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Fußball

13.08.2020

SSV Ulm im Stadtderby gegen die SSG: Schon wieder dominant

Johannes Reichert vom SSV Ulm 1846 Fußball im Stadtderby gegen die SSG. 7:0 heißt es am Ende aus Sicht des Regionalligisten. Es war ein verdienter Sieg, doch die Spatzen brauchten 20 Minuten, um richtig ins Spiel zu kommen.
Bild: Horst Hörger

Plus Das Stadtderby gegen die SSG Ulm ist das nächste Spiel, in dem die Ulmer Spatzen überzeugen. Vor allem Neu-Stürmer Anton Fink deutet an, wie wichtig er werden könnte.

Akustisch war am Mittwochabend nicht herauszufinden, wem jetzt eigentlich das Ulmer Donaustadion gehört. Den Spatzen oder doch eher dem Landesligisten SSG Ulm? Im Stadtderby in der ersten Runde der neuen WFV-Pokalsaison hatten sich beide Teams im Voraus der Partie für das Donaustadion entschieden, weil auf dem heimischen Platz der SSG in Gögglingen die Hygienebestimmungen nicht hätten eingehalten werden können. Jeweils eine Hälfte der 500 Karten ging an beide Klubs, die SSG hatte Heimrecht. Während des Spiels waren die SSG-Anhänger aber lauter. „Das war klasse“, fand Trainer Bernd Pfisterer nach der Partie. Weniger klasse fand er das Endergebnis. Mit 7:0 (3:0) gewannen die Spatzen wenig überraschend. Es war zwar auch für Pfisterer keine Überraschung, „zu hoch“ war ihm das Ergebnis aber trotzdem. Dass es so hoch ausfiel, lag auch am neuen SSV-Stürmer Anton Fink.

Der Spielverlauf ist schnell erzählt. Die SSG stand tief, hielt rund 20 Minuten lang gut mit und hatte sogar in der 4. Minute die erste Gelegenheit durch einen Kopfball. „Wir haben die ersten 20 Minuten klasse gegen den Ball gespielt“, sagte Pfisterer. Dann aber, als die Spatzen stärker wurden, habe seine Mannschaft körperlich nicht mehr mithalten können. Die Tore fielen in einer schönen Regelmäßigkeit. Zunächst traf Ardian Morina (24.), der kurz darauf auch das 2:0 erzielte (36.), den 3:0-Halbzeitstand steuerte Steffen Kienle bei. In der zweiten Hälfte folgte der große Auftritt von Neuzugang Anton Fink, der zur Pause für den verletzten Morina ins Spiel gekommen war. Er traf zum 4:0 (54.), 5:0 (68.) und 6:0 (79.). Nach zwei Kurzeinsätzen zuvor spielte Fink erstmals über 45 Minuten im Ulmer Trikot. „Eigentlich war nur eine halbe Stunde geplant“, sagte er nach dem Spiel. „Die 45 Minuten hatte ich trotzdem noch im Tank.“ Die drei Tore waren seine ersten Pflichtspieltreffer und ihnen war anzusehen, mit welcher Abgezocktheit der 33-Jährige Fußball spielt und wie wichtig er in dieser Saison noch werden könnte für die Spatzen.

Anton Fink vom SSV Ulm trifft gegen die SSG Ulm dreifach

Für seine Startaufstellung im Ulmer Derby hatte sich SSV-Trainer Holger Bachthaler für Spieler entschieden, die zuletzt nur selten zum Einsatz gekommen waren. Auch ein paar Junge wie Timo Baier oder Jonas Kehl spielten von Beginn an. Kehl musste in der 64. Minute jedoch durch Marcel Schmidts ersetzt werden, weil er sich eine Verletzung im Gesicht zugezogen hatte. Schmidts wiederum musste wenig später mit muskulären Problemen vom Feld (70.). Drei Verletzte hatten die Spatzen nach dem Schlusspfiff zu verkraften.

Bachthaler hatte sich für die Startaufstellung entschieden, um die Belastung seiner Spieler zu steuern. Am Samstag steht schon das Zweitrundenspiel im WFV-Pokal an. Dann muss Ulm beim Landesligisten TSV Eschach ran (15.30 Uhr). Es ist ein enges Programm, das die Spatzen abspulen müssen, Bachthaler hatte kürzlich erklärt, dass sein Klub deshalb einige Testspiele absagen musste, worüber er nicht sehr erfreut war, weil es sich bei den geplanten Gegnern teils um höherklassige Mannschaften handelte. So trifft der Regionalligist jetzt meist auf Teams, die niedriger angesiedelt sind. Anton Fink sieht das aber nicht als Problem: „Ich glaube, heutzutage können alle Mannschaften auf der Welt – auch die unterklassigen – sehr, sehr gut verteidigen.“ Die Partie gegen die SSG Ulm habe das in den ersten 20 Minuten bewiesen.

Danach trat der SSV Ulm 1846 Fußball allerdings so dominant auf wie in allen Spielen nach der Corona-Zwangspause. Das Team wurde um seinen Kern aus wichtigen Stammspielern sinnvoll ergänzt, um so Lücken zu schließen – wie eben im Sturm mit Anton Fink. Für den SSV ist das wichtig, denn wie jüngst verkündet, soll innerhalb von drei Jahren der Aufstieg in die 3. Liga her. Kurzzeitig schien es, als müssten sich die Spatzen dafür vorsichtshalber nach einem neuen Trainer umschauen. Denn die SpVgg Unterhaching schien, wie berichtet, großes Interesse an Holger Bachthaler für ihre offene Trainerstelle zu haben. Laut einem Bericht der Bild, der sich mit Recherchen unserer Redaktion deckt, war Bachthaler sogar Favorit beim Drittligisten. Am Donnerstag hat SSV-Sportvorstand Anton Gugelfuß den Spekulationen aber einen Riegel vorgeschoben. Holger Bachthaler werde in Ulm bleiben, sagte er unserer Redaktion. Er habe sowieso nicht verstanden, warum das Thema so große Wellen geschlagen habe. Jetzt sei es jedenfalls vom Tisch, „Punkt, aus“.

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