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Neuburg

09.01.2019

Gericht: Frau lässt Betrüger auflaufen

Ein Betrüger stand vor dem Neuburger Amtsgericht.
Bild: Maya Spitzer

Ein Mann gibt sich im Internet gegenüber einer Neuburgerin als amerikanischer Soldat aus, der Geld braucht. Sie geht vermeintlich darauf ein.

Die Masche ist nicht ganz neu: Ein Mann gibt sich in einer Online-Partnerbörse als amerikanischer Soldat aus, der in Syrien stationiert ist. Er erschleicht sich das Vertrauen einer Frau. Nach einiger Zeit gibt er vor, in eine finanzielle Notlage geraten zu sein und bittet sie um Geld. Nun musste sich ein 25-Jähriger vor dem Amtsgericht verantworten, weil er in diese Geschichte verwickelt gewesen sein soll. Insgesamt 42.000 Euro sollte die Frau aus Neuburg zahlen. Diese erwies sich allerdings nicht als leichtes Opfer – im Gegenteil: Sie hatte die Polizei informiert und den Mann mit Absicht auflaufen lassen.

Die Neuburgerin sollte dem Mann 42.000 Euro geben

Wie Staatsanwalt Thorsten Schalk in seiner Anklageschrift verlas, habe der Angeklagte am 5. Mai 2018 gemeinsam mit zwei weiteren unbekannten Tätern unter dem Namen „Elvis Morgan“ in einer Online-Partnervermittlung zum ersten Mal Kontakt zu der Neuburgerin aufgenommen. Irgendwann gestand ihr „Elvis“, dass er sich in sie verliebt habe. Allerdings gebe es da ein Problem: Er habe Diamanten im Wert von 2,5 Millionen Euro und wolle diese nun von Syrien über mehrere Länder nach Deutschland bringen. Um das Geld beim Zoll auszulösen, benötige er jedoch 25.000 Euro – später wurden daraus 42.000 Euro. Die Frau sollte das Geld überweisen, was aber nicht klappte. Schließlich sollte eine Übergabe von 500 Euro in einem Café in Ingolstadt stattfinden. Als die Neuburgerin am 12. Juli den Umschlag übergeben wollte, schritt die Kriminalpolizei ein und nahm den Mann fest. Seitdem saß er in Untersuchungshaft.

Die Frau hatte nie vor, dem Angeklagten das Geld zu geben. Sie war zuvor schon einmal Opfer eines Betrugs geworden und hatte sich deshalb bei einem Forum angemeldet, dass Fake-Accounts einrichtet, die gezielt dafür eingesetzt werden, um Betrüger auf Online-Plattformen zu überführen. Sie hatte also bereits im Vorfeld der Geldübergabe die Polizei informiert, sagte ein Kriminalhauptkommissar der Kripo Ingolstadt im Zeugenstand aus.

Gericht: Der Mann gestand die Tat

Nach einem Rechtsgespräch zwischen den beiden Verteidigern des Angeklagten, Richter Christian Veh und Staatsanwalt Schalk, gab Rechtsanwalt Hermann Kühn im Namen des 25-Jährigen ein Geständnis ab. Er sei der Bote gewesen, jedoch nicht „Elvis Morgan“. Er sei von einem Cousin beauftragt worden und hätte am Ende lediglich 500 Euro für seine Dienste erhalten sollen. Von der Geschichte mit den Diamanten habe er nichts gewusst.

Richter Veh verurteilte den nicht vorbestraften Angeklagten – der übrigens von sich selbst sagte, einst als Profi-Fußballer in der vierten Liga in Italien gespielt zu haben – schließlich wegen versuchten Banden- und gewerbsmäßigen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Außerdem muss er 200 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Veh stellte in den Raum: „Ob sie wirklich nur ein ganz kleines Rad in diesem Räderwerk waren, wissen wir nicht.“ Wer hinter „Elvis Morgan“ steckt, ist weiterhin nicht bekannt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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