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Neuburg-Schrobenhausen

24.04.2017

Bereit sein, wenn es darauf ankommt

Landratstellvertreter Alois Rauscher (links) und Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier (rechts) gratulierten Christoph Kurzhals und Stefan Brandstetter (Zweiter und Dritter von links) zu ihren Auszeichnungen.
Bild: Uwe Kühne

Im vergangenen Jahr wurden die Feuerwehren im Kreis zu 1975 Einsätzen gerufen.

Für die Sicherheit der Bevölkerung stehen im Landkreis 80 Feuerwehren von A wie Adelshausen bis Z wie Zell mit 3632 Männern und Frauen rund um die Uhr in Bereitschaft. Das ist auch notwendig, denn sie wurden im vergangenen Jahr zu 1975 Einsätzen unterschiedlichster Art gerufen, wie Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier in der Frühjahrsdienstversammlung der Kommandanten im Gasthaus Greppmair in Karlshuld berichtete.

Schwerpunkt ist die Technische Hilfeleistung mit 1250 Einsätzen, gefolgt von 388 Brandeinsätzen, 194 Sicherheitswachen und 143 sonstigen Einsätzen.

Exemplarisch rief er wichtige Einsätze in Erinnerung: Umgestürzte Lastwagen, ein eingestürztes Hallendach, ein brennendes Papierlager, umgestürzte Strommasten, ein schwerer Verkehrsunfall und ein brennender Mähdrescher, der bis zum Eintreffen der Feuerwehr von Landwirten mit Wasser aus der Laderschaufel gelöscht worden war und schließlich: der Tag der offenen Tür des Neuburger Luftwaffengeschwaders mit 180 Personen, den die Feuerwehren unterstützt hatten.

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Der Personalstand ist mit 3307 Männern und 325 Frauen gut. Obwohl er gegenüber 2015 gesunken ist, was bei den Männern auf das Erreichen des Höchstalters zurückzuführen ist.

Erfreut zeigte sich der Kreisbrandrat über die Jugendarbeit in den Feuerwehren. Vor dem Einsatz steht eine fundierte Ausbildung, bei der Atemschutz einen besonderen Schwerpunkt bildet: Im vergangenen Jahr wurden zum Beispiel drei Grundlehrgänge durchgeführt und den 51 Feuerwehren mit Atemschutz 38 neue Atemschutzträger zugeführt. An den 24 Wiederholungsübungen „Kriechstrecke“ haben 592 Teilnehmer teilgenommen. 86 Teilnehmer haben an der Brandschutzausbildung im Übungscontainer in Karlshuld teilgenommen.

Übungsanlage wird kaum genutzt

Weil die Teilnahme der Kreisfeuerwehren an diesen Übungen rückläufig ist, erinnerte Kreitmeier an die Einhaltung der Pflichtbesuche. „Wir haben die Übungsanlage vor Ort und nutzen sie nicht, dafür wird sie von den Wehren aus den Nachbarlandkreisen stark genutzt“, kritisierte er.

„Die Modulare Trupp Ausbildung ist interessant und bringt den Teilnehmern in Theorie und Praxis viel“, sagte Kreisbrandinspektor Peter Mayer. 210 Teilnehmer haben in sieben Lehrgängen ihre „Grundausbildung“ an den Standorten Burgheim, Ehekirchen, Neuburg, Rennertshofen, Schrobenhausen und Weichering erfolgreich absolviert.

35 neue Maschinisten wurden in zwei Lehrgängen an den Standorten Ehekirchen, Neuburg und Schrobenhausen ausgebildet. Das Zusammenwirken der einzelnen Ausbildungen findet ihren Abschluss in der Abnahme der Leistungsprüfung „Gruppe im Löscheinsatz“ oder „Technische Hilfeleistung“. 46 Abnahmen fanden statt, davon 61 Löschgruppen und 19 Technische Hilfeleistungen, bei denen Leistungsabzeichen von Bronze bis Gold-Rot erworben wurden.

Durchgeführt wurde auch eine Ölwehrübung, bei der von 20 Wehren und dem THW Ölsperren von 30 Zentimeter bis 200 Meter angelegt wurden.

Probleme gibt es bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen in den Feuerwehrschulen, die den Bedarf bei Weitem nicht decken können: 2016 wurden von 7554 beantragten nur 2767 Plätze, davon 183 für den Landkreis, zugeteilt. 2017 wurden von 7427 beantragten 2304 Plätze zugeteilt. Der Landkreis hat für 2017 176 Plätze beantragt, von denen noch keiner zugewiesen wurde.

Neues für die Wehren

Was gibt es Neues? Ausgeliefert oder beantragt wurden 16 Wärmebildkameras, 13 Löschfahrzeuge, fünf sonstige Fahrzeuge, sieben Tragkraftspritzen.

Was ist los in Sachen „Ölspuren“? Die Region sucht hier eine einheitliche Lösung für den Umgang mit Ölspuren, die keine Pflichtaufgabe der Feuerwehren sind. Bei freiwilliger Übernahme hat die Wehr die Rechtsverbindlichkeit wegen eventueller Schuldfragen zu beachten, denn die Straßenfreigabe darf nur durch den Straßenbaulastträger erfolgen.

An personellen Veränderungen gab Stefan Kreitmeier bekannt, dass mit Sven Scherm die Kreisbrandinspektion einen neuen Kreisbrandmeister für „Gefährliche Stoffe und Güter“ in ihren Reihen hat.

Nachfolger von Kreisbrandinspektor Josef Kettner ist Andreas Stark, dem Kreisbrandmeister Tobias Gebauer nachfolgt.

Mit der Ehrennadel in Silber wurde Stefan Brandstetter für zwölfjährigen Kommandantendienst in der Feuerwehr Edelshausen von Kreisbrandrat Kreitmeier ausgezeichnet.

Mit der Ehrennadel in Silber der Jugendfeuerwehr Bayern wurde Christoph Kurzhals von der Feuerwehr Schrobenhausen für seine Jugendarbeit ausgezeichnet.

Einen Blick über den Zaun gab Bernhard Pfahler, der den Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes mit seinen Rettungsgliederungen und Alarmierungskriterien samt Fahrzeugpark vorstellte.

„Es ist eine beeindruckende Anzahl von Einsätzen, die zeigt, dass die Feuerwehren unverzichtbar sind“, sagte Landrat-Stellvertreter Alois Rauscher in seinem Grußwort. Er sprach, wie auch Karlshulds 2. Bürgermeister Michael Lederer, den Feuerwehrdienstleistenden Dank und Anerkennung für ihren selbstlosen Einsatz, der der Bevölkerung Sicherheit und Geborgenheit, auch im Verbund mit Rotem Kreuz, THW und Polizei vermittelt, aus.

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