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Manching

17.01.2019

Die Wetterfrösche vom Manchinger Flugplatz

Da hinten braut sich was zu zusammen: Wetterbeobachter Marius Block (links, neben Wetterberater Lothar Schleicher) zeigt nach Westen, Richtung Neuburg. Von dort zog am frühen Donnerstagnachmittag eine schwach ausgeprägte Kaltfront mit Regen heran.
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Da hinten braut sich was zu zusammen: Wetterbeobachter Marius Block (links, neben Wetterberater Lothar Schleicher) zeigt nach Westen, Richtung Neuburg. Von dort zog am frühen Donnerstagnachmittag eine schwach ausgeprägte Kaltfront mit Regen heran.
Bild: Luzia Grasser

Über’s Wetter reden geht immer. Die Wetterberater und Wetterbeobachter der Bundeswehr in Manching tun es den ganzen Tag, damit Flugzeuge sicher unterwegs sind.

Dunkle Wolken türmen sich auf dem Bildschirm von Marius Block. Vor mehr als drei Jahren hatte der Wetterbeobachter diese „Shelf Clouds“, die aussehen wie ein Bücherregal, von seinem Arbeitsplatz aus beobachtet und gleich fotografiert. Denn das ist sein Beruf. Block beobachtet seit 2011 das Wetter vom Tower des Manchinger Flughafens aus – und freut sich über jede ungewöhnliche Formation am Himmel. „Sonne, Sonne, Sonne – das ist nichts für mich“, sagt er. Der vergangene Sommer, der sei einfach nur „langweilig“ gewesen.

Kunden der Wetterwarte sind Piloten und Einsatzoffiziere

Auf rund 60 Metern über dem Boden hat er eine Rundumsicht. Sieht, ob Schleier- oder Schichtwolken aufziehen, erkennt, wenn es irgendwo am Horizont einen Regenschauer gibt. Gewitter beobachtet er eher aus der Ferne, statt in Manching oder auch Neuburg gehen die meistens in der Hallertau oder nördlich von Neuburg nieder, wo es hügliger ist. Wenn die Wetterlage stimmt, sieht Block manchmal sogar die Zugspitze. Hin und wieder schaut er auch ins große Nichts. Nebel gibt es oft in Manching, und der kann mitunter ziemlich tückisch sein. Denn die Kunden des Geoinformationsdiensts der Bundeswehr, so heißt die Wetterwarte bei der WTD61 offiziell, sind Piloten, Fluglotsen oder Einsatzoffiziere. Sie sind auf genaue Wetterprognosen angewiesen. Wo wird es ein Gewitter geben, wie weit ist die Sicht, wann droht ein Hagelschauer oder könnte bei der Landung die Bahn mit einer Eisschicht überzogen sein? Darauf müssen die Meteorologen Antworten wissen. Sonst könnte es gefährlich werden.

Und so schauen Marius Block und seine Kollegen von 5 Uhr morgens bis 19 Uhr abends in den Himmel, lassen sich aber auf ihre Computer auch Daten liefern von Windmasten, Niederschlagsmessgeräten oder Thermometern auf dem Gelände. Doch die Technik kann auch trügerisch sein, erklärt Block. Da habe es angeblich keinen Niederschlag gegeben – dabei hatte einmal der Wind den Schnee einfach waagrecht über das Messgerät gepustet. All diese Daten leiten die Mitarbeiter halbstündlich an die Wetterzentrale der Bundeswehr weiter, die wiederum die Daten dem Deutschen Wetterdienst zur Verfügung stellt.

Seriöse Prognosen sind drei bis vier Tage in die Zukunft möglich - je nach Wetterlage

Während die Wetterbeobachter den Himmel im Blick haben, sitzen die Mitarbeiter der Wetterberatung in ihrem Büro, umgeben von zig Computern, auf denen in bunten Farben, Hochdruckgebiete, Regenwolken oder Sturmtiefs vorbeiziehen. Ein Bildschirm zeigt aber auch an, wo gerade besonders viele Vögel unterwegs sind. Denn die können Flugzeugen ebenso gefährlich werden wie ein heftiges Gewitter. Vor zehn Jahren musste eine Maschine in New York im Hudson notlanden, weil sie in einen Vogelschwarm geraten war. Diagramme, Zahlen, Kurven – all das sind die Daten, aus denen die Meteorologen ihre Vorhersagen errechnen. Seriöse Prognosen, sagt Wetterberater Lothar Schleicher, seien für drei bis vier Tage möglich. Außer, ein Hochdruckgebiet hat sich festgesetzt, dann bleibt’s meistens länger so. In der kommenden Woche heißt es übrigens „warm anziehen“, denn ab Sonntag wird es Dauerfrost geben. In den Nächten auf Montag und Dienstag wird es wohl minus acht Grad kalt und am Mittwoch könnte es vereinzelt etwas Schnee geben. Die Genauigkeit der Prognosen, sagt Schleicher, liegt bei 87 Prozent.

Wer Interesse hat an einer Ausbildung zum Wetterbeobachter (Voraussetzung Mittlere Reife) oder Wetterberater (Voraussetzung Abitur) beim Geoinformationsdienst der Bundeswehr hat, kann sich unverbindlich bei Andreas Schmidt melden, entweder unter der Nummer 08459/80-2014 oder per Mail an AndreasSchmidt@bundeswehr.org.

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