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Zugverkehr

10.03.2015

Bahn baut aus: Behinderungen zwischen Ingolstadt und München

Zwischen Ingolstadt und München gibt es von Frühjahr bis Herbst mehrere Bahnbaustellen. Oft steht nur eines der beiden Gleise zur Verfügung.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Bahn baut von April bis Oktober zwischen Ingolstadt und München. Das bringt ganz erhebliche Einschränkungen für Pendler und Fernreise mit sich. Wann wird es besonders dick?

Gute Nachrichten für Berufspendler, die auf den Zug angewiesen sind, lesen sich anders: Zwischen Ingolstadt und München wird es bis Herbst ganz massive Behinderungen und Einschränkungen durch Zugausfälle geben. Das gab die Bahn gestern bekannt.

Ausbau zur Hochgeschwindigkeitsstrecke

Der Ausbau zur Hochgeschwindigkeitsstrecke wurde in den vergangenen Jahren im mehreren Teilabschnitten bereits vollzogen. Was jetzt noch folgen muss, das sind neue Bahndämme, Brücken, Weichen, Stellwerke, Signaleinrichtungen und streckenweise neue Schienen. Einen Großteil dieser Maßnahmen mit einem erheblichen finanziellen Gesamtvolumen von rund 20 Millionen Euro wird die Bahn in diesem Jahr durchführen, erklärten ihre Vertreter gestern bei einem Pressegespräch in Ingolstadt.

Bereits ab Ende März bis Ende Oktober stehen die diversen Baumaßnahmen im Terminkalender. Mit ihnen einhergehen werden fast immer auch erhebliche Einschränkungen für den Zugverkehr. Denn unter anderem wird eines der beiden Gleise von und nach München komplett gesperrt werden müssen, erklärte Thomas Thürer, der für die Projekte auf diesem Streckenabschnitt zuständig ist.

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Bahndamm wird saniert

Ein besonders kompliziertes Einzelbauvorhaben wird zwischen Reichertshofen und Rohrbach laufen. Dort wird der bis zu acht Meter hohe Bahndamm auf einer Länge von 2,2 Kilometern mit einem neuartigen Verfahren saniert. Außerdem werden in Reichertshofen zwei Eisenbahnbrücken neu gebaut. Die Lebensdauer der alten Brückenbauwerke ist abgelaufen.

Auch an den Anliegern werden die Arbeiten nicht spurlos vorübergehen. Thürer hofft zwar, dass es beim Neubau des Bahndamms nicht wieder zu so erheblichen Erschütterungen des Untergrunds wie bei der Streckenerneuerung im Bereich Reichertshofen vor zwei Jahren kommt. Damals "hat man das kilometerweit gespürt". Was auf jeden Fall für Klagen sorgen dürfte, das sind die akustischen Warnsignale, wenn ein Zug naht und die Bauarbeiter aus der Gefahrenzone müssen. Der Alarmton hat eine Stärke von 120 Dezibel und wird wohl auch in mindestens zwei Nächten zu hören sein, in denen durchgearbeitet werden muss.

Fernreisende müssen Umwege in Kauf nehmen

Trotz der massiven Behinderungen werde man werktags 31 Fernverkehrshalte in Ingolstadt realisieren können und somit etwa 70 Prozent des Normalangebots beibehalten, sagte Robert Ohler von der DB Fernverkehr. Die wesentlichen Reisebedürfnisse der Pendler würden in den Hauptverkehrszeichen aber abgedeckt. Züge, die verkehren, würden mit zusätzlichen Waggons ausgestattet, damit sie das erwartete Fahrgastaufkommen aufnehmen können. "Die Pendlerströme werden sich sicher rasch verlagern", sagt Ohler. Viele Fernzüge müssen aber ab Sommer einen Umweg Richtung Augsburg nehmen.

Der Pendler- und Reiseverkehr von und nach Ingolstadt wird viele Wochen zum Teil sehr stark eingeschränkt sein. Aus dem Grund haben Regionalpolitiker bereits massiv gegen die Zugausfälle protestiert. Daneben haben Fahrgastvertreter angekündigt, dass sie gegen die Bahn klagen wollen, weil sie ihr Angebot nicht aufrecht erhält. All das dürfte wenig erfolgreich sein, denn die Umbaupläne sind längst bekannt. Sie wurden vor bereits drei Jahren vom Bund genehmigt.

Keine guten Nachrichten für Bahnpendler

Der Unmut dürfte so bald auch nicht abklingen, denn die Bahn hat gestern mehrfach betont, dass auch in den kommenden Jahren diverse Arbeiten notwendig werden, die sich auf den Fahrplan auswirken. Zwischen dem Hauptbahnhof Ingolstadt und Baar-Ebenhausen steht eine Gleiserneuerung an und mindestens drei weitere Eisenbahnbrücken müssen ersetzt werden. Darüber hinaus wird der Bund in den nächsten Jahren wohl die Autobahnbrücke der A9 und die Brücke der Bundesstraße 16 über die Gleise ersetzen. Alle diese Projekte stehen noch bis 2020 im Prioritätenkalender. Gute Nachrichten für Bahnpendler lesen sich anders...

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