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Fall Rupp

03.12.2012

"Abschaum": Staatsanwaltschaft fordert 20 Monate ohne Bewährung

Acht Jahre nach seinem Verschwinden wurde die Leiche des Neuburger Landwirts Rudolf Ruppp in seinem Mercedes aus der Donau geborgen. 
Bild: Feneberg

Staatsanwaltschaft fordert 20 Monate ohne Bewährung und nennt den Angeklagten "Abschaum". Verteidiger plädieren auf Freispruch. Anwältin Regina Rick: "Vor einer solchen Polizei habe ich Angst."

Im Nachverfahren zum Mordfall Rupp sprachen Staatsanwaltschaft und Verteidger soeben ihre Plädoyers. Es geht um jenen Mann, der behauptet hatte, dass man ihm bei der Kripo Ingolstadt eine Pistole an die Schläfe gehalten habe, als er vernommen wurde. Der 62-Jährige war deshalb wegen Falschaussage angeklagt. Im Wiederaufnahmeverfahren des Rupp-Prozesses hatte er vor zwei Jahren am Landgericht Landshut ausgesagt.

Während die Staatsanwaltschaft 20 Monate ohne Bewährung forderte, der Staatsanwalt ihn "Abschaum" nannte, plädierten die Verteidiger, Rechtsanwältin Regina Rick und ihr Kollege Klaus Wittmann, auf Freispruch. Sie bezeichneten die Aussagen der Polizeibeamten als "sehr fragwürdig und unglaubwürdig".  Rick wörtlich: "Vor einer solchen Polizei habe ich Angst. Spätestens seit dem Verfahren Rupp habe ich überhaupt kein Vertrauen mehr in die Ingolstädter Polizei."

Der Angeklagte hatte damals erklärt, die Kripo Ingolstadt habe ihm mit höchst fragwürdigen Methoden eine Aussage abringen wollen, wonach er das Auto des Neuburger Landwirts Rudi Rupp habe verschwinden lassen. Tatsächlich kann es natürlich nicht so gewesen sein, wie die weitere Geschichte in dem Aufsehen erregenden Mordfall hinreichend bewiesen hat, denn der Wagen mit der Leiche des Bauern wurde später aus der Donau gefischt.

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Das Urteil fällt voraussichtlich am 17. Dezember und wird mit Spannung erwartet. Schon in der Beweisaufnahme hatte sich Strafrichter Bernhard Suttner "über die lapidare Vorgehensweise sehr verwundert" gezeigt, etwa, was beispielsweise die Protokollierung von Aussagen betreffe.

Die drei damals an der Vernehmung beteiligten Beamten waren von den Anwälten in den vergangenen Prozesstagen intensiv befragt worden.

Die Ermittler im Mordfall Rupp waren zum Zeitpunkt der strittigen Vernehmung keinen entscheidenden Schritt weitergekommen. 

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