heute ist ein großes Event. Vielleicht gibt es einen Schub für diese Saison“.

Nicht nur fürs Team, sondern auch für die Fans. Schon in der Halbzeitpause, als es noch 0:0 stand, zeigte sich Oberbürgermeister Gunter Czisch begeistert: „Die Spatzen schlagen sich hervorragend. Zu Beginn hatten sie ein paar gute Chancen. Was ich hier sehe, macht Lust auf mehr.“ Dann erklärte er: „Ich bin wegen Zeitproblemen nicht so oft hier im Stadion. Das soll sich künftig ändern.“

Wenn bei den nächsten Heimspielen der Spatzen nicht viel mehr Zuschauer als zuletzt das Donaustadion bevölkern, kann man die Fußballfreunde nicht verstehen – darin waren sich die Verantwortlichen und Helfer des Vereins einig. Auch Willy Götz, Präsident des vom Fußball unabhängigen SSV Ulm 1846, konnte das Gesehene kaum glauben: „Klasse! Das war fast so schön wie bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin, bei der unser Arthur Abele Zehnkampf-Europameister geworden ist. In der Friedrichsau flimmert einfach immer sportive Luft.“ Ebenso freute sich Klaus Müller aus Illerkirchberg: „Die Ulmer haben ihre Möglichkeiten voll ausgeschöpft. Das war super.“ Und Spatzen-Maskottchen Jack schwenkte glückselig eine Pokal-Attrappe.

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