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Neuburg

15.01.2020

Grüner OB-Kandidat Schoder will attraktive Innenstadt

Gerhard Schoders Herz hängt an der Stadt, wie er selbst sagt. Um Neuburg voranzubringen, ist es ihm besonders wichtig, parteiübergreifend Lösungen zu finden. Eine Idee ist eine Fußgängerzone in der Innenstadt.
Bild: Florian Ankner (Archivfoto)

Plus Der 38-Jährige tritt für die Grünen als OB-Kandidat bei der Kommunalwahl an. Dabei war er vor gut einem Jahr noch CSU-Mitglied. Das sind seine Ziele.

Grün war Gerhard Schoder nicht immer. Vor einem Jahr ist der 38-jährige Neuburger aus der CSU ausgetreten. Nun tritt er für die Grünen als OB-Kandidat an. Und auch das Wahlprogramm ist nicht typisch grün. Es beruht auf drei Säulen. Natürlich spielt der Klimaschutz eine wichtige Rolle. Schoder will das Nahwärmenetz ausbauen und den Verkehr in der Stadt fußgänger- und fahrradfreundlicher gestalten. Dazu zählt vor allem eine Radbrücke beim Brandl.

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Gerhard Schoder kandidiert für die Grünen für das Oberbürgermeister-Amt in Neuburg.
Video: Fabian Kluge

Einer zweiten Donaubrücke für Autos steht Schoder jedoch kritisch gegenüber. Zwar würde er dem Bau zustimmen, wenn Entlastung und Kosten im richtigen Verhältnis zueinander stünden. „Im Moment stehen wir bei einer konservativen Kostenschätzung von 150 Millionen Euro. Die Entlastung läge bei neun bis 16 Prozent. So viele Schulden aufzunehmen, genehmigt kein Landkreis.“ Deshalb fordert Schoder eine neue Variantenplanung, eine realistische Kostenschätzung und will dann die Bürger befragen. „Es sollen weniger Autos in der Innenstadt sein, aber gleichzeitig braucht der Einzelhandel die Menschen in der Stadt“, erklärt Schoder die Problematik. Für ihn funktioniert das nur mit einer Verbesserung der Rad- und Gehwege sowie des öffentlichen Nahverkehrs.

Kommunalwahl in Neuburg: Schoder will eine Fußgängerzone in der Innenstadt

Derzeit befinde er sich in Gesprächen mit den Neuburger Einzelhändlern. Es geht um eine Fußgängerzone in der Innenstadt. „Das Ambiente und die Beratung sind die Stärken des Einzelhandels gegenüber dem Internet“, ist Schoder sicher. Deshalb will er, dass kleine, grüne Oasen die Stadt aufwerten und die Innenstadt für Händler attraktiv machen.

Grüner OB-Kandidat Schoder will attraktive Innenstadt

Neben den Themen Verkehr und Klimaschutz steht das Programm der Grünen aber auch auf der Säule der Wirtschaftskompetenz – eigentlich nicht unbedingt ein Hauptthema der Grünen. Dort kann der Informatiker auf seine eigene Expertise zurückgreifen. Als selbstständiger Unternehmer wisse er, wie man Firmen führt und Verantwortung trägt. „In Neuburg haben wir viele gute Betriebe, die aber nicht genügend Leute bekommen. Dabei ist die Stadt so bezaubernd.“ Durch eine Familienpolitik, die genügend Kita- und Kindergartenplätze bereitstellt, will der verheiratete Vater von vier Kindern den Standort Neuburg attraktiver machen.

Um sich am Ende an seinen Wahlversprechen messen lassen zu können, präsentiert er seine Ziele der ersten 100 Amtstage transparent im Internet. Durch Experten und Bürgerbeteiligung will er ein neues Verkehrskonzept aufstellen. Ein Investitionskonzept für die Nahwärme soll bereits im nächsten Haushalt veranschlagt werden. Dazu will er Neuburg mit schnellem Internet versorgen und einen Familienbeirat ins Leben rufen, der sich speziell um die Sorgen und Nöte von Familien kümmert.

Kommunalwahl in Neuburg: Schoder will Neuburg in die Zukunft führen

Wichtig bei all diesen Zielen ist Schoder, dass mehr miteinander geredet wird. „In Neuburg wird bisher leider auf Ideen nicht positiv reagiert, man läuft oft gegen eine Wand. Das ist wirklich schade.“ Wenn also andere Parteien gute Ideen haben, möchte er sich mit allen demokratischen Parteien gerne zusammensetzen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. „Eine gute Idee darf nicht daran scheitern, dass sie von einer bestimmten Partei kommt“, sagt Schoder und ergänzt: „Wenn mich die Bürger wählen, erwarten sie natürlich eine grüne Politik. Aber ich vertrete als ehemaliger Oberministrant auch die christlichen Werte.“ In erster Linie sei er Neuburger und die Stadt liege ihm am Herzen.

Gerhard Schoder kandidiert als Oberbürgermeister für die Grünen bei der diesjährigen Kommunalwahl.
Bild: Chris Eschner

Deshalb sei er auch überzeugt davon, dass Neuburg reif für einen neuen Oberbürgermeister ist. „Vor 18 Jahren hat Bernhard Gmehling gesagt, dass 18 Jahre genug seien. Und damit hat er recht gehabt“, betont der OB-Kandidat. Neuburg brauche eine neue Frische, neue Gedanken und Ideen sowie eine parteiübergreifende Zusammenarbeit, um Neuburg voranzubringen. „Mein Herz hängt an Neuburg und deshalb glaube ich, dass ich der Richtige für das Amt bin.“ Helfen soll ihm dabei auch seine Vergangenheit. Als Projektentwickler sei er häufig geholt worden, wenn es keine Zeit oder kein Geld mehr gegeben hätte. „Das klingt ein bisschen wie im Neuburger Stadtrat“, sagt er und lacht. Bereits in seinem Beruf habe er dann verschiedenste Interessensgruppen an einen Tisch geholt und respektvoll nach Lösungen gesucht. „Am Ende hatte jeder das Gefühl, gehört worden zu sein, und konnte die Entscheidungen letztlich mittragen.“ Schoder will Neuburg fit für die Zukunft machen – „denn wenn wir nichts verändern, wird es auch nicht besser“.

Das sind die anderen OB-Kandidaten der Kommunalwahl in Neuburg im Porträt:

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