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Faustball

25.03.2019

So trainieren die Faustballer des TSV Illertissen

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Bild: Stefan Kuemmritz

Der TSV Illertissen bietet seinen Spielern ein umfangreiches und intensives Training an. Eine wichtige Personalie fehlt dem Team allerdings.

Illertissen Wer bei Faustball an Altherrensport denkt, sollte sich mal das Training der Spieler vom TSV Illertissen anschauen. Dann überdenkt er seine Meinung schnell. Da fließt der Schweiß und da ächzen die Spieler, alles kräftige und gestandene Männer um die 30. So anstrengend ist das Training. Vor allem, wenn die Athletik-, Koordinations-, Gymnastik- und Konditionstrainerin Jenny Fischer, eine Ex-Turnerin, die Kommandos gibt. Da heißt es mitmachen. Denn in der ersten halben bis dreiviertel Stunde der Trainingseinheit wird die Grundlage fürs spezifische Faustballtraining und den Wettkampf gelegt.

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Faustball ist ein interessanter Sport und wird in der Region doch nur noch spärlich ausgeübt. Es bleiben wenige Vereine, bei denen der Ball vom fünfköpfigen Team (insgesamt zehn Spieler pro Partie) über die zwei Meter hohe, quer übers Feld gespannte Leine gespielt wird. Faustball erinnert ein wenig an Volleyball und doch gibt es große Unterschiede. Beim Volleyball wird auf einem viel kleineren Feld (neun mal neun Meter) gespielt (Faustball: 20 mal 25 Meter), außerdem stehen beim Volleyball sechs Spieler pro Seite auf dem Feld und das Netz (anstatt der Leine) hängt höher. Dafür darf der Ball beim Faustball im eigenen Feld einmal aufspringen, bevor man ihn mit dem Unterarm oder der geschlossenen Faust schlägt, beim Volleyball muss er direkt gespielt werden. Deshalb wird beim Faustball auch etwas anders trainiert. Die Zuspiele im eigenen Feld sind zumeist länger und landen in der Regel ziemlich dicht an der Leine, sodass der angreifende Mitspieler die Chance hat, den Ball für den Gegner unerreichbar in dessen Feld zu spielen. Da das Feld groß ist, gibt es lange Laufwege.

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Dem TSV Illertissen fehlt der Trainer

„Faustball ist ein dynamisches Spiel“, sagt der Abteilungsleiter des TSV Illertissen, Markus Mayer, der in der Männermannschaft mitspielt. Im Verein gibt es ein Dutzend aktive Spieler und neun Kinder, mit denen gerade ein Jugendteam aufgebaut wird. Nachdem Trainer Norbert Pfaff seinen Job vor der Wintersaison aufgegeben hat und noch kein Nachfolger gefunden wurde, trainieren sich die TSV-Faustballer derzeit selbst, Markus Mayer geht voran und Jenny Fischer leitet die nicht spezifischen Übungseinheiten. Jenny Fischer sieht ihre Aufgabe als sehr wesentlich an, damit die Verletzungsgefahr der Spieler nicht so groß ist: „Schnelles Antreten und abruptes Abbremsen sind nach gutem Aufwärmen nicht so schlimm.“ Trotzdem hatten die Illertisser zuletzt einige Verletzungssorgen und stiegen auch deshalb in der vergangenen Hallensaison aus der Zweiten Bundesliga in die Schwabenliga ab. In der kommenden Freiluftsaison tritt die Mannschaft in der Verbandsliga an. Alexander Mayer, Bruder des Abteilungsleiters und von klein auf Faustballer, findet es schade, dass im Training selten zehn Spieler zusammenkommen: „Da kommt dann kein Abschlussspiel zustande. Manchmal helfen wir uns, indem wir Testspiele gegen andere Vereine machen.“ Die nächsten Faustballer gibt es von Illertissen aus in Westerstetten und Dornstadt auf der Schwäbischen Alb.

Markus Mayer erklärt, worauf es bei der Sportart ankommt und wie deshalb das Training ausgerichtet ist: „Es geht um Schnelligkeit, vor allem einen schnellen Antritt, Beweglichkeit, gutes Reaktionsvermögen und ein ausgeprägtes Ballgefühl.“ Zunächst geht es in einer Trainingseinheit aber um gutes und gezieltes Aufwärmen. Jenny Fischer lässt die Männer ruhig laufen und dann sprinten, macht mit ihnen Dehnübungen und lässt auch die Gymnastik nicht zu kurz kommen. Einige Übungen erfordern eine Menge Kraft, sodass manch einem mit hochrotem Kopf vor Anstrengung die Puste ausgeht. Wenn dann der Ball ins Spiel kommt, werden zum Teil im Slalomlauf, nach schnellem Fußdribbling oder beim Seitlichspringen über kleine Hürden Zuspiele geübt, auch aus der Abwehr heraus. Manches sieht eher spielerisch aus, anderes ist richtig schweißtreibend. Drei Meter vor der Leine wird auf dem Boden eine Linie angebracht. Die Aufgabe ist es, den Ball dorthin zu spielen, weil von dort aus ein Angreifer den Ball optimal aus dem Lauf heraus schmettern oder bei Gelegenheit auch lupfen kann. Im Feld ist das schwieriger, weil der Boden nicht so eben ist und Witterungseinflüsse das Spiel beeinträchtigen. Dann wird Faustball noch anstrengender.

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