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Neuburg

25.01.2019

Bücherturm: Es geht wieder aufwärts

Bibliotheksmitarbeiter Herbert Wittmann baut hier gerade eine Themenecke über Bienen auf. Interessierte können die kleine Ausstellung derzeit im Neuburger Bücherturm besuchen.
Bild: Dorothee Pfaffel

2017 sah die Zukunft der Stadtbücherei nicht so rosig aus. Jetzt sind die Ausleihzahlen wieder gestiegen – wenn auch nicht bei allen Medien.

Der Leiter der Neuburger Stadtbücherei, Ralph Zaffrahn, kann aufatmen: Nach dem Einbruch der Ausleihzahlen im Jahr 2017, sind sie 2018 wieder gestiegen. Auch die aktiven Leser und die Neuanmeldungen haben zugenommen. Ein Sorgenkind gibt es dennoch.

Bei den Musik-CDs hat Zaffrahn die Hoffnung aufgegeben. Mit Ausnahme der Bravo-Hits-Reihe wurde der Kauf eingestellt. Streaming-Dienste wie Spotify machten das Ausleihen überflüssig, erklärt der Bibliotheksleiter. Einen Download-Dienst wie ihn zum Beispiel die Kreisbücherei Pfaffenhofen anbietet, lehnt Zaffrahn ab. Er und seine Mitarbeiter hätten das getestet und die Liedauswahl für nicht gut genug befunden. Auch bei den DVDs sind die Ausleihzahlen zurückgegangen – allerdings nur moderat. „Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Prime sind unser Tod“, befürchtet der Bibliotheksleiter. Ansonsten fällt seine Bilanz für 2018 aber positiv aus.

Der Bücherturm hat Sonnenschutzfolien bekommen

Die Aufenthaltsbedingungen seien im vergangenen Jahr sowohl für die Besucher als auch für das Personal angenehmer geworden, findet Zaffrahn. Besonders freut ihn, dass die Stadt endlich etwas gegen die tropischen Temperaturen im Bücherturm unternommen hat. 36,8 Grad lautete der Rekordwert im Jahr 2015. Die noch rechtzeitig vor der großen Hitze angebrachten Sonnenschutzfolien hätten die Temperaturen zumindest um ein paar Grad gesenkt. Das Thema Klimaanlage ist damit wohl abgehakt.

Außerdem wurden Liegestühle für den Außenbereich sowie Sitzsäcke und eine Lärmampel für den Kinderbereich angeschafft.

Der im April am Spitalplatz eingerichtete Bücherschrank werde sehr gut angenommen, berichtet der Bibliotheksleiter. Allerdings seien die Türen des Schranks – vermutlich weil Nutzer diese nicht richtig geschlossen haben – bereits zweimal Opfer eines Sturms geworden. Über Vandalismusschäden kann Zaffrahn nicht klagen, an Weiberfasching und Rosenmontag wird der Schrank aber trotzdem vorsorglich geschlossen bleiben. Schade sei lediglich, so Zaffrahn, dass manche Menschen dort ihren „Büchermüll“ entsorgen würden. Die Mitarbeiter des Bücherturms würden die Qualität des Schrankinhalts deshalb regelmäßig kontrollieren und „Müll“ aussortieren.

Brettspiele liegen weiter im Trend

Die Ausleihzahlen der Stadtbücherei stiegen laut Zaffrahn bei den klassischen Medien von 145.170 auf 146.375, bei den elektronischen Medien von 10.284 auf 11.040. Einen Ausleih-Zuwachs gab es bei den Kinder- und Jugendbüchern, den Kinderhörbüchern und vor allem bei den Brettspielen. Letztere liegen weiter voll im Trend. Insgesamt verzeichnete die Stadtbücherei einen Anstieg von 155.454 auf 157.415 Medien. Am Dienstag wurden im Schnitt am meisten Medien ausgeliehen, wobei der Bücherturm an diesem Tag auch am längsten geöffnet hat. Pro Stunde sei vermutlich der Samstag der stärkste Tag, vermutet Zaffrahn.

Die Zahl der aktiven Leser mit mindestens einer Ausleihe pro Jahr wuchs gemäß Jahresbericht der Bücherei von 2797 auf 2911. Die Neuanmeldungen stiegen von 476 auf 537, die Facebook-Fans von 345 auf 384. Neue Medien wurden 3880 eingekauft, insgesamt gibt es jetzt 58.818 klassische Medien. In der „Onleihe Schwaben“ können Kunden inzwischen unter 36.330 E-Books, MP3-Hörbüchern und E-Paper-Ausgaben wählen. An Gebühren wurden 26.122 Euro (2017: 24.946) eingenommen.

Nicht ganz so gut läuft es bei der „kleinen Schwester“ des Bücherturms. Die Bücherei im Ostend, die inzwischen in der Verantwortlichkeit des Bürgerhauses liegt, ist nur noch wenige Stunden pro Woche geöffnet. Hierfür werde dringend ein ehrenamtlicher Mitarbeiter gesucht, erzählt Zaffrahn.

Bücherturm: Die Bibliothek als Treffpunkt

Der Bücherturm hingegen werde immer mehr zum gesellschaftlichen Treffpunkt, sagt der Bibliotheksleiter. Menschen lesen dort Zeitung oder besuchen Veranstaltungen. 2018 gab es fünf Ausstellungen, 15 Veranstaltungen für Kinder und 16 für Erwachsene. Am erfolgreichsten sei der Auftritt des Theaters Knuth mit dem Stück „Käpten Knitterbart“ gewesen, meint Zaffrahn. Und auch beim Kindertag in der Unteren Altstadt sei es ziemlich zugegangen.

2019 steht unter anderem Folgendes auf dem Programm: Am 1. Februar findet – passend zum diesjährigen Jubiläum der Mondlandung – eine Lesung von Uwe Flessner statt, er liest aus „Der kleine Major Tom“. Am 22. Februar kommt Michael Lerchenberg ins Stadttheater, sein Thema „100 Jahre Revolution in Bayern“. Der „Turm Slam Neuburg“ ist am 16. März. Der ehemalige Neuburger Markus Gastl erklärt am 11. April den „Weg zum Drei-Zonen-Garten“ (www.hortus-insectorum.de). Gastl wurde aufgrund seiner herausragenden Leistungen für die Umwelt mit der bayerischen Staatsmedaille ausgezeichnet. Das gesamte Programm des Bücherturms für das erste Halbjahr 2019 ist auf der Internetseite der Stadt Neuburg (www.neuburg-donau.de) zu finden.

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