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Nachruf

18.01.2020

„Er strotzte vor Kraft und Lebensfreude“

Ferdinand Schmidt-Modrow (links) spielt in „Dahoam is dahoam“ den Pfarrer Simon Brandl. Er stammt aus dem Landkreis. Nun wurde bekannt, dass er am Mittwoch gestorben ist. Rechts neben Schmidt-Modrow auf dem Foto ist „Dahoam is dahoam“-Kollege Tommy Schwimmer, der den Florian Brunner spielt.
Bild: dpa

Der aus „Dahoam is dahoam“ bekannte Schauspieler Ferdinand Schmidt-Modrow ist tot. Der 34-Jährige ist in Waidhofen aufgewachsen. Unter anderem Winfried Frey trauert

Man kennt ihn als unkonventionellen Dorfpfarrer Simon Brandl in der Serie des Bayerischen Rundfunks „Dahoam is Dahoam“: Ferdinand Schmidt-Modrow. Der Schauspieler ist in Aichach geboren, in Waidhofen aufgewachsen und hat in Schrobenhausen das Gymnasium besucht. 2014 erhielt der damals 29-Jährige als Erster den Kunstförderpreis des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen. Am Mittwoch ist Schmidt-Modrow nun im Alter von 34 Jahren überraschend gestorben. Todesursache sei den Angaben der Familie zufolge eine „nicht erkannte Vorerkrankung“ gewesen. Hans Kriss, Schauspieler und Regisseur aus Hörzhausen, und TV-Schauspieler Winfried Frey aus Bruck erinnern sich.

Sowohl Kriss als auch Frey sind geschockt von der Nachricht. Sie kannten „Ferdi“, wie sie ihn liebevoll nennen, persönlich. Frey, der als Set-Coach bei „Dahoam is dahoam“ arbeitet, hat Schmidt-Modrow erst vor ein paar Wochen das letzte Mal gesehen. „Er strotzte vor Kraft und Lebensfreude“, erzählt Frey, der gerade spazieren geht, um den Tod seines Kollegen zu verarbeiten, als ihn der Anruf unserer Redaktion erreicht. Auch Kriss, der vor Betroffenheit kaum Worte findet, beschreibt Schmidt-Modrow als „Energiebündel“.

Winfried Frey und Ferdinand Schmidt-Modrow haben öfter zusammengearbeitet, unter anderem in der Freilicht-Produktion „Lumpacivagabundus“ von Johann Nestroy oder im Komödienstadel. Sie hätten sich immer als „Brüaderl“ begrüßt, sagt Frey, weil sie in „Lumpacivagabundus“ selbst ernannte Brüder gespielt haben. Der 34-Jährige sei „sehr sympathisch“ gewesen, einer, der immer gleich jeden für sich eingenommen habe. Und ein „sehr genauer Arbeiter“. Nach Theaterproben hätten sie oft noch beisammengesessen, um Zeit miteinander zu verbringen, aber auch um das Tagespensum Revue passieren zu lassen, erzählt Frey. Dabei hätten sie dann analytische Gespräche geführt, die sie als Schauspieler weitergebracht hätten. Schmidt-Modrow sei aber nicht nur ein schauspielerisches Talent gewesen, sondern überhaupt ein sehr künstlerischer Mensch, findet Frey. Der 34-Jährige habe zum Beispiel sehr gut Klavier gespielt und gesungen. Er habe gerne getanzt und gelacht. Umso schwerer fällt es Frey, zu glauben, dass sein Kollege jetzt tot sein soll. Am Anfang dachte er sogar, es müsse sich um eine Falschmeldung handeln.

Ebenso fassungslos ist Hans Kriss, der bei der Verleihung des Kunstförderpreises vor sechs Jahren die Laudatio auf Schmidt-Modrow gehalten hat: „Ferdi war ein toller Schauspieler und ein toller Mensch. Einfach ein Sonnenschein, humorvoll. Jemand, der sehr schnell Freunde gefunden hat, der viel gearbeitet hat, vielleicht ein bisschen zu viel.“ "Bayern

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