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08.07.2010

Ein Schritt in die Zukunft Europas

Karlshuld Der Zweite Weltkrieg hat die Landkarte Europas durcheinandergewirbelt und mit ihnen auch die Menschen. Was früher friedlich zusammenlebte, wurde erst von nationalsozialistischen Herrschern, danach von volkssozialistischen Diktatoren auseinandergerissen.

So auch die Donauschwaben, die im Oktober 1944 Knall auf Fall ihre Heimat verlassen mussten, weil Titos Partisanen es aus Rache für den nationalsozialistischen Terror so wollten. Ein 200-jähriges friedliches Zusammenleben mit Serben, Kroaten und Ungarn wurde schlagartig beendet. Ein Nachfahre dieser vertriebenen Donauschwaben ist Karl Heinz Wendel, einst evangelischer Pfarrer in Karlshuld, derzeit Dekan in Fürstenfeldbruck, der in seinem Ruhestand wieder nach Karlshuld zieht. Er regte eine Partnerschaft zwischen Karlshuld und Beska an und gab dem 2. Bürgermeister Benno Baur im Mai 2009 Gelegenheit, sich einen Eindruck von der serbischen Gemeinde im Rahmen einer Informationsreise zu verschaffen.

Große Zustimmung für das Projekt

In mehreren nicht öffentlichen Sitzungen befasste sich der Gemeinderat mit dem Projekt. In der Sitzung am 9. Februar konnte Dekan Wendel das Projekt, das große Zustimmung fand, öffentlich vorstellen. Wendel wies auf die Gemeinsamkeiten der beiden Gemeinde hin: Fast identische Besiedelungsgeschichte, dörfliche Struktur als Straßendorf und die Nähe zu Donau. Der Gemeinderat erklärte sich grundsätzlich bereite, eine Partnerschaft mit Beska einzugehen und bestimmte Karl-Heinz Wendel zum Partnerschaftsbeauftragten. Es wurde ein Partnerschaftskomitee gebildet, das den Partnerschaftsvertrag ausarbeitete. Eine Delegation aus Serbien mit Bürgermeister Dusko Lupurovic an der Spitze besuchte Karlshuld im Mai während der Donaumoostage. Der Karlshulder Gegenbesuch mit Bürgermeister Karl-Seitle und den Gemeinderäten Benno Baur, Richard Stelzer, Rita Schmidt und dem Partnerschaftsbeauftragten Karl-Heinz Wendel folgte kurz darauf. Die Vertragsunterzeichnung des zweisprachigen Dokuments wurde von den Bürgermeistern im Beisein der beiden Delegationen, von Regierungsvertretern und Botschaftsattaché Britta Höfer von der deutschen Botschaft in Belgrad vorgenommen. Neben den zahlreichen Teilnehmern aus der Beskaer Bevölkerung war auch wieder eine donauschwäbische Reisegruppe anwesend, die der Zeremonie beiwohnte. Beide Seiten drückten die Hoffnung und Zuversicht aus, dass dieser Akt ein erster Schritt Serbiens nach Europa sei.

Die Gegenunterzeichnung des Vertrages findet am Freitag, 16. Juli, 18 Uhr, im Greppmair-Saal statt. (ukü)

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