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Leichtathletik

08.02.2018

Eine Vöhringerin läuft allen davon

Svenja Pfetsch im vergangenen Sommer bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften im Ulmer Donaustadion. Momentan zeigt die 16-Jährige beachtliche Leistungen.
Bild: Horst Hörger (Archiv)

Die 16-jährige Svenja Pfetsch vom SC Vöhringen lässt mit ihren Leistungen derzeit aufhorchen. Sie reiht sich ein in eine Liste von Top-Läuferinnen des Vereins.

Sie wirkt erst etwas zart und zerbrechlich, aber dann zeigt sie, dass sie ungemein viel Power hat: Svenja Pfetsch, 16-jährige Klassesprinterin des SC Vöhringen. Schon in den vergangenen Jahren hat die Schülerin des Ulmer Anna-Essinger-Gymnasiums mit ihrem Talent auf sich aufmerksam gemacht. In dieser Hallensaison hat sie bisher ihre ganze Stärke gezeigt: Bayerische Meisterin der U18 über 60 Meter, bayerische Vizemeisterin in der gleichen Altersklasse über 200 Meter und bayerische U20-Vizemeisterin über 60 Meter. Da hat sie jeweils zum Teil deutlich Älteren die Hacken gezeigt. Pfetsch scheint in die Fußstapfen anderer großartiger Sprinterinnen zu treten, die vor ihr im SC Vöhringen groß geworden sind. Zu nennen sind da auf jeden Fall die Zwillinge Julia und Martina Riedl, Celina Kränzle und mit leichten Abstrichen, weil sie nicht lange im SCV war, Verena Sailer.

So richtig ins Blickfeld rückten die Vöhringer Sprinterinnen, als die Zwillinge Julia und Martina Riedl bei regionalen und überregionalen Meisterschaften erfolgreich waren. Wobei Martina Riedl noch etwas stärker war. Ihre herausragenden Ergebnisse: deutsche U18-Meisterin über 200 Meter, deutsche U20-Hallenmeisterin über 200 Meter; deutsche U23-Meisterin über 200 Meter und DM-Fünfte bei den Aktiven über 200 Meter. Julia Riedl, die momentan studienhalber in den USA weilt, aber kürzlich von der LG Stadtwerke München, für die sie wie ihre Schwester in den vergangenen Jahren startete, zum SC Vöhringen zurückgekehrt ist, war über 100 und 200 Meter etwas langsamer als Martina, weist aber über 60 Meter mit 7,62 Sekunden die exakt gleiche Bestzeit auf.

Vöhringen brachte viele Lauftalente hervor

Celina Kränzle, seit 2016 wegen ihres Studiums bei der MTG Mannheim, ist über 100 und 200 Meter mit ihren Bestleistungen von 11,85 beziehungsweise 23;92 Sekunden schon dicht an Martina Riedl (11,78/23,84) herangerückt und ist noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung. Ihre Karriere beendet hat 2015 Verena Sailer, die sie mit zwölf Jahren beim SCV begonnen hatte. In Vöhringen blieb sie damals nur recht kurz, holte sich dort aber die Grundlagen für ihre späteren Erfolge. Nach ihrer ersten deutschen Jugendmeisterschaft im Jahr 2003 sammelte sie Titel und erzielte Bestleistungen in Serie. Herausragende Erfolge von ihr waren: 2009 schnellste europäische und schnellste weiße Sprinterin der Welt; 2010 Europameisterin in Barcelona über 100 Meter.

Svenja Pfetsch, die sportlich mit Rhönradturnen begonnen hatte, nun aber schon seit acht Jahren Leichtathletik betreibt und in der Regel fünfmal die Woche trainiert, ist erst 16, hat aber auch schon starke Bestzeiten vorzuweisen: in der Halle 7,64 Sekunden über 60 und 24,69 Sekunden über 200 Meter (damit Zwölfte der deutschen Bestenliste); im Freien 12,20 Sekunden über 100 und 24,86 Sekunden über 200 Meter. Zum Vergleich die Freiland-Bestwerte von Martina Riedl: 11,78 (100 Meter) und 23,84 (200 Meter). Für die kommende Sommersaison hat sich Svenja Pfetsch, die am 24. und 25. Februar in Halle/Saale bei der deutschen Hallen-DM der U20 starten wird, klare Ziele gesetzt. „Ich will die 100 Meter unter zwölf und die 200 Meter unter 24,30 Sekunden laufen.“

Stimmung bei Vöhringer Leichtathleten ist gut

Möglich ist dies sicher, denn ihr erfahrener Trainer Eugen Buchmüller, der an seinem Schützling die „tolle Reaktionsfähigkeit und starke Beschleunigung“ sehr schätzt, sagt: „Svenja zeigt im Training eine ungeheure Bereitschaft, sie nimmt Ratschläge schnell auf und setzt sie auch schnell um. Und sie besitzt eine ausgezeichnete Konzentrationsfähigkeit.“ Für die U18-Europameisterschaft wird es Svenja Pfetsch wohl nicht ganz reichen, so liegt dieses Jahr ihr Hauptaugenmerk auf den deutschen U18-Titelkämpfen Ende Juli in Rostock.

SCV-Abteilungsleiter Gerhard Fesenmayer setzt Svenja Pfetsch dabei kein bisschen unter Druck: „Ihre Platzierung bei der DM ist sekundär. Sie soll vor allem Erfahrung sammeln, erleben, was außen herum passiert und Spaß haben.“ Vielleicht ist das das Rezept, warum es beim SC Vöhringen seit vielen Jahren immer wieder herausragende Sprinterinnen – im Übrigen aber keine exzellenten Sprinter – gibt: Einerseits wird dort die Leichtathletik mit viel Engagement und Herzblut betrieben, andererseits mit einer guten Portion Leichtigkeit. Fesenmayer fügt an: „Wir haben natürlich auch einen sehr guten Trainer und unsere Athleten fühlen sich hier alle pudelwohl.“ Und etwas scherzend: „Vielleicht liegt es aber auch an der Vöhringer Luft.“

Die hat dann eben auch Svenja Pfetsch gut getan: Bis heute hat sie schon bei Meisterschaften zehn Medaillen errungen. Und dies ist wohl erst der Anfang. Wobei natürlich die „Gefahr“ besteht, dass sie nach ihrem Abitur wie die anderen Topsprinterinnen vor ihr wegen der Berufsausbildung den SCV verlassen wird. Vielleicht gibt es dann aber schon eine Nachfolgerin für sie.

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